Fleisch ist mein Gemüse: Unterschied zwischen den Versionen

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  ISBN10 = 3499237119|
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  ISBN13 = 9783499237119|
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  SCHLAGWORT = Tanzkapelle, Hamburg, Alkohol, Provinz|
  SCHLAGWORT = Tanzkapelle, Hamburg, Alkohol, Provinz|

Aktuelle Version vom 22. August 2026, 17:41 Uhr

Heinz Strunk · 2004 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Fleisch ist mein Gemüse
Autor(en): Heinz Strunk
Originaltitel: Fleisch ist mein Gemüse
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 2004
Schlagwörter: Tanzkapelle, Hamburg, Alkohol, Provinz
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 256 Seiten
ISBN: 9783499237119
Verweise


Fleisch ist mein Gemüse ist der 2004 erschienene autobiographische Roman von Heinz Strunk, mit dem Untertitel eine Landjugend mit Musik. Ein Harburger, der auf die Dreißig zugeht, spielt Saxophon und Querflöte in der Tanzkapelle Tiffanys auf Dorf- und Vereinsfesten und trinkt sich durch das Umland von Lüneburg und Hamburg. Der Verlag fand den Titel; der Arbeitstitel war Tiffanys. Nach einer Lesung bei Stefan Raab wurde das Buch ein Bestseller. Strunk hat die Peinlichkeit der Bühne und die der eigenen Wohnung denselben Ton gegeben: genau, komisch, ohne Schonung.

Inhalt

Heinz Strunk, von den Kollegen Heinzer genannt, wohnt noch bei der Mutter in Hamburg-Harburg, in einem Reihenhaus, das er Zwergenhaus heißt. Die Mutter leidet an einer schizoaffektiven Psychose. Heinzer hat starke Akne, wenig Glück bei Frauen, ist bei der Bundeswehr als untauglich ausgemustert worden und hat sich für kein Studium entscheiden können. Er produziert erfolglos Musik, tritt gelegentlich auf und stößt über einen Freund zur Kapelle, die deutsche und internationale Schlager der siebziger und achtziger Jahre spielt. Der Bandleader Gurki hält den Laden zusammen. Heinzer verachtet das bierselige Treiben vor der Bühne und bleibt, weil es Geld gibt und weil er sonst nichts hat. Zwischen den Sätzen über Gurki, über schiefe Intonation und über Gäste, die vom Stuhl kippen, steht die Angst, dass dieses Leben kein Vorspiel ist, sondern die Sache selbst.

Die Abende sind immer ähnlich und immer anders: Feste, an denen Veranstalter und Gäste ausfallen, Bandmitglieder ihre Schwächen zeigen, Heinzer die eigenen mitzählt. Er lädt die Sängerin Anja ins Heimstudio, kocht Hackgerichte, nimmt auf. Die Mutter stürzt sich nach einem Rückfall aus dem Fenster und kommt in die Geriatrie; Heinzer lebt allein im Zwergenhaus, trinkt mehr, spielt an Automaten. Der Arzt rät zur Mäßigung; er hält sich kurz und fällt zurück. Zwölf Jahre werden aus dem Gelegenheitsjob die Haupteinnahme. Als die Mutter stirbt, endet auch Tiffanys für ihn.

Der Ich-Erzähler führt Protokoll, kein Heldenepos. Die Landjugend des Untertitels ist keine Idylle: Es ist die Jugend, die nicht aufhört, weil kein anderer Lebensentwurf trägt. Musik ist Handwerk und Flucht. Die Komik sitzt in den Sätzen, nicht in der Herablassung; wer nur über die Gäste lacht, hat Heinzer nicht gehört, der sich selbst zur Zielscheibe macht.

Einordnung

Strunk kam aus Studio Braun und dem Hamburger Humor, der den niederen Ton ernst nimmt. Jochen Distelmeyer hatte ihm geraten, die Schlagerband wegzulassen; der Verlag und der Erfolg haben das Gegenteil bestätigt. Bis 2012 waren über vierhunderttausend Exemplare verkauft. Christian Görlitz verfilmte 2008, Studio Braun brachte den Stoff als Operette und später wieder auf die Bühne des Schauspielhauses, in Braunschweig entstand ein Schauspiel mit viel Musik. Die Figur Gurki hat ein Original; Anja hat eines. Der Roman bleibt trotzdem Literatur, nicht Schlüsselprotokoll: Die Form ist der Abend auf der Bühne, wiederholt, bis er das Leben ist.

In der Nachbarschaft steht die deutsche Komik, die Karl Valentin angefangen hat und die Eckhard Henscheid in Strunk fortgesetzt sah. Der Roman hat einer Generation, die Tanzkapellen nur als Witz kannte, gezeigt, dass der Witz Arbeit ist, schlecht bezahlt und ohne Applaus nach dem letzten Schlager. Gegenüber Faserland, das den Norden als Kälte der Reichen erzählt, ist Fleisch ist mein Gemüse der Band der Feste, auf denen dieselben Reichen nicht tanzen, sondern die Nachbargemeinde. Wer Strunk seither als Romancier von Der goldene Handschuh kennt, findet hier die Quelle: denselben Blick auf Hamburg von unten, noch ohne den Mörder, mit Saxophon. Der Titel betont, richtig gelesen, das Fleisch. Gemüse war nie die Losung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.