Theorien über den Mehrwert

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Theorien über den Mehrwert
Autor(en): Karl Marx
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Dietz Verlag
Serie: Marx-Engels-Werke 26.1
Erscheinungsjahr: 1905
Seitenanzahl: 430 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3320002260
ISBN-13/

EAN-Code:

9783320002268
Schlagwörter: Mehrwert, Ricardo, Smith, Ökonomiekritik
Sachgebiete: Sachbuch, Wirtschaftswissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Theorien über den Mehrwert gehen auf Manuskripte zurück, die Karl Marx von Januar 1862 bis Juli 1863 in dreiundzwanzig Heften schrieb, als Fortsetzung von Zur Kritik der politischen Ökonomie. Die Hefte VI bis XV und XVIII bilden den am weitesten ausgearbeiteten historischen Teil: eine Kritik der bürgerlichen Ökonomen an der Stelle, wo sie den Mehrwert berühren und verfehlen. Marx nannte diesen Teil den vierten Band des Kapitals, den historisch-kritischen. Friedrich Engels wollte ihn herausgeben und starb 1895, bevor er es tat. Karl Kautsky veröffentlichte 1905 bis 1910 eine geglättete Trilogie; die Marx-Engels-Werke folgten später der sowjetischen Ausgabe in drei Teilbänden.

Inhalt

Marx schreibt gegen die politische Ökonomie, die den Profit als Naturgabe des Kapitals oder der Enthaltsamkeit erscheinen lässt und die Herkunft des Mehrwerts in der Zirkulation sucht. Er sammelt und zerreißt die Klassiker. Die Physiokraten, voran François Quesnay und das Tableau économique, entdecken den Mehrwert in der Landwirtschaft und halten ihn für ein Geschenk der Natur. Adam Smith unterscheidet Gebrauchs- und Tauschwert, verwechselt aber Wert und Preis der Arbeit, sodass der Mehrwert bald als Abzug vom Produkt, bald als selbständiger Zuschlag auftritt. David Ricardo treibt die Arbeitswertlehre am weitesten und scheitert an der gleichen Durchschnittsprofitrate bei verschiedener organischer Zusammensetzung des Kapitals; Marx liest das als Vorzeichen des dritten Bandes des Kapitals. Dazwischen stehen Rodbertus, Malthus, James Mill und John Stuart Mill, die Vulgärökonomie, die den Widerspruch wegerklärt.

Die Darstellung ist Zitat und Kommentar in einem. Marx schreibt in drei Sprachen, oft ohne flüssigen Text, mit Verweisen auf spätere Bearbeitung. Er zeigt, wie Smith den produktiven Arbeiter einmal als Wertschöpfer, einmal als Diener fasst; wie Ricardo den Grundrentenstreit führt und die Maschinerie unterschätzt; wie Malthus den Mehrwert von der Nachfrageseite her moralisiert. Die Redundanzen erklären sich aus der Arbeitssituation: Als Marx die historischen Hefte begann, war nur der Produktionsprozess des Kapitals im Entwurf da; die Theorien sollten eine Abschweifung sein und wurden zum eigenen Werk. Überall geht es um dieselbe Frage: Woher kommt der Wert, der über den Lohn hinausgeht, und warum erscheint er den Beteiligten als Eigenschaft der Sache, nicht als unbezahlte Arbeit?

Unentschieden bleibt, ob dieser Block der vierte Band ist oder ein Parallelwerk. Eine Autorengruppe hat bestritten, dass das unfertige Manuskript Marx’ Plan einer Geschichte der politischen Ökonomie voll entspreche. Kautsky ordnete um, ignorierte die Inhaltsverzeichnisse auf den Heftumschlägen und glättete, bis Zusammenhänge rissen. Die spätere Ausgabe hat die Reihenfolge der Hefte wiederhergestellt und die Rohheit belassen: Abbreviaturen, Sprachwechsel, offene Rechnungen. Marx weiß, dass er Ricardo nicht schulgerecht abfertigt; er beharrt darauf, dass die Theorie des Mehrwerts die Probe der Klassiker ist. Wo sie den Ursprung des Profits in der Produktion treffen, bleiben sie klassisch; wo sie ihn in der Konkurrenz oder in der Natur auflösen, werden sie vulgär. Das Buch ist deshalb weniger eine Dogmengeschichte als ein Gericht über die bürgerliche Ökonomie an ihrer stärksten Stelle.

Einordnung

Joseph Schumpeter hat für seine Dogmengeschichte neben Böhm-Bawerk vor allem auf Kautskys Ausgabe zurückgegriffen. Innerhalb des marxistischen Kanons stehen die Theorien im Schatten des ersten Bandes des Kapitals und gelten doch als dessen historisches Gewissen: Hier wird sichtbar, gegen wen Marx schrieb und wem er verdankte. Die MEGA hat die Hefte diplomatisch ediert und den Anspruch des »vierten Bandes« in der Entstehungsgeschichte relativiert. Wer nur die fertige Warenanalyse kennt, verfehlt, wie sehr Marx im Streit mit Smith und Ricardo dachte, nicht im leeren Raum einer neuen Wissenschaft.

Geblieben ist die Methode, Theorien als notwendige Erscheinungsformen eines Problems zu lesen, nicht als Irrtümer einer Vorzeit. Die Physiokraten irren produktiv, Ricardo scheitert produktiv; die Vulgärökonomie verdeckt. Das unterscheidet die Theorien von der späteren Handbuchgeschichte, die Fortschritt als Korrektur von Fehlern erzählt. Die drei Bände der Marx-Engels-Werke bleiben die greifbare deutsche Leseausgabe; sie tragen die Spuren der parteilichen Edition und den Kern des Manuskripts. Neben Zur Kritik der politischen Ökonomie von 1859 ist dies der Ort, an dem Marx die Herkunft seiner eigenen Kategorien öffentlich abrechnet.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.