Verstand und Gefühl
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Verstand und Gefühl |
| Autor(en): | Jane Austen |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Reclam |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1811 |
| Seitenanzahl: | 430 Seiten |
| Originaltitel: | Sense and Sensibility |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3150078369 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783150078365 |
| Schlagwörter: | Schwestern, Heirat, Vernunft, Empfindsamkeit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Verstand und Gefühl von Jane Austen erschien 1811 anonym als erstes gedrucktes Buch der Autorin, nach Jahren des Umschreibens aus einem älteren Briefroman. Der englische Titel stellt Sinn und Empfindsamkeit gegeneinander; die deutsche Übertragung hat daraus Verstand und Gefühl gemacht, was die Schwestern Elinor und Marianne Dashwood auf zwei Temperamente festlegt. Austen, die selbst unverheiratet blieb, erzählt, wie Liebe, Geld und Anstand auf dem Land in Devonshire und in London ineinandergreifen. Wer nur die spätere Stolz und Vorurteil kennt, trifft hier die schärfere Lehre: Gefühl ohne Urteil gefährdet, Urteil ohne Gefühl erstarrt, und beide Schwestern müssen nachgeben.
Inhalt
Nach dem Tod des Vaters erbt der Halbbruder John Norland; seine Frau Fanny drängt die Stiefmutter und die drei Töchter in ein bescheidenes Haus, das Sir John Middleton in Devonshire gewährt. Elinor hat sich mit Edward Ferrars verstanden, Fannys Bruder, der still und unsicher ist. Marianne verliebt sich stürmisch in den jungen John Willoughby, der sie mit Shakespeare und Spaziergängen gewinnt. Er erweist sich als Haarlockendieb und als Mann ohne Mittel und ohne Treue. Der ältere Oberst Brandon, der Marianne liebt und von ihr als zu ernst abgetan wird, kennt Willoughbys Vergangenheit: ein verführt gelassenes Mündel, ein Kind, eine Schuld, die der Charme nicht tilgt.
In London wartet Marianne auf Willoughby; er schneidet sie auf einem Ball und erklärt schriftlich, gebunden zu sein. Er heiratet die reiche Miss Grey. Marianne bricht zusammen, erkrankt lebensgefährlich in Clevelands Haus; Brandon holt die Mutter, Elinor wacht. Edward, so erfährt Elinor schon früher, ist heimlich mit der dürftigen Lucy Steele verlobt, ein Versprechen aus Unreife. Elinor trägt das Wissen allein, tröstet Lucy, schweigt gegen Marianne. Als die Verlobung öffentlich wird, enterbt Mrs. Ferrars den Sohn; der jüngere Bruder Robert heiratet am Ende Lucy, die den Vorteil wechselt. Edward, frei und arm, kommt nach Barton, Elinor weint zum ersten Mal vor anderen, und sie heiraten.
Marianne überlebt die Krankheit als eine, die das Gefühl nicht abschafft, aber zügelt. Sie heiratet Brandon, achtunddreißig, gütig, reich an Land und an erlittener Geschichte. Die jüngste Schwester Margaret bleibt Randfigur; die Mutter hat wenig Macht, sobald das Erbe am Mann hing. Austen verteilt Ironie auf alle: auf Fannys Habgier, auf Mrs. Jennings' Kuppelei, auf die Geschwätzigkeit der Palmers, auf Mariannes Verachtung für Konvention, die sie schutzlos macht. Elinors Verstand ist keine Kälte, sondern Arbeit: sie rechnet, schweigt, hält den Haushalt und das Herz der Schwester, bis die Wahrheit sie selbst trifft.
Einordnung
Austen hat den empfindsamen Roman des achtzehnten Jahrhunderts – Richardson, Sterne, die Tränen Mariannes – in eine Moral der Wahrnehmung überführt. Wer fühlt, muss auch sehen; wer sieht, muss fühlen dürfen. Die erste Veröffentlichung trug den Zusatz, eine Dame habe geschrieben; der Erfolg erlaubte die nächsten Bücher. Verfilmungen, voran Ang Lees Fassung mit Emma Thompson und Kate Winslet, haben Willoughby schöner und Brandon weicher gemacht. Der Text bleibt bei Geldsummen, Erbrechte, dem Preis einer Kutsche nach London.
Neben Jane Eyre und neben Austens eigenem späteren Werk steht hier das Schwesternbuch, das Temperament zur gesellschaftlichen Gefahr erklärt, ohne es zu verhöhnen. Deutsche Titel schwankten zwischen Verstand und Gefühl und Sinn und Sinnlichkeit; Reclam hält die nüchterne Formel. Wer Austen nur als Heiratsordnung liest, verfehlt Elinors Schweigen, das eine ganze erste Hälfte trägt. Es kommt nicht darauf an, dass die Vernünftige den Pfarrer bekommt, sondern dass beide Schwestern lernen, was die andere schon hatte, und dass Willoughby nicht zur Strafe verarmt, sondern reich und unglücklich weiterlebt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
