Brüste und Eier: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
(Neuer Werkartikel, ausführlicher Inhalt.)
 
(ISBN: Umschlagbild (Pruefziffer oder greifbare Ausgabe))
 
Zeile 10: Zeile 10:
 
  OT = Natsu monogatari|
 
  OT = Natsu monogatari|
 
  OS = japanisch|
 
  OS = japanisch|
  ISBN10 = 383216599X|
+
  ISBN10 = 3832165991|
 
  ISBN13 = 9783832165994|
 
  ISBN13 = 9783832165994|
 
  SCHLAGWORT = Schwestern, Körper, Mutterschaft, Osaka|
 
  SCHLAGWORT = Schwestern, Körper, Mutterschaft, Osaka|

Aktuelle Version vom 22. August 2026, 17:39 Uhr

Daten zum Buch
Deutscher Titel: Brüste und Eier
Autor(en): Mieko Kawakami
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: DuMont
Serie:
Erscheinungsjahr: 2019
Seitenanzahl: 496 Seiten
Originaltitel: Natsu monogatari
Originalsprache: japanisch
ISBN-10: 3832165991
ISBN-13/

EAN-Code:

9783832165994
Schlagwörter: Schwestern, Körper, Mutterschaft, Osaka
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Brüste und Eier ist der Roman von Mieko Kawakami, 2019 in Tokio unter dem Titel Natsu monogatari erschienen, 2020 auf Deutsch bei DuMont in der Übersetzung von Katja Busson. Der deutsche Titel nimmt den der kürzeren Erzählung von 2007 auf, für die Kawakami den Akutagawa-Preis erhielt; der Roman baut diesen ersten Teil aus und hängt einen zweiten, zehn Jahre späteren an. Es geht um Brüste, die man verändern lassen will, und um Eizellen, aus denen Kinder werden sollen, ohne dass ein Mann im Haus wohnt. Kawakami schreibt aus Osaka herauf nach Tokio, in einer Sprache, die Mundart und Wut nicht glättet. Der Band ist kein Thesenbuch über Frauenrechte, sondern das Leben dreier Frauen, die denselben Körperzwang von verschiedenen Enden her zu fassen bekommen.

Inhalt

Natsuko lebt in Tokio, schreibt, verdient wenig, kommt aus Osaka. An einem heißen Sommertag kommen die ältere Schwester Makiko und deren Tochter Midoriko zu Besuch. Makiko arbeitet nachts in einem Lokal, in dem Männer Gesellschaft, Alkohol und Gesang kaufen; sie hasst ihren alternden Körper und will sich die Brüste vergrößern lassen. Midoriko ist zwölf, führt ein Heft, in dem sie der Mutter nicht mehr antwortet, und ist von der Menstruation, den Brüsten, dem Gerede über Schönheit so angewidert, dass das Schweigen zur einzigen Würde wird. Die drei Frauen teilen eine enge Wohnung und die Hitze. Natsuko hört zu, zahlt, vermittelt und versteht, dass Makikos Wunsch nach der Operation keine Eitelkeit aus dem Katalog ist, sondern der Versuch, in einer Arbeit zu bleiben, die junge Körper verlangt. Midorikos Heft widerspricht der Schwester und der Tante, ohne sie zu schonen.

Der zweite Teil setzt Jahre später ein. Natsuko hat veröffentlicht, bleibt allein, will ein Kind und keinen Mann, der darüber verfügt. Japan erlaubt die künstliche Befruchtung unverheirateten Frauen nicht in der Form, die sie braucht; Ärzte, Beamte und Bekannte erklären ihr den Mangel. Sie sucht Wege, trifft Männer, die Samen geben oder sich verweigern, eine Freundin, die anders entschieden hat, und die Erinnerung an die eigene Mutter, die in Armut und Krankheit verschwand. Kawakami erzählt Kliniken, Formulare, Scham und den Satz, eine Frau ohne Ehemann sei keine Mutter, sondern ein Problem. Natsuko wird schwanger, nicht als Sieg über die Ordnung, sondern als Arbeit, die der Körper und das Geld gemeinsam leisten müssen.

Makiko und Midoriko bleiben im Buch, auch wenn der zweite Teil Natsuko folgt. Die Nichte ist älter, das Schweigen hat sich verwandelt, die Mutter ist nicht geheilt vom Blick auf sich selbst. Natsuko kehrt nach Osaka zurück, soweit man in eine Herkunft zurückkehrt, die einen fortgeschickt hat. Der Roman schließt nicht mit einer Familie, die sich findet, und nicht mit einer Heldin der Selbstbestimmung. Er schließt mit einer Frau, die ein Kind erwartet und weiß, was das Land dazu sagt. Die Brüste der Schwester und die Eizellen der Erzählerin sind dasselbe Thema in zwei Zeiten: Wer verfügt über den weiblichen Körper, und was kostet es, ihm eine andere Geschichte zu geben als die, die Mütter und Behörden vorgesehen haben.

Einordnung

Kawakami steht in der japanischen Gegenwart neben Autorinnen, die den männlichen Blick nicht mehr als Maß nehmen, und sie steht gegen die Glätte, mit der Tokio oft als Stadt der Marken erzählt wird. Osaka bleibt im Ton: derber, ärmer, genauer in den Küchen und Bädern. Der erste Teil, aus der preisgekrönten Erzählung entwickelt, ist der engere, heißere; der zweite weitet sich ins Gesellschaftliche und hat Leser gespalten, die eine These über Fortpflanzung ohne Mann erwarteten oder gerade fürchteten. Kawakami liefert Beides und keins: Sie zeigt die Klinik und die Schwester, die Operation und das Heft der Zwölfjährigen.

Vergleiche mit Han Kang oder mit westlichen Romanen über Reproduktion greifen nur, wo es um den Körper als öffentliches Gut geht. Brüste und Eier bleibt ein Sommerbuch im wörtlichen Sinn: Hitze, Enge, drei Frauen, dann Jahre später dieselbe Erzählerin vor einem anderen Spiegel. Die deutsche Aufnahme war aufmerksam, stellenweise betreten vor dem Titel. Der Titel ist nicht roh um der Rohheit willen. Er nennt die zwei Organe, über die das Buch Rechenschaft verlangt, ohne sie zu schmücken.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.