Tess von den d’Urbervilles

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Tess von den d’Urbervilles
Autor(en): Thomas Hardy
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: dtv
Serie:
Erscheinungsjahr: 1891
Seitenanzahl: 592 Seiten
Originaltitel: Tess of the d’Urbervilles
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3423144033
ISBN-13/

EAN-Code:

9783423144032
Schlagwörter: Wessex, Schuld, Land, Frau
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Tess von den d’Urbervilles ist ein Roman von Thomas Hardy, 1891 in London erschienen, mit dem Untertitel »Eine reine Frau«. Hardy erzählt das Leben der Bauerntochter Tess Durbeyfield in Wessex, seiner erfundenen westenglischen Landschaft: Verführung oder Vergewaltigung durch einen falschen Vetter, die tote Tochter, die Liebe zu einem Pfarrerssohn, der sie verstößt, der Mord, der Galgen. Der Untertitel war eine Provokation an die viktorianische Moral, die Reinheit an die Hochzeitsnacht band. Zeitgenossen skandalisierten das Buch; heute zählt es zu den großen englischen Romanen des Jahrhunderts. Hardy hat danach fast nur noch Gedichte geschrieben.

Inhalt

John Durbeyfield erfährt vom Pfarrer, dass sein armes Geschlecht von den alten d’Urbervilles abstamme. Die Mutter schickt die älteste Tochter Tess zum Gut der vornehmen d’Urbervilles in Trantridge, die den Namen gekauft haben und kein Blut der Alten führen. Dort nimmt sich Alec d’Urberville der jungen Frau an, mit Gaben, mit dem Wagen, mit der Macht des Hauses. Im Wald, nachts, geschieht an Tess, was Hardy so schreibt, dass Täterschaft und Ausnutzen ineinanderliegen: Alec nimmt sich, Tess verliert, was die Gesellschaft Jungfräulichkeit nennt. Sie kehrt schwanger heim, gebiert die Tochter Sorrow, die stirbt, und tauft das Kind selbst, weil die Kirche zaudert. Tess geht als Melkerin nach Talbothays.

Dort begegnet sie Angel Clare, Sohn eines Geistlichen, der Landwirt werden will und die Milchmädchen um sich hat, ohne sie zu heiraten – außer Tess, in der er die reine Natur sieht. Sie liebt ihn und wagt lange nicht, Alec zu beichten. An der Hochzeitsnacht spricht Angel von einer eigenen früheren Verfehlung; Tess antwortet mit der ihren. Angel verstößt sie, nicht roh, sondern mit der Moral, die er für aufgeklärt hält. Er geht nach Brasilien; Tess arbeitet auf kargen Höfen, unter Pflügen, Frost, der Predigt der Zeichen. Alec, inzwischen bekehrter Wanderprediger, findet sie wieder und legt die Bekehrung ab, sobald er sie will. Die Familie, der Vater tot, die Mutter bedürftig, treibt Tess in Alecs Versorgung.

Angel kehrt um, zu spät: Tess lebt mit Alec in einem Badeort. Sie tötet Alec mit dem Messer, flieht mit Angel, der nun vergibt, als das Leben schon gerichtet ist. Sie schlafen in einem leeren Haus, werden gejagt, ruhen auf den Steinen von Stonehenge, wo Tess schläft, bis die Häscher kommen. Hardy lässt sie hängen, in Wintoncester, und setzt die letzten Sätze so, dass die Götter der Aischylos über der englischen Provinz stehen: Die Präsidentin der Unsterblichen hat ihr Spiel mit Tess beendet. Angel bleibt mit Liza-Lu, der jüngeren Schwester, als Schatten eines neuen Anfangs, den der Roman nicht mehr erzählt. Tess ist tot, und der Untertitel hält: eine reine Frau.

Einordnung

Hardy hat die viktorianische Ehe- und Sexualmoral angeklagt, ohne Tess zur Lehrfigur zu machen. Sie handelt, irrt, liebt, tötet; die Reinheit liegt nicht in der Unwissenheit. Alec ist der Täter mit Charme, Angel der Täter mit Ideal – der zweite oft der verheerendere, weil er sich für gut hält. Wessex, die Höfe, die Milch, der Pflug: Die Landschaft handelt mit, näher bei Sturmhöhe als bei der städtischen Sittenkomödie. Der Skandal von 1891 galt der Taufe, dem Untertitel, der Nacktheit der Lage; Hardy zog sich aus dem Roman zurück.

Verfilmungen, von Stummfilmen bis zu Fernsehmehrteilern, haben Tess oft zur schönen Dulderin geglättet oder den Mord zum Schlusseffekt gemacht. Der Roman ist langsamer und härter: Er lässt Zeit für die Milch und für den Frost. Die dtv-Übersetzung von Helga Schulz hält den Text in einem greifbaren Taschenbuch. Hardy, Architekt, Dichter, Zweifler am Vorsehungsglauben, hat Tess nicht erlöst. Er hat sie an Stonehenge gelegt, wo England seine eigenen Steine hat, und die Polizei kommen lassen. Wer nach ihm über Schuld und Land spricht, spricht hinter dieser Frau, die rein genannt wird, während man sie hängt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.