Der Mensch und die Technik: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 23. August 2026, 18:59 Uhr
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Der Mensch und die Technik |
| Autor(en): | Oswald Spengler
|
| Originalsprache: | deutsch |
| Erstveröffentlichung: | 1931 |
| Schlagwörter: | Technik, Schicksal, Raubtier, Untergang |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Beck
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 88 Seiten |
| ISBN: | 9783406535390 |
| Verweise | |
Der Mensch und die Technik. Beitrag zu einer Philosophie des Lebens ist die 1931 bei Beck erschienene Schrift von Oswald Spengler. Ihr ging ein Vortrag über Kultur und Technik im Deutschen Museum voraus. Spengler will nicht die Maschinenwelt bemängeln oder preisen, sondern zeigen, dass die gegenwärtige Technik aus einem faustischen Lebensimpuls des Abendlandes folgt und mit ihm untergeht. Das schmale Buch gehört zur Spätphase nach dem Untergang des Abendlandes. Die Beck-Ausgabe hat den prophetischen Ton der achtundachtzig Seiten festgehalten.
Inhalt
Spengler schreibt gegen die Fortschrittslehre, die Technik als Mittel zum Glück, zum Nichtstun und zur angenehmen Lebensführung versteht. Für solche Zustände sei der Mensch nicht geschaffen; sie führten, auch nur teilweise verwirklicht, zu massenhaftem Mord und Selbstmord. Technik ist keine neuzeitliche Erfindung und kein Erzeugnis, sondern Lebenstaktik, ein Verfahren, das bis zu den Tieren reicht: der Weg vom Urkrieg zum Ingenieur, von der List zur Maschine, mit der der Krieg gegen die Natur geführt wird. Leben und Kampf sind identisch, im Sinne Friedrich Nietzsches als Wille zur Macht, grausam und ohne Gnade. Weltgeschichte ist nicht der Ort des Glücks, sondern jäher Aufstieg und Fall weniger Jahrtausende, für die Erde belanglos, für die Hineingeborenen von tragischer Gewalt. Der Mensch des zwanzigsten Jahrhunderts vollzieht sehenden Auges den Abstieg.
Den Menschen zählt Spengler zu den Raubtieren. Pflanzenfresser sind defensiv, Raubtiere offensiv; ihre Ethiken folgen daraus, nah an Nietzsches Herren- und Sklavenmoral. Beute, Stolz, Hass und die Lust am Töten gehören zur Menschenseele, die einsamer sei als andere Raubtierseelen, ein Empörer gegen die Welt, die sie selbst formt. Frühe Horste, lose Rudel, kein Wir wie die Herde: das Pathos des Ich und des Mein. Noch der Mann der Großstadt fühle zuweilen diese Glut, nichts von Nützlichkeit und Mitleid. Menschliche Technik unterscheidet sich von der gattungsfesten der Tiere: sie ist lernbar, steigerbar, kulturabhängig, befreit vom Gattungszwang und entfremdet von der Natur, bis Kunst als Gegenbegriff auftritt. Im Sozialverband opfert das Raubtier Mensch Freiheit um gesteigerter Macht willen; Befehlende und Gehorchende treten auch in der Technik auseinander. Die westeuropäisch-amerikanische, faustische Kultur ist der Technik verfallen, nicht um Arbeit zu mindern, sondern um die Natur und andere zu besiegen.
Unsicher wird die Schrift, wo Schicksal jede Umkehr verbietet. Die faustische Technik wendet sich gegen den Schöpfer: der Herr der Welt wird Sklave der Maschine. Wälder werden Zeitung, Klima kehrt sich, das Organische erliegt der Organisation. Fremde Völker eignen sich die Verfahren an und führen Wirtschaftskrieg gegen den Westen. Spengler geißelt den Überdruss an der Industrie als Verrat an der Technik und ruft zum Ausharren auf dem verlorenen Posten, nach dem Bild des römischen Soldaten in Pompeji, den man nicht abgelöst hatte. Das ist Größe, das heißt Rasse haben – ein Satz, der biologisch klingt und kulturell gemeint ist, und gerade darum gefährlich bleibt. Die Frühgeschichte, die er zeichnet, hält der Paläanthropologie nicht stand. Der Ton ist der des Untergangspropheten, gedrängt, bildkräftig, ohne den Apparat des großen Hauptwerks.
Einordnung
Der Band ist die technische Folgerung aus dem Untergang des Abendlandes: Morphologie der Kulturen, angewandt auf Maschine, Rohstoff und Weltkrieg der Wirtschaft. Er steht neben Friedrich Nietzsches Willen zur Macht und gegen die sozialistischen und liberalen Glücksversprechen der Weimarer Jahre. Wo Karl Marx im Kapital Entfremdung als Verhältnis der Produktion denkt, denkt Spengler sie als Schicksal der Seele, das man nicht aufhebt. Die ökologischen Warnungen klingen heutiger, als es seine Absicht war; er will kein Umdenken, sondern Würde im Untergang.
Geblieben ist das Bild vom Herren, der Sklave der Maschine wird, und der Ruf, auf verlorenem Posten auszuharren. Die Beck-Ausgabe hat den Atem bewahrt, der älter geworden ist und nicht harmlos. Technik, Raubbau und der Zusammenhang von Kultur und Verfahren sind seither an dieses Büchlein gebunden. Spengler will die Katastrophe nicht aufhalten; er will sie würdig zu Ende bringen.
Ideen
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
