Unvollständiges Werk über Matthäus
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Unvollständiges Werk über Matthäus |
| Autor(en): | Pseudo-Chrysostomos |
| Originaltitel: | Opus imperfectum in Matthaeum |
| Originalsprache: | lateinisch |
| Erstveröffentlichung: | 500 |
| Schlagwörter: | Matthäus, Arianer, Auslegung, Chrysostomos |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Theologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | InterVarsity Press
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| Umfang dieser Ausgabe: | 240 Seiten |
| ISBN: | 9780830829019 |
| Verweise | |
Das Unvollständige Werk über Matthäus (lateinisch Opus imperfectum in Matthaeum) ist ein lateinischer Kommentar zum Matthäusevangelium, der fälschlich Johannes Chrysostomos zugeschrieben wurde. Unvollständig heißt er, weil zwei große Lücken klaffen und die Auslegung nach Kapitel 25 abbricht: Passion und Ostern fehlen. Der anonyme Verfasser, ein Kleriker des fünften Jahrhunderts, schrieb lateinisch, benutzte die Vulgata, beherrschte aber Griechisch. Entstanden ist der Text vermutlich in einer Kontaktzone beider Sprachen, etwa auf dem Balkan, vor oder unter Kaiser Theodosius II. Das Buch zählt, weil das Mittelalter darin den goldenen Mund hörte und die Neuzeit einen Arianer entdeckte.
Inhalt
Der Kommentar ist gegen eine bloß erbauliche Lesung des Evangeliums geschrieben und gegen die Vorstellung, orthodoxe Lehre müsse jeden Satz durchdringen. Der Verfasser legt Matthäus Vers für Vers aus, mit griechischen Lehnwörtern und mit einer Strenge, die später den Namen Chrysostomos glaubhaft machte. Arianische Sätze stehen nicht als Programm über dem Ganzen, sondern an einzelnen Stellen. Zu Matthäus 8,9 ist der Sohn geringer als der Vater; im Gleichnis vom Hausherrn und Verwalter (Matthäus 20,8) wiederholt sich die Unterordnung; zu Matthäus 20,23 bezieht der Sohn seine Vollmacht vom Vater; zu Matthäus 23,32 ist der Glaube an drei wesensgleiche göttliche Personen Heidentum in christlichem Gewand. Wer diese vier Stellen überliest, hält einen Kirchenlehrer in der Hand.
Die Behauptung der Autorschaft entfaltet sich an drei Kandidaten, die die Forschung diskutiert. Timotheus, ein arianischer Priester in Konstantinopel aus der Schule des Origenes; Maximinus, ein arianischer Bischof, der Goten vom Balkan nach Nordafrika begleitete, selbst wohl kein Gote; Anianus von Celeda, Diakon und Pelagianer. Keiner ist zwingend. Der Text kennt griechische Auslegung und lateinische Schrift; er erwähnt einen Kaiser Theodosius ohne Unterscheidung, was vor oder in die Regierungszeit Theodosius’ II. weist. Die Lücken – zwischen Matthäus 8,14 und 10,15 sowie zwischen Kapitel 14 und 18 – können Überlieferung sein oder Abbruch. Der Ton ist der der alten Predigtkommentare: schriftnah, moralisch, gelegentlich polemisch gegen Heidentum und gegen eine Dreieinigkeit, die er für Rückfall ins Viele hält.
Unsicher wird das Werk, wo die Zuschreibung an Chrysostomos die arianischen Sätze unsichtbar machte. Das Mittelalter konnte das Buch hochhalten, weil die Ketzerei nicht den Kommentar als ganzen färbt. Thomas von Aquin soll gesagt haben, er hätte lieber eine vollständige Ausgabe dieses unvollständigen Kommentars als das Amt des Bürgermeisters von Paris. Abaelard, Bonaventura, die Devotio moderna, John Wyclif und Jan Hus haben daraus geschöpft. 1530 wies Erasmus von Rotterdam nach, dass der Verfasser ein anonymer Arianer war; in der Reformationszeit war die Auslegung eines antiken Ketzers nicht mehr zitierfähig. Die Wirkungsgeschichte bricht dort ab. Gegenposition bleibt jede Dogmengeschichte, die Arianisches nur als Irrtum führt und nicht als exegetische Praxis des fünften Jahrhunderts.
Einordnung
Neben den Matthäuskommentaren des Origenes und des Hieronymus steht das Opus als lateinischer Sonderweg: griechisch gebildet, theologisch anstößig, mittelalterlich kanonisch. Joop van Banning hat die handschriftliche Überlieferung im Corpus Christianorum erschlossen; die englische Gesamtübertragung von James A. Kellerman macht den Text wieder lesbar, nachdem die lateinischen Drucke in den Chrysostomos-Ausgaben versteckt lagen. Die Zuschreibung an den goldenen Mund erklärt den Ruhm; die Entlarvung durch Erasmus erklärt das Verstummen.
Geblieben ist der Satz des Aquinaten über die unvollständige Vollständigkeit. Wer über die Rezeption arianischer Exegese im lateinischen Mittelalter spricht, stößt auf dieses Buch, das Jahrhunderte lang als orthodox galt, weil niemand die vier Stellen zur Lehre erhob. Es ist ein Kommentar, der seine Ketzerei in der Auslegung verbirgt, nicht ein Traktat gegen Nicäa. Die Lücken bleiben; sie haben den Ruhm nicht gemindert, solange der Name Chrysostomos darüber stand.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
