Geschichte des Peloponnesischen Krieges: Unterschied zwischen den Versionen
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Thukydides stellt an den Anfang eine Methode. Er will nicht das Angenehme, sondern das Zutreffende; Reden gibt er so, wie sie seiner Einschätzung nach gehalten werden mussten, Ereignisse nach Prüfung widersprüchlicher Berichte. Der »wahrste Grund« des Krieges ist nicht der Streit um Kerkyra oder Potidaia, sondern die Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens. Damit ist Politik auf Machtverschiebung gestellt, nicht auf Rechtfertigungen. | Thukydides stellt an den Anfang eine Methode. Er will nicht das Angenehme, sondern das Zutreffende; Reden gibt er so, wie sie seiner Einschätzung nach gehalten werden mussten, Ereignisse nach Prüfung widersprüchlicher Berichte. Der »wahrste Grund« des Krieges ist nicht der Streit um Kerkyra oder Potidaia, sondern die Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens. Damit ist Politik auf Machtverschiebung gestellt, nicht auf Rechtfertigungen. | ||
| − | Der Krieg selbst erscheint in Szenen, die seither als Muster gelten: die Pest in Athen, die die Ordnung der Stadt | + | Der Krieg selbst erscheint in Szenen, die seither als Muster gelten: die Pest in Athen, die die Ordnung der Stadt auflöst; der Bürgerkrieg auf Kerkyra, in dem die Worte ihre Bedeutung tauschen; der Melierdialog, in dem die Athener den Bewohnern von Melos erklären, dass die Starken tun, was sie können, und die Schwachen hinnehmen, was sie müssen. Perikles’ Gefallenenrede hält dagegen das Bild einer Stadt, die ihre Herrschaft als Schule Griechenlands versteht. |
| − | Die sizilische Expedition ist | + | Die sizilische Expedition ist der Wendepunkt. Athen schickt eine Flotte, um eine Insel zu gewinnen, und verliert das Meer, auf dem seine Macht beruht. Thukydides führt das Unglück nicht auf die Götter zurück, sondern auf Beratung, Ehrgeiz und den Demagogen, der die Versammlung treibt. Alkibiades, Nikias, die Oligarchie der Vierhundert: Es sind Entscheidungen, keine Schicksale. Dass das Werk unvollendet bleibt, ändert die Diagnose nicht. Der Krieg hat gezeigt, was Menschen in der Furcht aus Städten machen. |
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| − | Mit Thukydides beginnt die politische Geschichtsschreibung: | + | Mit Thukydides beginnt die politische Geschichtsschreibung: eigene Anschauung statt Mythos, Macht statt Vorsehung. Rankes [[Die römischen Päpste]] gehören in diese Linie; Hobbes hat den Text 1629 übersetzt, lange bevor er den [[Leviathan]] schrieb. Der Melierdialog wird seither gelesen, wann immer ein Imperium seine Gewalt für Notwendigkeit erklärt. Das Buch ist unfertig und trotzdem das Maß, an dem historische Nüchternheit gemessen wird. |
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Aktuelle Version vom 13. August 2026, 12:27 Uhr
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Geschichte des Peloponnesischen Krieges |
| Autor(en): | Thukydides |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | dtv |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | um 400 v. Chr. |
| Seitenanzahl: | 730 Seiten |
| Originaltitel: | Ἱστορίαι |
| Originalsprache: | altgriechisch |
| ISBN-10: | 3423022582 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783423022583 |
| Schlagwörter: | Peloponnesischer Krieg, Athen, Macht, Antike |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Rezensionen | |
Geschichte des Peloponnesischen Krieges ist der Bericht des Athener Strategen Thukydides über den Krieg zwischen Athen und Sparta von 431 bis 404 v. Chr. Das Buch bricht im einundzwanzigsten Kriegsjahr ab; der Autor hat das Ende Athens noch erlebt, aber nicht mehr erzählt. Die Angaben beziehen sich auf die dtv-Ausgabe in der Übersetzung von Georg Peter Landmann.
Inhalt
Thukydides stellt an den Anfang eine Methode. Er will nicht das Angenehme, sondern das Zutreffende; Reden gibt er so, wie sie seiner Einschätzung nach gehalten werden mussten, Ereignisse nach Prüfung widersprüchlicher Berichte. Der »wahrste Grund« des Krieges ist nicht der Streit um Kerkyra oder Potidaia, sondern die Furcht Spartas vor der wachsenden Macht Athens. Damit ist Politik auf Machtverschiebung gestellt, nicht auf Rechtfertigungen.
Der Krieg selbst erscheint in Szenen, die seither als Muster gelten: die Pest in Athen, die die Ordnung der Stadt auflöst; der Bürgerkrieg auf Kerkyra, in dem die Worte ihre Bedeutung tauschen; der Melierdialog, in dem die Athener den Bewohnern von Melos erklären, dass die Starken tun, was sie können, und die Schwachen hinnehmen, was sie müssen. Perikles’ Gefallenenrede hält dagegen das Bild einer Stadt, die ihre Herrschaft als Schule Griechenlands versteht.
Die sizilische Expedition ist der Wendepunkt. Athen schickt eine Flotte, um eine Insel zu gewinnen, und verliert das Meer, auf dem seine Macht beruht. Thukydides führt das Unglück nicht auf die Götter zurück, sondern auf Beratung, Ehrgeiz und den Demagogen, der die Versammlung treibt. Alkibiades, Nikias, die Oligarchie der Vierhundert: Es sind Entscheidungen, keine Schicksale. Dass das Werk unvollendet bleibt, ändert die Diagnose nicht. Der Krieg hat gezeigt, was Menschen in der Furcht aus Städten machen.
Einordnung
Mit Thukydides beginnt die politische Geschichtsschreibung: eigene Anschauung statt Mythos, Macht statt Vorsehung. Rankes Die römischen Päpste gehören in diese Linie; Hobbes hat den Text 1629 übersetzt, lange bevor er den Leviathan schrieb. Der Melierdialog wird seither gelesen, wann immer ein Imperium seine Gewalt für Notwendigkeit erklärt. Das Buch ist unfertig und trotzdem das Maß, an dem historische Nüchternheit gemessen wird.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Claude Opus 5, Anthropic). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.