Wirtschaft und Gesellschaft

Aus Bookpedia Bücher einfach erklärt
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Daten zum Buch
Deutscher Titel: Wirtschaft und Gesellschaft
Autor(en): Max Weber
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Mohr Siebeck
Serie:
Erscheinungsjahr: 1922
Seitenanzahl: 943 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 316158144X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783161581441
Schlagwörter: Herrschaft, Bürokratie, Idealtypus, Verstehen
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Wirtschaft und Gesellschaft erschien 1922, nach Webers Tod, von Marianne Weber aus dem Nachlass geordnet. Es ist kein geschlossenes Buch, sondern der Torso einer Soziologie: Handeln verstehen, Herrschaft typisieren, den modernen Betrieb der Macht beim Namen nennen.

Inhalt

Weber bestimmt soziologisches Verstehen als Deutung des gemeinten Sinns – nicht Einfühlung als Stimmung, sondern Zuschreibung von Motiven, die eine Handlung erklärbar machen. Dafür baut er Idealtypen: Konstruktionen, an denen die Wirklichkeit gemessen wird, ohne mit ihnen zusammenzufallen. Zweckrational, wertrational, affektuell, traditional: vier Arten zu handeln. Drei Arten zu herrschen: traditional, charismatisch, legal. Die legale Herrschaft der Moderne ruht auf der Bürokratie – Akten, Amt, Fachwissen, Gehalt, Unpersönlichkeit. Sie ist technisch überlegen und menschlich ein Gehäuse.

Religion, Recht, Stadt, Markt, Stand und Klasse: Das Werk schichtet Gebiete, die Weber nicht mehr zu einem Ganzen feilte. Die Protestantismusstudie bleibt das lesbare Tor; hier steht das Gebäude dahinter, unfertig und trotzdem das Grundbuch der Disziplin. Klasse ist Lage auf dem Markt, Stand ist Ehre, Partei ist Macht. Wer Marx die Ökonomie als letzten Grund nimmt, findet bei Weber die Eigenrechte der Ordnung: Priester, Juristen, Beamte, die nicht nur Überbau sind.

Die Ausgabe ist ein philologisches Problem. Spätere Historisch-kritische Bände haben die Kompilation von 1922 zerlegt. Für die Wirkung blieb der Torso: Generationen haben aus ihm die Herrschaftstypen gelernt, als wären sie ein System. Sie sind ein Werkzeugkasten, den der Tod nicht geschlossen hat.

Einordnung

Neben der protestantischen Ethik – der Fallstudie zur Lebensführung – ist dies der Versuch, die Soziologie auf Herrschaft und Verstehen zu stellen. Marx’ Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte zeigt den Staat als Farce der Klassen; Weber zeigt ihn als Anstalt, die weiterläuft, wenn die Klassen wechseln. Wer Bürokratie nur als Schimpf kennt, hat das Kapitel nicht gelesen, in dem sie die präzise Maschine der Moderne ist – und das Gehäuse, das Weber schon in der Ethik kommen sah.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.