Wir alle spielen Theater

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Wir alle spielen Theater
Autor(en): Erving Goffman
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Piper
Serie:
Erscheinungsjahr: 1959
Seitenanzahl: 251 Seiten
Originaltitel: The Presentation of Self in Everyday Life
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3492238912
ISBN-13/

EAN-Code:

9783492238915
Schlagwörter: Rolle, Bühne, Gesicht, Alltag
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Rezensionen
Umschlag

Wir alle spielen Theater. Die Selbstdarstellung im Alltag (englisch The Presentation of Self in Everyday Life) ist die 1959 erschienene Untersuchung von Erving Goffman. Der Alltag ist eine Bühne, und wer auftritt, spielt – nicht weil er lügt, sondern weil Gesellschaft ohne Darstellung nicht stattfindet.

Inhalt

Goffman leiht sich das Vokabular des Theaters, um zu beschreiben, was in Hotelhallen, Arztpraxen, Wohnungen und Büros geschieht. Es gibt eine Vorderbühne, auf der der Auftritt für ein Publikum bestimmt ist, und eine Hinterbühne, auf der die Maske sitzt, der Kellner flucht, die Verkäuferin sich anders hält. Die Mitspieler halten gemeinsam ein Bild aufrecht: die Familie vor den Gästen, die Klinik vor den Kranken. Wer aus der Rolle fällt, gefährdet nicht nur sich, sondern die Vorstellung aller.

Das Gesicht, das gewahrt werden muss, ist kein privates Inneres, sondern ein sozialer Kredit. Beleidigung, Peinlichkeit, der kleine Zusammenbruch der Form: Goffman liest sie als Störungen einer Ordnung, die laufend repariert wird – durch Übersehen, Entschuldigung, Humor, den geordneten Rückzug. Der Einzelne steuert den Eindruck, den andere von ihm gewinnen, mit Kulissen, Kleidung, Stimme, Abstand. Das ist keine Theorie der Lüge. Es ist eine Theorie der Arbeit, die es kostet, als jemand zu erscheinen.

Das Material stammt aus Beobachtung, Anekdote, der Insel Shetland, auf der Goffman geforscht hat, und aus der amerikanischen Mittelklasse der fünfziger Jahre. Der Ton ist kühl, witzig, ohne Pathos. Wer eine Seele hinter der Rolle sucht, wird enttäuscht: Goffman bleibt bei dem, was zwischen den Menschen sichtbar wird. Die Moral steckt in der Genauigkeit. Sobald man die Bühne sieht, sieht man, wie viel Einverständnis nötig ist, damit der Alltag nicht zusammenbricht.

Einordnung

Das Buch hat die Soziologie des Alltags begründet und der Rollenrede den Ernst genommen, den sie in der Umgangssprache verloren hatte. Neben Foucaults Überwachen und Strafen steht es als Analyse einer Macht, die nicht einsperrt, sondern den Auftritt formt: Hier die Disziplin der Anstalt, dort die Höflichkeit der Begegnung. Die spätere Debatte über das Netz hat Goffmans Vorder- und Hinterbühne wörtlich genommen, oft als Rezept für den Auftritt. Die Stärke liegt woanders: in der Behauptung, dass wir uns nicht hinter der Rolle verstecken – wir sind die Arbeit an ihr.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.