Was vom Tage übrigblieb
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Was vom Tage übrigblieb |
| Autor(en): | Kazuo Ishiguro |
| Originaltitel: | The Remains of the Day |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1989 |
| Schlagwörter: | Butler, Würde, England, Versäumnis |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | btb
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| Umfang dieser Ausgabe: | 287 Seiten |
| ISBN: | 9783442733095 |
| Verweise | |
Was vom Tage übrigblieb ist der 1989 erschienene Roman von Kazuo Ishiguro, im Original The Remains of the Day. Ein alter Haushofmeister fährt durch das England der Nachkriegszeit und erinnert sich an ein Leben, das er für Würde gehalten hat. Ishiguro erhielt im Jahr der Erstveröffentlichung den Bookerpreis; 2017 kam der Nobelpreis für Literatur. Die Stimme ist höflich, umständlich und genau – und merkt nicht, was sie verschweigt. James Ivorys Film mit Anthony Hopkins und Emma Thompson hat das Buch einem großen Publikum zugänglich gemacht, ohne die Kälte dieser Selbsttäuschung aufzulösen.
Inhalt
Im Sommer 1956 verlässt Stevens, Haushofmeister auf Darlington Hall, zum ersten Mal für mehrere Tage das Haus. Der neue amerikanische Eigentümer Mr Farraday hat ihm den Wagen angeboten, und Stevens nimmt den Vorwand, die ehemalige Haushälterin Miss Kenton zu besuchen, die ihm geschrieben hat. Die Fahrt durch die Westländer wird zur Prüfung: Er verläuft sich, der Wagen streikt, Fremde reden ihn an, und er muss erklären, wer er sei. Unterwegs erzählt er sich selbst die Geschichte seines Dienstes, als wäre Würde eine Technik, die man vorweisen kann. Was er nicht sagt, steht zwischen den Sätzen.
In den zwanziger und dreißiger Jahren diente Stevens dem Lord Darlington, einem Mann von Stand, der internationale Tagungen ausrichtete und dabei der Beschwichtigungspolitik gegenüber Hitler das Haus öffnete. Stevens hält das für Staatsvernunft und weist zwei jüdische Dienstmädchen auf Darlingtons Geheiß hinfort. Während einer großen Konferenz stirbt sein Vater, selbst ein Diener alten Schlags, im oberen Stock; Stevens bleibt unten am Buffet, weil der Abend keine Unterbrechung duldet. Miss Kenton, die das Haus zusammenhält und ihn liebt, ohne dass er es gelten lässt, kündigt, heiratet und geht. Stevens nennt das Professionalität. Die Politik des Hauses nennt er nicht beim Namen.
Am Ziel trifft er Miss Kenton, jetzt Mrs Benn, in einem Teehaus. Sie wird bei ihrem Mann bleiben; die Sehnsucht, von der Stevens in ihrem Brief gelesen haben wollte, war seine Erfindung. Auf der Pier von Weymouth, am Abend, sitzt er neben einem Fremden und weint, kurz, fast unbemerkt. Was vom Tage übrig ist, will er dem neuen Herrn geben: Er will das Necken lernen, das Farraday von ihm erwartet, und weiter dienen. Der Roman schließt nicht mit einer Einsicht, die das Leben wendete, sondern mit dem Entschluss, die Maske besser zu tragen.
Einordnung
Ishiguro hat den unzuverlässigen Erzähler nicht als Trick benutzt, sondern als Ethik. Stevens’ Sprache – Umschweife, Rangordnung, das Wort Würde – ist dasselbe Instrument, mit dem die englische Oberschicht ihre Nähe zum Faschismus als Anstand erzählte. Der Roman gehört zu den genauen Büchern über Dienst und Klasse, weil er den Diener nicht zum heimlichen Richter macht: Stevens bleibt Komplize, auch wo er leidet. Die Tagungen auf Darlington Hall sind keine ferne Episode, sondern die Probe, ob Anstand noch ein Maß hat, wenn er den Falschen deckt. Neben der Ironie steht Trauer, und beides gehört derselben Stimme.
Der Film von 1993 hat Gesichter und Landschaften geliefert, die das Buch nicht braucht und die ihm trotzdem nicht widersprechen. Im Jahr 2015 setzten internationale Kritiker den Originaltitel unter die bedeutendsten britischen Romane. Ishiguro hat später andere Diener und andere Häuser geschrieben; keines ist so genau in der Kunst, das Versäumnis als Pflicht zu erzählen. Wer nach ihm über Erinnerung spricht, spricht oft hinter diesem Band: hinter der Entdeckung, dass Höflichkeit ein Versteck sein kann. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Hermann Stiehl aus dem Englischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
