Der Hexenhammer: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 9. August 2026, 18:20 Uhr

Daten zum Buch
Deutscher Titel: Der Hexenhammer
Autor(en): Heinrich Institoris, Jakob Sprenger
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1487
Seitenanzahl: 863 Seiten
Originaltitel: Malleus maleficarum
Originalsprache: lateinisch
ISBN-10: 3423307803
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423307802
Schlagwörter: Hexenverfolgung, Inquisition, Folter, Frauenfeindschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Rezensionen

Der Hexenhammer (lateinisch Malleus maleficarum) ist das 1487 gedruckte Handbuch der Hexenverfolgung, verfasst von dem Dominikaner Heinrich Institoris und unter Nennung seines Ordensbruders Jakob Sprenger. Es lieferte den Hexenprozessen ihre Begründung und ihr Verfahren.

Inhalt

Der erste der drei Teile soll beweisen, dass es Hexerei gibt. Das ist keine Nebensache, sondern der entscheidende Schachzug: Wer die Existenz von Hexen bestreitet, wird hier selbst zum Ketzer erklärt. Damit ist der Zweifel aus der Welt geschafft, bevor der erste Prozess beginnt. Zusammengetragen wird alles, was der Volksglaube und die Ketzerprozesse der vorhergehenden Jahrhunderte hergaben, und zu einem geschlossenen Lehrgebäude gefügt: Teufelspakt, Buhlschaft mit Dämonen, nächtlicher Flug, Schadenzauber an Vieh, Ernte und Menschen. Warum es Frauen trifft, begründen die Verfasser mit einer Kette abwegiger Behauptungen über die weibliche Natur, gestützt auf eine erfundene Wortherkunft; die Frauenfeindschaft des Buches ist selbst für seine Zeit auffällig.

Der zweite Teil beschreibt, was Hexen angeblich tun und wie man sich schützt – ein Katalog von Schadenszaubern samt Gegenmitteln. Der dritte Teil ist der folgenreichste, denn er ist eine Prozessordnung. Er erklärt Richtern Schritt für Schritt, wie zu verfahren sei: dass die Anzeige genügt, dass die Namen der Zeugen geheim bleiben, dass die Angeklagte keinen wirksamen Beistand erhält, wie die Folter anzuwenden, zu unterbrechen und am nächsten Tag als Fortsetzung – nicht als Wiederholung – anzusetzen sei, um die Regel zu umgehen, die mehrfache Folter verbot. Ein unter der Folter widerrufenes Geständnis gilt als Rückfall. Der Ausgang ist damit vorgezeichnet: Wer in dieses Verfahren gerät, kommt nicht mehr heraus.

Zusammengehalten wird das Ganze durch eine päpstliche Bulle, die Institoris dem Druck voranstellen ließ. Innozenz VIII. hatte ihm 1484 mit Summis desiderantes affectibus die Vollmacht bestätigt, im deutschen Sprachraum gegen Hexerei vorzugehen, und Widerstand aus Klerus und Bevölkerung unter Strafe gestellt. Genau diesen Widerstand hatte Institoris erlebt: Sein Prozess in Innsbruck war 1485 gescheitert, der Bischof hatte das Verfahren aufgehoben und ihn des Landes verwiesen. Das Buch ist auch die Antwort eines Gescheiterten, der beim nächsten Mal keinen Zweifel mehr zulassen wollte.

Einordnung

Der Hexenhammer erschien im richtigen Augenblick: Der Buchdruck war noch keine vierzig Jahre alt, und bis 1669 kamen etwa dreißig Auflagen heraus. Die Zustimmung der Kölner theologischen Fakultät, die vorn abgedruckt ist, hat Institoris nachweislich zurechtgebogen; ob Sprenger überhaupt mitgeschrieben hat, gilt heute als zweifelhaft. Die Forschung sieht das Buch nicht mehr als alleinigen Auslöser der Verfolgungen – die Höhepunkte lagen erst zwischen 1560 und 1630, viele Gerichte arbeiteten mit anderen Handbüchern. Aber es hat die verstreuten Vorstellungen zu einem Verbrechenstyp verschmolzen und ein Verfahren geliefert, das Geständnisse erzwang. In Europa wurden dann zwischen 40.000 und 60.000 Menschen als Hexen hingerichtet, überwiegend Frauen. Es gibt kaum ein zweites Buch, bei dem sich so genau zeigen lässt, was gedruckte Systematik anrichten kann, wenn Behörden sie befolgen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.