Uhrwerk Orange
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Uhrwerk Orange |
| Autor(en): | Anthony Burgess |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Heyne |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1962 |
| Seitenanzahl: | 224 Seiten |
| Originaltitel: | A Clockwork Orange |
| Originalsprache: | englisch |
| ISBN-10: | 3453130790 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783453130791 |
| Schlagwörter: | Gewalt, Jugend, Konditionierung, Freiheit |
| Sachgebiete: | Roman |
| Rezensionen | |
Uhrwerk Orange ist der 1962 erschienene Roman von Anthony Burgess, im Original A Clockwork Orange. Ein Jugendlicher prügelt und vergewaltigt, bis der Staat ihm die Wahl dazu abgewöhnt – und damit den Rest von Menschsein. Burgess hat die Geschichte in Nadsat geschrieben, einer Kunstsprache aus slawischen Brocken, Gassenreimen und Jugendsprache, die den Leser erst mitten in die Bande holt. Der Titel meint eine mechanische Frucht: lebendig von außen, innen ein Uhrwerk. Der Roman ist kurz, roh und eine moralische Falle. Kubrick hat ihn berühmt gemacht, indem er das letzte Kapitel wegließ.
Inhalt
Alex, fünfzehn, erzählt in der Ich-Form. Nachts zieht er mit den Kumpanen Dim, Georgie und Pete durch eine englische Stadt der nahen Zukunft: Sie schlagen einen Bettler, rauben ein Geschäft, vergewaltigen, dringen in ein Haus ein und zwingen den Schriftsteller F. Alexander, zuzusehen, wie sie seine Frau misshandeln. Tagsüber hört Alex Beethoven und herrscht über die jüngeren Jungen, die er sich hält. Die Bande spaltet sich; bei einem Einbruch erschlägt Alex eine Frau mit einer Statue, Dim schlägt ihm die Augen blutig, die Polizei nimmt ihn fest. Im Gefängnis nennt man ihn 6655321. Nach zwei Jahren meldt er sich für die Ludovico-Methode: eine Konditionierung, die Gewalt und die Neunte Symphonie mit Übelkeit verkoppelt. Der Staat verspricht Heilung und meint Gehorsam.
Als geheilter Bürger entlassen, ist Alex wehrlos. Die alten Opfer rächen sich, die ehemaligen Kumpane tragen jetzt Uniform und prügeln ihn. F. Alexander, der ihn aufnimmt, ohne ihn zuerst zu erkennen, will ihn als Beweisstück gegen die Regierung benutzen. Alex wird in einem Zimmer mit Beethovens Musik eingesperrt, versucht sich umzubringen und überlebt. Die Regierung, unter Druck, macht die Konditionierung rückgängig. Alex ist wieder, der er war: frei zur Gewalt, und die Straße nimmt ihn zurück.
Im einundzwanzigsten Kapitel, das die amerikanische Erstausgabe und Stanley Kubricks Film von 1971 gestrichen haben, begegnet Alex dem erwachsenen Pete, der eine Frau hat, und spürt zum ersten Mal den Wunsch nach einem eigenen Kind. Die Gewalt langweilt ihn. Er denkt, das sei das Erwachsenwerden, nicht die Anstalt. Burgess hat darauf bestanden, dass ohne dieses Kapitel der Mensch ein Uhrwerk bleibe. Mit ihm wird Alex nicht gut, aber fähig, etwas anderes zu wollen.
Einordnung
Burgess, Katholik und Sprachlehrer, hat keine Jugendstudie geschrieben, sondern eine Frage: Ob ein Mensch, dem man das Böse abnimmt, noch ein Mensch sei. Die Ludovico-Methode ist die Antwort des Staates auf die Angst vor der Straße; Alex’ Ich-Stimme ist die Antwort darauf, dass man den Täter nicht loswird, indem man ihn umbaut. Nadsat ist kein Schmuck. Wer die Sprache lernt, tritt in die Bande ein und merkt zu spät, dass Mitleid dort kein Wort hat. Burgess hat die Gewalt nicht verklärt und sie auch nicht von außen besichtigt; man hört sie in der Stimme. Der Roman steht in der Reihe der britischen Zukunftserzählungen neben Huxley und Orwell, ist aber enger am Körper und am Satz.
Kubrick hat die Bilder geliefert, die den Titel ersetzt haben: Milchbar, Stiefel, die Neunte als Folter. Die gestrichene Reife hat den Film härter und hoffnungsloser gemacht, als Burgess das Buch gemeint hat. Die Nachwelt streitet seither, welche Fassung die gültige sei, oft ohne das einundzwanzigste Kapitel gelesen zu haben. Wer nach Burgess über Freiheit und Strafe spricht, spricht hinter diesem Band: hinter der Behauptung, dass ein erzwungenes Gutes keine Würde hat. Die angegebene Ausgabe folgt der Übersetzung von Wolfgang Krege aus dem Englischen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
