Vom Sein zum Werden

Ilya Prigogine · 1979 · Sachbuch, Naturwissenschaft


Das Werk
Deutscher Titel: Vom Sein zum Werden
Autor(en): Ilya Prigogine
Originaltitel: From Being to Becoming
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1979
Schlagwörter: Irreversibilität, Ordnung, Zeit, Dissipation
Sachgebiete: Sachbuch, Naturwissenschaft
Greifbare Ausgabe
Verlag: Piper


Umfang dieser Ausgabe: 248 Seiten
ISBN: 9783492112598
Verweise


Vom Sein zum Werden ist die deutsche Fassung von Ilya Prigogines 1979 erschienenem From Being to Becoming. Die Thermodynamik des Ungleichgewichts wird zur Erzählung: Ordnung entsteht, wo Energie durchs System fließt, nicht wo das Gleichgewicht den Stillstand meint.

Inhalt

Prigogine stellt die umkehrbare Mechanik – das Sein der Bahnen, die vorwärts und rückwärts dieselbe Physik haben – gegen den zweiten Hauptsatz, der eine Richtung setzt. Fern vom Gleichgewicht, in offenen Systemen, die Energie und Stoff tauschen, entstehen dissipative Strukturen: die chemische Uhr, die Konvektionszellen, Muster, die sich erhalten, indem sie durchsetzen. Das Leben ist ein Fall dieser Physik, nicht ihre Ausnahme. Boltzmann hatte die Entropie als Wahrscheinlichkeit; Prigogine nimmt die Irreversibilität als produktiv. Die Zeit der Physik bekommt eine Pfeilrichtung, die die klassische Mechanik nicht hatte.

Das Buch ist Vorlesung und Essay. Formeln stehen neben der Behauptung, dass die Naturwissenschaft das Werden unterschlagen habe, weil sie das Sein der Bahnen zum Maß machte. Die Kritik hat zu viel Philosophie in der Thermodynamik gesehen; Prigogine braucht die Philosophie, weil die Frage nach der Zeit keine reine Rechenfrage ist. Der Nobelpreis von 1977 gilt den Strukturen; dieses Buch gilt der Deutung. Der Ton ist belgisch-französisch, öffentlich, zuversichtlich, dass die Physik des Werdens die Kultur umstellt, die noch in Gleichgewichten denkt.

Unsicher bleibt, wie weit die Metapher der Selbstorganisation trägt, sobald sie die Gesellschaft erklärt. Prigogine und Stengers haben das später in Dialog mit der Natur ausgeweitet; hier bleibt die Physik der Kern. Wer nur das Chaos als Mode sucht, unterschlägt die dissipativen Strukturen. Wer nur den Nobelpreis meint, unterschlägt, dass hier die Zeit der Wärme gegen die Zeit der Bahnen gesetzt wird. Ludwig Boltzmanns Vorlesungen über Gastheorie bleiben die Voraussetzung; Prigogine kehrt die Irreversibilität vom Mangel zum Ursprung der Form.

Einordnung

Das Buch hat der Thermodynamik eine öffentliche Philosophie des Werdens gegeben und der Selbstorganisation das Vokabular der siebziger und achtziger Jahre. Neben Boltzmann und neben der Kybernetik steht es als Physik offener Systeme. Wer nach 1979 Ordnung sagt und Fließgleichgewicht meint, nicht starres Sein, spricht Prigogine – auch dort, wo die Formeln knapper sind als die Deutung.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.