Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts |
| Autor(en): | Houston Stewart Chamberlain |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Bruckmann |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1899 |
| Seitenanzahl: | 632 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | |
| ISBN-13/
EAN-Code: | |
| Schlagwörter: | Rassentheorie, Germanen, Antisemitismus, Bayreuth |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Ideologie |
| Rezensionen | |
Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts ist das 1899 in zwei Bänden erschienene kulturgeschichtliche Werk des in Deutschland lebenden Briten Houston Stewart Chamberlain. Es machte aus Gobineaus Versuch über die Ungleichheit der Menschenrassen eine Kampfschrift: Rasse sei nicht nur gegeben, sie sei zu erkämpfen.
Inhalt
Chamberlain ordnet die gesamte abendländische Geschichte seit Christus um einen einzigen Satz: Kultur komme von den Germanen, und alles, was ihr widerspreche, vom „jüdischen Geist“. Griechenland und Rom erscheinen als Vorstufen, das Mittelalter und die Reformation als germanische Selbstbehauptung, das 19. Jahrhundert als Entscheidung. Die Germanen – er rechnet die Slawen dazu, solange sie „unvermischt“ sind – stünden für Freiheit und selbständige Person; die Juden für Gesetz, Starrheit und Zersetzung. Der Gegensatz ist nicht nebenbei antisemitisch. Er trägt das ganze Buch.
Im Einzelnen argumentiert Chamberlain oft umständlich und belesen. Er kennt Quellen, er meidet den groben Schimpf, und Gobineau wirft er vor, Rasse als fertige Tatsache zu behandeln statt als Aufgabe. Genau dieser Einwand macht das Werk gefährlicher als das Vorbild. Wo Gobineau den Untergang für gekommen hält, ruft Chamberlain zur Reinigung auf. Kunst, Recht, Wissenschaft und Glauben werden durchgegangen und jeweils dem einen oder dem anderen Pol zugeschlagen. Jesus wird den Juden abgesprochen und zum Arier erklärt – ein Kunstgriff, der fromme Leser beruhigen und den Hass zugleich theologisch aufladen sollte.
Gelesen wurde das Buch vom Kaiser bis in die bürgerliche Wohnstube. Wilhelm II. ließ sich daraus vorlesen; in Bayreuth, wo Chamberlain Cosima Wagners Schwiegersohn war, gehörte es zum Hauskanon. 1923 besuchte ihn Hitler, damals noch ein Agitator von begrenzter Reichweite; Chamberlain erkannte in ihm den Vollstrecker und schrieb ihm das auch. Er starb 1927, sechs Jahre vor der Machtübernahme, und hat die letzte Konsequenz seiner Sätze nicht mehr erlebt.
Einordnung
Die Frage, wie ein so gebildet auftretendes Buch in offene Bestialität münden konnte, hat eine nüchterne Antwort: Wer Werte an eine Abstammung bindet, hört auf, die Abstammung an den Werten zu messen. Chamberlain liefert nicht den Fahrplan von Auschwitz, aber er liefert die Rangordnung, in der ein solcher Fahrplan denkbar wird – und er hat sie ins gebildete Deutsch übersetzt, nicht ins Pöbelhafte. Eine Neuausgabe ohne Apparat gehört deshalb nicht ins Regal; das Buch ist hier beschrieben, weil ohne es die geistige Vorgeschichte des Nationalsozialismus unverständlich bleibt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Claude Opus 5, Anthropic). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.