Zimmer mit Aussicht
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Zimmer mit Aussicht |
| Autor(en): | E. M. Forster |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1908 |
| Seitenanzahl: | 336 Seiten |
| Originaltitel: | A Room with a View |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 359690577X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596905775 |
| Schlagwörter: | Florenz, Konvention, Liebe, England |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Zimmer mit Aussicht ist der 1908 erschienene Roman von E. M. Forster, im Original A Room with a View. Eine junge Engländerin reist nach Florenz, bekommt nicht das versprochene Zimmer mit Blick auf den Arno und gerät an Menschen, die das Anstandsreglement ihrer Schicht nicht teilen. Forster schreibt eine Gesellschaftskomödie, in der Italien die Sinne weckt und England sie wieder einsperrt, bis die Heldin sich entscheiden muss. Der Band gehört zu den lesbarsten Büchern des edwardianischen Romans: heiter, genau, und unter der Heiterkeit ernst. Die Verfilmung von 1985 hat den Titel zum Inbegriff einer Italiensehnsucht gemacht, die das Buch ironisiert, ohne sie zu verachten.
Inhalt
Lucy Honeychurch logiert mit der älteren Cousine Charlotte Bartlett in der Pension Bertolini in Florenz. Die beiden haben Zimmer zum Hinterhof; die Herren Emerson und sein Sohn George bieten den Tausch an, weil sie die Aussicht auf den Fluss für entbehrlich halten. Charlotte wittert Ungehörigkeit, nimmt das Angebot nach Vermittlung des Geistlichen Beebe dennoch an. Lucy spielt Klavier, sieht in Santa Croce die Fresken nicht, weil der Baedeker fehlt, und wird Zeugin eines Mordes auf der Piazza. George, der dabeisteht, fängt sie auf, als ihr schwindlig wird, und wirft die blutigen Photographien in den Arno. Charlotte konstruiert aus der Nähe eine Gefahr für Lucys Ruf.
Bei einer Ausfahrt nach Fiesole küsst George Lucy in einem Feld, nachdem ein Kutscher das Wort für Liebe ausgerufen hat. Charlotte unterbricht, die Reisegruppe löst sich auf, Lucy und Charlotte reisen nach Rom. Zurück in Surrey, in Windy Corner, verlobt sich Lucy mit Cecil Vyse, einem gebildeten, spöttischen Londoner, der sie wie eine Figur in einem Zimmer mit Aussicht betrachtet – als Besitz, der gut steht. Die Emersons mieten überraschend ein Haus in der Nachbarschaft. George sagt Lucy, Cecil liebe sie nicht so, dass er sie leben lasse; Lucy kündigt die Verlobung, behauptet aber, sie werde niemanden heiraten, und plant eine Reise nach Griechenland, um der Wahrheit auszuweichen.
Charlotte, die den Kuss in Florenz geheimhalten sollte, hat ihn weitergetragen; der alte Emerson spricht mit Lucy in Beebes Pfarrhaus und sagt ihr, sie liebe George und lüge sich in ein standesgemäßes Leben. Lucy gibt nach. Der Roman schließt in Florenz, im Zimmer mit Aussicht: Lucy und George sind verheiratet, die Pension ist dieselbe, und ein Brief Charlottes deutet an, dass die Anstandsdame das Paar heimlich begünstigt haben mag. Forster lässt den versöhnlichen Schluss stehen, ohne die Gesellschaft zu bekehren; gerettet ist ein Paar, nicht eine Ordnung. Die Ironie bleibt höflich und trifft trotzdem.
Einordnung
Forster hat vor Auf der Suche nach Indien in diesem Buch die englische Mittelklasse bei der Bildungsreise beobachtet: Baedeker, Pension, Klavier, die Angst vor dem falschen Bekannten. Italien ist nicht Kulisse, sondern Gegenprobe; wer dort küsst, muss in Surrey Rede stehen. Gegen die Härte von Sturmhöhe und gegen die Gouvernantenexistenz in Jane Eyre setzt Forster die Komödie einer jungen Frau, die spielen und wählen lernt. Die Figuren tragen sprechende Namen und bleiben doch beweglich: Charlotte ist eng und zuletzt undurchsichtig, Cecil ist klug und lieblos, George ist ungelenk und wahr.
James Ivorys Film von 1985 mit Helena Bonham Carter, Maggie Smith und Julian Sands hat den Roman zum Inbegriff kostümierter Zärtlichkeit gemacht und die Ironie in Schönheit aufgelöst. Das Buch ist schärfer: Es verspottet den Baedeker, den Kuss als Skandal und die Ehe als Möbelstück. Forster, der später offen über gleichgeschlechtliche Liebe schrieb, hat hier noch die heterosexuelle Konvention als Gefängnis gezeichnet, aus dem ein Paar in ein Zimmer mit Blick entkommt. Wer das Buch für eine bloße Liebesgeschichte in Italien hält, hat Cecil Vyse nicht zugehört, der Lucy zur Aussicht macht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
