Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung |
| Autor(en): | Mao Zedong |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Verlag Neuer Weg |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1964 |
| Seitenanzahl: | 370 Seiten |
| Originaltitel: | Mao zhuxi yulu |
| Originalsprache: | chinesisch |
| ISBN-10: | 3880212376 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783880212374 |
| Schlagwörter: | Kulturrevolution, Personenkult, Propaganda, China |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Politik |
| Rezensionen | |
Die Worte des Vorsitzenden Mao Tse-tung, im Westen Mao-Bibel genannt, sind eine 1964 zusammengestellte Sammlung von Zitaten Mao Zedongs. Sie war das Requisit der Kulturrevolution und ist eines der meistgedruckten Bücher der Welt.
Inhalt
Neues steht nicht darin, und das ist der Punkt. Das Buch versammelt 427 Zitate aus Reden und Aufsätzen Maos, geordnet unter 33 Überschriften wie Die Kommunistische Partei, Krieg und Frieden, Die Jugend oder Kultur und Kunst. Die Stücke stammen überwiegend aus den Jahren zwischen 1927 und 1949, aus Bürgerkrieg und Guerilla, und sie behalten diesen Ton: Eine Revolution sei kein Gastmahl, kein Aufsatzschreiben, kein Bildermalen oder Deckchensticken. Herausgelöst aus den Lagen, in denen sie gesprochen wurden, klingen sie nicht mehr wie Anweisungen für einen bestimmten Tag, sondern wie zeitlose Wahrheiten – genau darin liegt ihre Brauchbarkeit.
Zusammengestellt wurde die Sammlung zunächst nur für die Volksbefreiungsarmee; die Zitate waren zuvor in deren Zeitung erschienen. 1965 kam eine Neuausgabe mit einem Vorwort des Verteidigungsministers Lin Biao heraus, und ab 1966 wurde daraus im Rahmen der Kulturrevolution ein Buch für alle. Auch seine äußere Gestalt war Programm: klein genug für die Brusttasche, in leuchtend rotem Plastikeinband – Rot steht in China seit jeher für Freude. Das Bändchen wurde zum Ausweis. Wer es nicht bei sich trug, machte sich verdächtig; Millionen lernten Passagen auswendig, dem Rezitieren wurde zeitweise eine fast heilende Wirkung zugeschrieben.
Damit wurde aus einem Zitatenbuch ein Werkzeug. Die Roten Garden schlugen es bei Kampfsitzungen auf, um Lehrer, Ärzte, Beamte oder die eigenen Eltern mit Maos eigenen Worten des Verrats zu überführen – wer widersprach, widersprach nicht einem Mitschüler, sondern dem Vorsitzenden. Für jede Anklage ließ sich ein passender Satz finden, und der Zusammenhang, aus dem er stammte, war ja weggeschnitten. Die Auflagen sind kaum zu überblicken; Schätzungen reichen von einer Milliarde aufwärts, womit das Buch nach der Bibel zu den meistgedruckten überhaupt zählt.
Einordnung
Die Kulturrevolution, die dieses Buch begleitete, kostete nach heutigen Schätzungen ein bis zwei Millionen Menschen das Leben, zerstörte einen großen Teil der überlieferten Kultur des Landes und beraubte eine Generation ihrer Ausbildung. Nach Lin Biaos Sturz 1971 und Maos Tod 1976 verschwand das rote Büchlein fast über Nacht, die Bestände wurden eingestampft; die Partei selbst nannte die Kulturrevolution später einen schweren Fehler. Übrig bleibt ein Lehrstück darüber, was geschieht, wenn Sätze aus ihrer Lage gelöst und zu Losungen erklärt werden – und darüber, dass ein Buch nicht gefährlich sein muss, um gefährlich zu wirken. Gefährlich war der Gebrauch, den man davon machte.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Claude Opus 5, Anthropic). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.