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Aktuelle Version vom 9. August 2026, 18:23 Uhr
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Was tun? |
| Autor(en): | Wladimir Iljitsch Lenin |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Nikol |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1902 |
| Seitenanzahl: | 240 Seiten |
| Originaltitel: | Čto delat’? Nabolevšie voprosy našego dviženija |
| Originalsprache: | russisch |
| ISBN-10: | 3868200606 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783868200607 |
| Schlagwörter: | Berufsrevolutionäre, Kaderpartei, Bolschewismus, Avantgarde |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Rezensionen | |
Was tun? ist die 1902 im Exil geschriebene Programmschrift von Wladimir Iljitsch Lenin, im Untertitel Brennende Fragen unserer Bewegung. Sie enthält den Bauplan der Partei, die fünfzehn Jahre später die Macht in Russland übernahm.
Inhalt
Lenin schreibt gegen die Zuversicht der eigenen Genossen an. In der Sozialdemokratie galt vielen die Geschichte als Verbündete: Die Arbeiter würden aus ihren Streiks von selbst zu politischem Bewusstsein finden, alles Weitere ergebe sich. Das bestreitet er mit einem Satz, der die Bewegung spalten sollte – aus eigener Kraft bringe die Arbeiterklasse nur gewerkschaftliches Bewusstsein hervor, also den Kampf um bessere Löhne innerhalb der bestehenden Ordnung. Die Theorie des Sozialismus sei außerhalb dieses Kampfes entstanden, von Gebildeten, und müsse in die Bewegung hineingetragen werden. Wer nur der Spontaneität folge, überlasse die Arbeiter am Ende der Denkweise ihrer Gegner.
Aus dieser Diagnose folgt die Organisation, um die es dem Buch eigentlich geht. Lenin will keine breite Mitgliederpartei nach deutschem Vorbild, sondern einen kleinen, festgefügten Kreis von Berufsrevolutionären – Leute, die nichts anderes tun, konspirativ arbeiten und der Geheimpolizei gewachsen sind. Unter den Bedingungen der Selbstherrschaft ist das plausibel: Eine offene Massenpartei wäre in Russland binnen Wochen zerschlagen worden. Zusammengehalten wird der Kreis von einer gesamtrussischen Zeitung, die zugleich Sprachrohr, Lehrmittel und Gerüst der Organisation sein soll; die Verteiler des Blattes bilden das Netz, aus dem die Partei entsteht.
Der dritte Gedanke ist der folgenreichste. Diese Partei versteht sich nicht als Vertretung, sondern als Vorhut: Sie weiß, wohin die Klasse muss, auch wenn die Klasse es noch nicht weiß, und sie beansprucht die Führung nicht, weil sie gewählt wurde, sondern weil sie die richtige Theorie hat. Wer ihr widerspricht, irrt nicht nur, er hemmt den Fortschritt. Damit sind Zentralismus, Disziplin und Fraktionsverbot bereits angelegt – und das Verhältnis von Führung und Geführten umgekehrt.
Einordnung
Ein Jahr nach dem Erscheinen zerfiel die russische Sozialdemokratie über der Frage, wer Mitglied sein dürfe, in Bolschewiki und Menschewiki; Lenins Schrift war der Anlass. Rosa Luxemburg hielt schon 1904 dagegen und sagte voraus, wohin dieser Ultrazentralismus führe: erst die Diktatur der Partei über die Klasse, dann die des Zentralkomitees über die Partei. Nach 1917 wurde das Modell zum Ausfuhrgut. Die Kaderpartei mit Berufsfunktionären, Zentralkomitee und Parteizeitung ist von Moskau über Peking bis Havanna kopiert worden und bildete den Kern fast jedes kommunistischen Einparteienstaats des 20. Jahrhunderts. Man kann darüber streiten, wie viel davon Lenin gewollt hat und wie viel den russischen Verhältnissen geschuldet war. Dass dieses schmale Buch die politische Form geliefert hat, in der später Millionen Menschen regiert, überwacht und umgebracht wurden, lässt sich nicht bestreiten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.