Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur: Unterschied zwischen den Versionen

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Assmann beschreibt eine Wendung. Jahrzehnte lang schien die Erinnerung an den nationalsozialistischen Massenmord in der Bundesrepublik festzustehen: in Schulen, Reden, Denkmälern, im öffentlichen Streit. Seit den zweitausender Jahren wird dieses Gedenken von mehreren Seiten angegriffen. Von rechts kommt der Wunsch nach einem Schlussstrich und nach einer anderen, stolzeren Nationalgeschichte. Von anderen Seiten kommt der Einwand, die deutsche Erinnerung sei zu fest, zu staatlich, zu wenig offen für andere Opfer und andere Herkünfte.
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Assmann beschreibt, wie sich die Lage gewendet hat. Jahrzehnte lang schien die Erinnerung an den nationalsozialistischen Massenmord in der Bundesrepublik festzustehen, in Schulen, Reden, Denkmälern und im öffentlichen Streit. Seit den zweitausender Jahren wird dieses Gedenken von mehreren Seiten angegriffen. Von rechts kommt der Wunsch nach einem Schlussstrich und nach einer anderen, stolzeren Nationalgeschichte. Von anderen Seiten kommt der Einwand, die deutsche Erinnerung sei zu fest, zu staatlich, zu wenig offen für andere Opfer und andere Herkünfte.
  
Das Buch nimmt beides ernst, ohne die Erinnerung preiszugeben. Assmann unterscheidet Ritual und Erstarrung von der Arbeit, die Vergangenheit gegenwärtig zu halten. Gedenken kann leer werden, wenn es nur noch Form ist. Es kann aber auch verteidigt werden müssen, wenn es als Zumutung gilt. Sie schreibt als Kulturwissenschaftlerin, die mit [[Autor:Jan Assmann|Jan Assmann]] das Vokabular von kulturellem und kommunikativem Gedächtnis geprägt hat, hier aber in die Gegenwart eingreift. Der Untertitel sagt das: eine Intervention, kein Handbuch.
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Das Buch nimmt beides ernst, ohne die Erinnerung preiszugeben. Assmann unterscheidet Ritual und Erstarrung von der Arbeit, die Vergangenheit gegenwärtig zu halten. Gedenken kann leer werden, wenn es nur noch Form ist. Es kann aber auch verteidigt werden müssen, wenn es als Zumutung gilt. Sie schreibt als Kulturwissenschaftlerin, die mit [[Autor:Jan Assmann|Jan Assmann]] das Vokabular von kulturellem und kommunikativem Gedächtnis geprägt hat, hier aber in die Gegenwart eingreift. Der Untertitel sagt das unmissverständlich: Es handelt sich um eine Intervention, nicht um ein Handbuch.
  
 
Assmann führt durch Debatten, Gedenktage, die Rede vom Holocaust als Staatsräson und die Konkurrenz der Erinnerungen. Sie plädiert dafür, die deutsche Verantwortung nicht gegen andere Geschichten auszuspielen, sondern den Horizont zu öffnen, ohne den Kern zu streichen. Der Ton ist klar, streitbar, ohne den Jargon des Seminars. Wer das ältere Werk über Speicher und Kanon kennt, findet hier die Probe aufs Exempel: Was geschieht, wenn die geformte Vergangenheit öffentlich brüchig wird.
 
Assmann führt durch Debatten, Gedenktage, die Rede vom Holocaust als Staatsräson und die Konkurrenz der Erinnerungen. Sie plädiert dafür, die deutsche Verantwortung nicht gegen andere Geschichten auszuspielen, sondern den Horizont zu öffnen, ohne den Kern zu streichen. Der Ton ist klar, streitbar, ohne den Jargon des Seminars. Wer das ältere Werk über Speicher und Kanon kennt, findet hier die Probe aufs Exempel: Was geschieht, wenn die geformte Vergangenheit öffentlich brüchig wird.

Aktuelle Version vom 21. August 2026, 15:08 Uhr

Daten zum Buch
Deutscher Titel: Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur
Autor(en): Aleida Assmann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: C.H. Beck
Serie:
Erscheinungsjahr: 2013
Seitenanzahl: 230 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3406652107
ISBN-13/

EAN-Code:

9783406652103
Schlagwörter: Erinnerung, Shoah, Gedenken, Nation
Sachgebiete: Sachbuch, Kulturwissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Das neue Unbehagen an der Erinnerungskultur. Eine Intervention ist das 2013 erschienene Buch von Aleida Assmann. Es fragt, warum das deutsche Gedenken an die Shoah müde, angefochten oder zur Pflichtübung geworden ist – und was daraus folgt, wenn man die Erinnerung trotzdem nicht preisgibt.

Inhalt

Assmann beschreibt, wie sich die Lage gewendet hat. Jahrzehnte lang schien die Erinnerung an den nationalsozialistischen Massenmord in der Bundesrepublik festzustehen, in Schulen, Reden, Denkmälern und im öffentlichen Streit. Seit den zweitausender Jahren wird dieses Gedenken von mehreren Seiten angegriffen. Von rechts kommt der Wunsch nach einem Schlussstrich und nach einer anderen, stolzeren Nationalgeschichte. Von anderen Seiten kommt der Einwand, die deutsche Erinnerung sei zu fest, zu staatlich, zu wenig offen für andere Opfer und andere Herkünfte.

Das Buch nimmt beides ernst, ohne die Erinnerung preiszugeben. Assmann unterscheidet Ritual und Erstarrung von der Arbeit, die Vergangenheit gegenwärtig zu halten. Gedenken kann leer werden, wenn es nur noch Form ist. Es kann aber auch verteidigt werden müssen, wenn es als Zumutung gilt. Sie schreibt als Kulturwissenschaftlerin, die mit Jan Assmann das Vokabular von kulturellem und kommunikativem Gedächtnis geprägt hat, hier aber in die Gegenwart eingreift. Der Untertitel sagt das unmissverständlich: Es handelt sich um eine Intervention, nicht um ein Handbuch.

Assmann führt durch Debatten, Gedenktage, die Rede vom Holocaust als Staatsräson und die Konkurrenz der Erinnerungen. Sie plädiert dafür, die deutsche Verantwortung nicht gegen andere Geschichten auszuspielen, sondern den Horizont zu öffnen, ohne den Kern zu streichen. Der Ton ist klar, streitbar, ohne den Jargon des Seminars. Wer das ältere Werk über Speicher und Kanon kennt, findet hier die Probe aufs Exempel: Was geschieht, wenn die geformte Vergangenheit öffentlich brüchig wird.

Einordnung

Neben Jan Assmanns Das kulturelle Gedächtnis ist dies das Buch, mit dem die Konstanzer Erinnerungstheorie in den Streit der Berliner Republik getreten ist. Es hat Schulen, Feuilletons und politische Reden erreicht, oft als Stichwort, selten als ganze Argumentation. Die Kritik nannte es zu staatlich, zu westdeutsch, zu behutsam gegenüber dem Kanon der Opferhierarchie. Geblieben ist die Frage, wie eine Gesellschaft gedenkt, ohne zu erstarren und ohne zu vergessen. Wer nach 2013 über deutsche Erinnerung spricht, muss sich zu diesem Unbehagen verhalten.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.