Der Einzige und sein Eigentum: Unterschied zwischen den Versionen

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Neben Feuerbachs ''[[Das Wesen des Christentums]]'' und Marx’ Kritik der Ideologie steht Stirner als der, der den Atheismus fromm nennt, sobald der Mensch an die Stelle Gottes rückt. Wer Freiheit als Dienst an der Menschheit denkt, spricht gegen dieses Buch. Wer das Ich als leeren Egoismus denkt, hat das schöpferische Nichts nicht gelesen. Die Sache auf Nichts stellen heißt hier nicht Verzweiflung, sondern Absage an die Heiligtümer.
 
Neben Feuerbachs ''[[Das Wesen des Christentums]]'' und Marx’ Kritik der Ideologie steht Stirner als der, der den Atheismus fromm nennt, sobald der Mensch an die Stelle Gottes rückt. Wer Freiheit als Dienst an der Menschheit denkt, spricht gegen dieses Buch. Wer das Ich als leeren Egoismus denkt, hat das schöpferische Nichts nicht gelesen. Die Sache auf Nichts stellen heißt hier nicht Verzweiflung, sondern Absage an die Heiligtümer.
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Aktuelle Version vom 23. August 2026, 20:37 Uhr

Max Stirner · 1844 · Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Der Einzige und sein Eigentum
Autor(en): Max Stirner


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1844
Schlagwörter: Einziger, Eigner, Heiliges, Egoismus
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 463 Seiten
ISBN: 9783150030578
Verweise
Umschlag

Der Einzige und sein Eigentum ist das im Oktober 1844, vordatiert auf 1845, bei Otto Wigand in Leipzig erschienene Hauptwerk von Max Stirner. Der Band umging die Vorzensur, weil er mehr als zwanzig Bogen zählte, und wurde gleichwohl in manchen Gebieten verboten. Stirner rechnet mit den Junghegelianern ab, mit Ludwig Feuerbach, Bruno Bauer und den Frommen unter den Atheisten. Das Motto stammt von Goethe: Ich hab’ Mein Sach’ auf Nichts gestellt.

Inhalt

Stirner schreibt gegen jede Sache, die das Ich in Dienst nimmt: Gott, Menschheit, Wahrheit, Freiheit, Volk, Fürst, Vaterland, auch gegen die gute Sache. Stelle ich meine Sache auf mich, lautet die Gegenformel. Das Ich ist nicht das leere Nichts, sondern das schöpferische Nichts, aus dem es sich als Schöpfer alles schafft. Weder gut noch böse habe Sinn für mich. Die erste Abteilung, Der Mensch, prüft Feuerbachs Satz, der Mensch sei dem Menschen das höchste Wesen, und Bauers Satz, der Mensch sei nun erst gefunden. Das Jenseits außer uns sei weggefegt, das Jenseits in uns ein neuer Himmel: Geist, Mensch, Freiheit als Heiliges, das uns besitzt.

Die zweite Abteilung, Ich, soll diesen Himmel stürmen. Eigenheit, Eigner, Macht, Verkehr, Selbstgenuss und Einziger sind weniger Definitionen als Angriffe auf feste Begriffe. Der Eigner nimmt die Welt als sein Eigentum, nicht als Lehen einer Idee. Empörung – sich emporheben – ist der persönliche Akt gegen das Heilige, das jedem in der Kindheit eingepflanzt wird. Stirner gebraucht Einziger, Eigner, Einzelner und Egoist nahezu wechselweise und kennt noch den unfreiwilligen Egoisten, der einer Sache dient und sich dabei selbst meint. Die Ironie reicht von der Widmung an Marie Dähnhardt bis zum Schluss; sie ist nicht immer leicht zu lesen. Georg Wilhelm Friedrich Hegel wird travestiert, Descartes’ und Fichtes Ich ausdrücklich distanziert.

Das Buch ist Gelegenheitsarbeit aus den Debatten der Freien in Hippels Weinstube, kein geschlossenes System. Genau das haben Zeitgenossen und Spätere gerügt. Die Replik Recensenten Stirners klärt wenig. Karl Marx und Friedrich Engels haben in der Deutschen Ideologie Sankt Max attackiert; der Text blieb lange ungedruckt und hat Stirners Nachruhm als Gegner mitbestimmt. Um 1890 kam das Buch im Gefolge Nietzsches zurück, oft gegen Stirners Willen zum Gründungsbuch des individualistischen Anarchismus erklärt. Hans G. Helms hat es 1966 zum Vorläufer des Faschismus erklärt; die Parallelstellen zu Mein Kampf sind Konstruktion. Stirner bleibt sperrig gegen Partei, Volk und Lehre.

Einordnung

Der Einzige hat in den Handbüchern einen Randplatz und unter der Haut eine lange Wirkung. Nietzsche-Lektüren, Ich-Lehren der Existenzphilosophie und anarchistische Vereinzelung haben sich an ihm entzündet, häufig indem sie ihn entschärften oder dämonisierten. Die Reclam-Ausgabe mit Ahlrich Meyers Nachwort hält fest, dass wir mit Stirner noch nicht am Ende sind. Jede Generation, die Heiligtümer stürzt und neue aufrichtet, findet in dem Buch einen unbequemen Zeugen.

Neben Feuerbachs Das Wesen des Christentums und Marx’ Kritik der Ideologie steht Stirner als der, der den Atheismus fromm nennt, sobald der Mensch an die Stelle Gottes rückt. Wer Freiheit als Dienst an der Menschheit denkt, spricht gegen dieses Buch. Wer das Ich als leeren Egoismus denkt, hat das schöpferische Nichts nicht gelesen. Die Sache auf Nichts stellen heißt hier nicht Verzweiflung, sondern Absage an die Heiligtümer.

Ideen

Eigentum

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.