De re publica: Unterschied zwischen den Versionen

ISBN: Umschlagbild (Pruefziffer oder greifbare Ausgabe)
Ideen-Zettel ergänzt
Zeile 32: Zeile 32:


Geblieben ist der Satz, dass das Gemeinwesen die Sache eines durch Recht verbundenen Volkes ist, und das Misstrauen gegen jede reine Form. Die Reclamausgabe zeigt die Lücken und den Glanz zugleich. Republik, Mischverfassung und der Traum des Staatsmanns bleiben das lateinische Gegenstück zu Platons Konstruktion. Cicero hat das Maß an Rom gebunden; die Lücken des Palimpsests haben es nicht unkenntlich gemacht.
Geblieben ist der Satz, dass das Gemeinwesen die Sache eines durch Recht verbundenen Volkes ist, und das Misstrauen gegen jede reine Form. Die Reclamausgabe zeigt die Lücken und den Glanz zugleich. Republik, Mischverfassung und der Traum des Staatsmanns bleiben das lateinische Gegenstück zu Platons Konstruktion. Cicero hat das Maß an Rom gebunden; die Lücken des Palimpsests haben es nicht unkenntlich gemacht.
== Ideen ==
[[Zettel:Verfassung|Verfassung]]


[[Kategorie:Sachbuch]]
[[Kategorie:Sachbuch]]

Version vom 23. August 2026, 20:37 Uhr

Cicero · -51 · Sachbuch, Politik


Das Werk
Deutscher Titel: De re publica
Autor(en): Cicero
Originaltitel: De re publica
Originalsprache: lateinisch
Erstveröffentlichung:
Schlagwörter: Gemeinwesen, Mischverfassung, Gerechtigkeit, Traum
Sachgebiete: Sachbuch, Politik
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam
Serie: Reclams Universal-Bibliothek
Umfang dieser Ausgabe: 421 Seiten
ISBN: 9783150188804
Verweise


De re publica (lateinisch Über das Gemeinwesen) ist das zwischen 54 und 51 vor Christus entstandene staatstheoretische Werk des Cicero. In sechs Büchern, als platonischer Dialog unter Scipio Aemilianus und seinen Freunden im Jahr 129, fragt es nach der besten Verfassung und dem besten Bürger. Cicero ahmt Platons Staat nach, setzt aber Politiker an die Stelle von Philosophen und das römische Gemeinwesen an die Stelle der entworfenen Polis. Große Teile galten als verloren, bis Angelo Mai 1819 den Palimpsest in der Vaticana fand; das Somnium Scipionis war gesondert überliefert. Die zweisprachige Reclam-Ausgabe von Michael von Albrecht macht den lückenhaften Dialog lesbar.

Inhalt

Cicero schreibt gegen den Rückzug aus der Politik und gegen die Meinung, Theorie sei den Philosophen, Praxis den Amtsträgern vorbehalten. Das Proömium rechtfertigt das Buch als Pflicht: Beispiele politischen Handelns sollen zeigen, dass man sich für den Staat einzusetzen hat. Das Gemeinwesen ist die Sache des Volkes, und Volk nicht jede Zusammenrottung, sondern eine Menge, die in der Anerkennung des Rechts und in der Gemeinsamkeit des Nutzens verbunden ist. Ursache der Staatsgründung ist nicht bloß Schwäche, sondern der natürliche Trieb, sich zusammenzufinden. Die drei reinen Formen – Königtum, Optimatenherrschaft, Volksherrschaft – haben je ein Gut: Fürsorge, Klugheit, Freiheit; und je einen Verfall: Tyrannis, Cliquenwirtschaft, zügellose Masse. Keine hält dauernd; die Mischverfassung vereint die Vorzüge. Cicero findet sie in der römischen Republik: Konsuln, Senat, Volksversammlung.

Die ersten beiden Bücher gelten der Verfassung, die mittleren der Gerechtigkeit und dem Gesetz, die letzten dem besten Staatsmann. Scipio führt das Gespräch wie ein römischer Sokrates, kurz vor seinem Tod 129; das Werk liest sich als Vermächtnis. Der Traum Scipios im sechsten Buch – das Somnium Scipionis – zeigt dem Feldherrn die Sphären, den geringen Erdball und den Nachruhm derer, die das Vaterland gerettet haben: eine Jenseitsvision nach dem Mythos des Er in Platons Staat, ins Römische gewendet. Gerechtigkeit ist nicht Nutzen der Stärkeren; Cicero lässt Laelius ihre Notwendigkeit für das Gemeinwesen verteidigen. Der beste Bürger ist der, der Wissen und Amt verbindet, nicht der weltfremde Weise und nicht der bloße Machttechniker.

Unsicher wird das Buch durch den Überlieferungsbruch und durch die Fiktion. Sallust soll den Dialog anachronistisch gefunden haben; Cicero blieb dennoch bei der Vergangenheit, um Zeitgenossen nicht zu treffen, und kürzte den Plan von neun auf sechs Bücher. Was fehlt – große Stücke der Bücher drei bis fünf –, macht die Rekonstruktion aus Zitaten nötig und die Gewichte schief: Verfassung und Traum sind stärker als die Mitte. Gegner haben das Loblied auf Rom für Selbstbeweihräucherung, Freunde für die lateinische Antwort auf Platon gehalten. Der Ton ist der eines Konsulars, der Philosophie schreibt, weil ihm das Ruder entglitten ist. Neben De officiis ist dies seine politische Summe.

Einordnung

De re publica hat die republikanische Mischverfassungslehre an das lateinische Europa weitergegeben, über Augustinus, der den Gottesstaat gegen Ciceros Definition des Volkes schreibt, bis zu den Frühneuzeitlichen, die Konsul, Senat und Volk als Muster lasen. Es steht neben Platons Staat und Aristoteles’ Politik, römischer, geschichtlicher, weniger konstruiert. Niccolò Machiavellis Der Fürst und Thomas HobbesLeviathan denken Herrschaft neu; Cicero denkt sie als Sache des Volkes unter Recht. Das Somnium wirkte eigenständig als Trost- und Kosmosstück der Spätantike und des Mittelalters.

Geblieben ist der Satz, dass das Gemeinwesen die Sache eines durch Recht verbundenen Volkes ist, und das Misstrauen gegen jede reine Form. Die Reclamausgabe zeigt die Lücken und den Glanz zugleich. Republik, Mischverfassung und der Traum des Staatsmanns bleiben das lateinische Gegenstück zu Platons Konstruktion. Cicero hat das Maß an Rom gebunden; die Lücken des Palimpsests haben es nicht unkenntlich gemacht.

Ideen

Verfassung

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.