Terror und Traum. Moskau 1937
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Terror und Traum. Moskau 1937 |
| Autor(en): | Karl Schlögel |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Hanser |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 2008 |
| Seitenanzahl: | 811 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3446230815 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783446230811 |
| Schlagwörter: | Stalinismus, Großer Terror, Moskau, Raumgeschichte |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Rezensionen | |
Terror und Traum. Moskau 1937 erschien 2008. Karl Schlögel schreibt das Jahr des Großen Terrors nicht als Politbürogeschichte, sondern als Geschichte einer Stadt, in der Fest und Erschießung denselben Kalender teilen.
Inhalt
Schlögel ordnet das Jahr nach Räumen und Gleichzeitigkeiten. Moskau baut Metro und Allunionsausstellung, feiert Puschkin, schickt Flugzeuge über den Pol, zählt seine Einwohner – und die NKWD-Troikas unterschreiben Listen. Der Terror ist keine Nachtseite, die man von der Modernisierung abziehen könnte. Er ist in denselben Wochen, denselben Vierteln, oft in denselben Behörden.
Die Schauprozesse gegen Radek, Pjatakow, Bucharin liegen neben dem Alltag der Warteschlangen, der neuen Wohnungen, der Gorki-Park-Kultur. Schlögel benutzt Zeitungen, Adressbücher, Stadtpläne, Memoiren. Die Methode ist die des Spatium: Wer die Stadt liest, sieht, dass der stalinistische Traum von der neuen Welt und die Vernichtung der alten Kader nicht nacheinander kommen. Sie sind dasselbe Projekt in zwei Tempi.
Das Buch hat Helden ohne Heldentum: den Architekten, die Witwe, den Funktionär, der noch unterschreibt und bald selbst auf der Liste steht. 1937 wird so aus einem Datum der Politikgeschichte ein bewohnbares, unerträgliches Jahr. Schlögel moralisiert wenig. Er zeigt die Nähe, aus der das Unfassbare bestand.
Einordnung
Schlögel hat die deutsche Osteuropageschichte um die Raumgeschichte erweitert: nicht These zuerst, sondern Lage. Neben Bloodlands und den Totalitarismusanalysen von Arendt steht hier die Stadt als Beweisstück. Wer Stalinismus nur als Ideologie kennt, hat Moskau in diesem Jahr nicht betreten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.