Zoologische Philosophie

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Jean-Baptiste de Lamarck· 1809· Sachbuch, Philosophie
Das Werk
Deutscher Titel: Zoologische Philosophie
Autor(en): Jean-Baptiste de Lamarck
Originaltitel: Philosophie zoologique
Originalsprache: französisch
Erstveröffentlichung: 1809
Schlagwörter: Entwicklung, Umwelt, Gewohnheit, Lebewesen
Sachgebiete: Sachbuch, Philosophie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Verlag Deutsch


Umfang dieser Ausgabe: 588 Seiten
ISBN: 9783808557365
Rezensionen
Umschlag

Zoologische Philosophie (französisch Philosophie zoologique) ist das 1809 in Paris erschienene Hauptwerk von Jean-Baptiste de Lamarck. Es ist einer der ersten durchgeführten Versuche, die Veränderung der Lebewesen in der Zeit als natürlichen Vorgang zu erklären. Das Leben hat eine fortschreitende Neigung zur Mannigfaltigkeit und zur verwickelteren Organisation; einfache Wesen können von selbst entstehen und sich zu verwickelteren Formen entwickeln. Die deutsche Ausgabe in drei Teilen im Verlag Deutsch hat den Text wieder greifbar gemacht.

Inhalt

Lamarck schreibt gegen die Lehre von der Unveränderlichkeit der Arten und gegen die Vorstellung, zwischen belebter und unbelebter Natur bestehe ein grundsätzlicher Bruch. Die Umwelt wirkt dauernd auf alle Lebewesen und formt ihre Gestalt, sodass spätere Geschlechter besser angepasst sind. Der Übergang geschieht in unmerklich kleinen Schritten; bisherige Forscher haben ihn übersehen, weil er so langsam abläuft, dass er in einem Menschenleben nicht sichtbar wird. Arten, Gattungen und Familien sind menschliche Zutat; wirklich sind nur die Einzelwesen. Es gibt keine Idealform und kein Muster der Art. Die Veränderung ist ein natürlicher Vorgang der Selbstordnung, vor allem in der formbaren Jugend.

An der Wirkung des Gebrauchs entfaltet sich die Behauptung, die später nach ihm benannt wurde, obwohl das Buch breiter ist als diese eine Lehre. Organe, die eine Lage häufig verlangt, verstärken sich; ungenutzte schwächen sich und können schwinden. Die so erworbene Veränderung geht auf die Nachkommen über. Wie die Umwelt die Form erreicht und wie die Weitergabe geschieht, kann Lamarck nicht erklären: eine Lehre der Vererbung gab es zu seinen Lebzeiten nicht. Die Höherentwicklung ist nicht auf ein Ziel gerichtet; zufällige Änderungen bleiben möglich. Der Organismus folgt den Anforderungen des Lebensraums und ordnet sich um, ohne einen Plan außerhalb seiner selbst. Zwischen Physik und Lebewesen besteht kein Widerspruch, nur ein Unterschied der Zusammensetzung.

Unsicher wird das Buch, wo die langsame Anpassung als Erklärung für alle Mannigfaltigkeit dienen soll und die Weitergabe erworbener Eigenschaften unbelegt bleibt. Lamarck hat keine Zeiträume der Erdgeschichte, die seiner Langsamkeit genügen würden, in der späteren Präzision, und keine Einheiten der Vererbung. Die Kritik nach Charles Darwin hat daraus oft nur die Irrlehre vom vererbten Gebrauch gemacht und den Entwurf einer natürlichen, ziellosen Entwicklung übersehen. Das Buch selbst schwankt zwischen der Tendenz zur verwickelteren Organisation und dem Einspruch, es handle sich nicht um ein Ziel. Wer die Philosophie zoologique als Vorläufer liest, muss diesen Zwiespalt stehenlassen: Fortschritt ohne Vorsehung, Anpassung ohne erkennbaren Träger der Erblichkeit.

Einordnung

1809, im Jahr von Darwins Geburt, steht das Buch am Beginn einer Biologie, die Arten nicht mehr als feste Münzen der Schöpfung nimmt. Die Entstehung der Arten von 1859 hat Lamarck nicht widerlegt, indem sie ihn erwähnte, sondern indem sie die natürliche Auslese an die Stelle des gebrauchsbedingten Übergangs setzte und die gemeinsame Abstammung mit einem anderen Mechanismus versah. Der sogenannte Lamarckismus wurde im 19. und 20. Jahrhundert zur Gegenposition, oft grober als der Text.

Neben Buffons Naturgeschichte und späteren Entwicklungslehren bleibt die Zoologische Philosophie das Dokument, in dem die Zeit in die Lebewesen einzieht, ohne schon die Auswahl durch den Kampf ums Dasein zu kennen. Wer über Artwandel, Umwelt und die Versuchung spricht, erworbene Eigenschaften zu vererben, hat hier den klassischen Ort – und den Beleg, dass eine richtige Intuition der Langsamkeit eine falsche Physiologie der Weitergabe nicht trägt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.

Später durchgesehen: Ein zweites KI-Sprachmodell hat den Text geprüft und einzelne Formulierungen berichtigt (Grok 4.6, xAI). Bestand, Auswahl und Ausgabendaten blieben dabei unverändert; welche Sätze geändert wurden, zeigt die Versionsgeschichte.