The Making of an American
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | The Making of an American |
| Autor(en): | Jacob Riis |
| Originaltitel: | The Making of an American |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1901 |
| Schlagwörter: | Armut, Einwanderung, Reform, Mietskaserne |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Soziologie |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Macmillan
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 443 Seiten |
| ISBN: | |
| Verweise | |
The Making of an American ist die 1901 erschienene Autobiographie von Jacob Riis, dem dänisch-amerikanischen Reporter, der die New Yorker Mietskasernen mit Blitzlicht und Vortrag öffentlich machte. Eine deutsche Ausgabe unter dem Titel Wie man Amerikaner wird ist bezeugt, aber nicht kanonisch geworden; der Band wirkt unter dem englischen Namen. Ergänzend gehört das Hauptwerk How the Other Half Lives von 1890 hierher, in dem dieselbe Kamera die andere Hälfte der Stadt als Skandal lesbar machte.
Inhalt
Riis erzählt den Aufstieg, den die amerikanische Autobiographie gern hört, und belastet ihn mit den Kellern, aus denen er kam. 1849 in Ribe geboren, 1870 ausgewandert, hungrig, obdachlos, endlich Polizeireporter bei der Tribune und der Evening Sun: das Buch macht aus der Einwanderung eine moralische Maschine. Wer gesehen hat, darf nicht schweigen. Riis glaubt an die Kamera als Zeugin der Reform, nicht als Kunst. Die Lichtbildvorträge, in denen er das Elend an die bürgerliche Wand warf, gehören in die Vita wie die Artikel. Theodore Roosevelt erscheint als Verbündeter, die Mietskaserne als Feind, der sich abschaffen lässt, wenn man ihn zeigt.
How the Other Half Lives bleibt der Nachbar, den dieses Selbstzeugnis voraussetzt. 1890 hatte Riis Blitzlicht in die dunkelsten Räume geschickt und daraus ein Buch gemacht, das Wohnungsreform und Schulpolitik anstieß. Die Autobiographie erzählt, wie jemand zu diesem Blick kam: nicht als Soziologe, als Gestrandeter, der Reporter wurde. Gegen jede spätere Skepsis, Dokumentarfotografie sei selbst Herrschaft über die Armut, die sie ablichtet, steht hier der historische Ernstfall. Ohne diese Bilder blieb das Elend Gerücht unter Leuten, die Mulberry Street nicht betraten. Riis’ Blick ist parteilich, sentimental, oft ethnisch grob gegen die, die er retten will. Er ist trotzdem der Anfang.
Unsicher wird das Buch, wo der Aufsteiger die Armut als Stufe erzählt, die er hinter sich gelassen hat, und wo die Reform die Abgebildeten nicht fragt. Die spätere Kritik hat Riis’ Inszenierung, seine Vorurteile, das Blitzlicht als Überfall gelesen. Der Einwand trifft. Er löscht nicht die Wirkung, die sich an Gesetzen und an geräumten Gassen zeigen lässt. Wer nur den gemachten Amerikaner will, hat die Keller nicht gesehen. Wer nur den Voyeur anklagt, unterschlägt, dass vor Riis dieselbe Stadt ihre Armut nicht als öffentliche Tatsache behandelte.
Einordnung
1901 ist das Buch das Selbstzeugnis, mit dem die sozialreformerische Fotografie eine Herkunft bekommt: der Einwanderer, der die Kamera gegen die Stadt wendet, die ihn zuerst nicht wollte. Es steht am Beginn von Die Macht des Blicks und neben Gordons Lange in Gegenbilder, die dieselbe Armut vierzig Jahre später als Krise des New Deal fotografierte. Nachbarschaft hat es zu einer Geschichte des investigativen Blicks, die Wallraff und die Enthüllung kennt, aber das Photo als ältere Waffe oft vergisst. Wer nach Riis über Dokumentarfotografie spricht, als hätte sie mit Magnum begonnen, hat die Mietskaserne übersprungen.
Essays
Dieses Buch kommt in diesen Essays vor.
Die Macht des Blicks (Lesepfad)
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.