Vivian Maier. A Photographer's Life and Afterlife
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Vivian Maier. A Photographer's Life and Afterlife |
| Autor(en): | Pamela Bannos |
| Originaltitel: | Vivian Maier. A Photographer's Life and Afterlife |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2017 |
| Schlagwörter: | Fotografie, Nachlass, Besitz, Legende |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Kunstgeschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | University of Chicago Press
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| Umfang dieser Ausgabe: | 352 Seiten |
| ISBN: | 9780226470757 |
| Verweise | |
Vivian Maier. A Photographer's Life and Afterlife ist die 2017 bei der University of Chicago Press erschienene Untersuchung von Pamela Bannos über die Fotografin Vivian Maier und über das, was nach ihrem Tod aus dem Nachlass wurde. Eine deutsche Ausgabe liegt nicht vor. Bannos schreibt weniger gesellschaftliche Reportage als eine Geschichte darüber, wer das Leben einer verstorbenen Künstlerin erzählen, ihr Werk besitzen und mit ihm Geld verdienen darf.
Inhalt
Bannos kehrt die Legende um, die den Markt getragen hat. Maier, 1926 in New York geboren, fotografierte jahrzehntelang auf Straßen, in Selbstporträts im Spiegel und Schaufenster, zeigte fast nichts, lebte als Kinderfrau, starb 2009, ohne den Hype um ihre Negative noch mitzubekommen. Die gängige Erzählung macht aus ihr die geniale Kinderfrau, die im Geheimen Meisterwerke schuf. Bannos sagt das Gegenteil: Maier war Fotografin, die sich als Kinderfrau ernährte. Der Unterschied ist Autorschaft. Wer die Kinderfrau zum Wunder erklärt, darf über das Werk verfügen, als hätte niemand darüber bestimmt. Wer die Fotografin anerkennt, muss fragen, ob sie Veröffentlichung, Zuschnitt und Verkauf gewollt hätte.
Das Buch ist Detektivarbeit und Medienkritik. Bannos liest Passagierlisten, Stellenanzeigen, die Negative selbst, die Art, wie Maier belichtete, beschnitt, ablegte. Sie stellt das Nachleben daneben: Auktionen, Filme, Bücher, die Männer, die Speicher ersteigerten und eine Marke bauten. Gegen Addarios öffentliche Zeugenschaft setzt Bannos die Frau, die nicht gesehen werden wollte. Gegen Penroses Archiv des Sohnes, das Miller rettet, indem es sie zeigt, setzt sie den Nachlass ohne Erben, der zur Beute wird. Die Straßenfotografie Maiers ist in diesem Band nicht der Beweis einer verkannten Größe, sondern das Material einer Lebensform, die Sichtbarkeit verweigerte.
Unsicher wird das Buch, wo die Rettung Maiers vor dem Markt selbst eine Deutungshoheit beansprucht und wo aus der Abwesenheit der Stimme eine Stimme der Biographin wird. Bannos weiß, dass sie an Maiers Stelle spricht, und arbeitet mit dieser Schuld. Die Stärke ist die Hartnäckigkeit gegen die rührende Entdeckungsgeschichte. Wer nur das Wunder der Truhe will, hat den Handel nicht gesehen. Wer nur den Handel anklagt, unterschlägt die Bilder, ohne die der Handel nicht entstünde – und ohne die Maier unsichtbar bliebe, was sie zu Lebzeiten eingerichtet hat.
Einordnung
2017 ist der Band die notwendige Gegenlektüre zu jeder Feier der posthumen Entdeckung, weit über Maier hinaus. Er steht neben den Bildbänden und Filmen, die den Mythos der Kinderfrau nährten, und neben einer Debatte über Nachlässe, in der Besitz, Gender und Markt denselben Streit führen. In Gegenbilder ist es die Gegenlektüre des Pfads: Sichtbarkeit ist nicht schon Emanzipation. Nachbarschaft hat das Buch zu einer Kunstgeschichte, die Frauen im Archiv nachträgt, ohne zu fragen, wem das Nachtragen nützt. Wer nach Bannos Maier als rührenden Fund erzählt, hat das Nachleben nicht gelesen.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Gegenbilder (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
