Tausendundeine Nacht

- · 850 · Erzählung


Das Werk
Deutscher Titel: Tausendundeine Nacht
Autor(en):
Originaltitel: ألف ليلة وليلة
Originalsprache: arabisch
Erstveröffentlichung: 850
Schlagwörter: Rahmen, Schahrasad, Märchen, Baghdad
Sachgebiete: Erzählung
Greifbare Ausgabe
Verlag: Insel


Umfang dieser Ausgabe: 1280 Seiten
ISBN: 9783458193456
Verweise


Tausendundeine Nacht ist die arabische Sammlung, die keinen Verfasser hat: Schahrasad erzählt dem König Schahriyar Geschichten, um den Tod aufzuschieben, Nacht um Nacht, bis die Geschichten die Welt sind. Der Kern wuchs vom 9. Jahrhundert an in Baghdad und Kairo, aus indischen, persischen, arabischen Stoffen; Galland brachte sie 1704 nach Europa und fügte Aladin hinzu. Die deutsche Insel-Ausgabe nach Enno Littmann bleibt die philologische; viele Hausausgaben kürzen und süßen. Bookpedia führt das Werk als Erzählung, weil die Rahmengattung die Nächte bindet, nicht ein Epos und nicht ein Roman.

Inhalt

Schahriyar, betrogen, tötet jede Braut nach der Hochzeitsnacht. Schahrasad, Tochter des Wesirs, bietet sich an, nimmt die Schwester Dinarasad mit, beginnt zu erzählen und bricht ab, wenn der Morgen kommt. Der König will das Ende hören und lässt sie leben. Binnenrahmen schachteln sich: der Fischer und der Dschinn, Sindbad, die Porter von Baghdad, Märchen, in denen Kaufleute, Sklaven, Kalifen und Geister dieselben Straßen gehen. Gerechtigkeit ist oft List, Begehren oft Falle, Baghdad eine Bühne, auf der Harun ar-Raschid verkleidet umgeht.

Es gibt kein einziges Original. Handschriften weichen ab, Europa hat Wunschfiguren eingesetzt, Hollywood hat Lampen poliert. Was bleibt, ist die Form: Erzählen als Aufschub des Todes, die Frau, die den Mann durch Rede bindet, die Nacht, die mehr gilt als der Tag des Gerichts. Grausamkeit und Pracht liegen beieinander, ohne dass die Sammlung sich dafür entschuldigt. Wer nur die Kinderfassung sucht, unterschlägt die Köpfe, die fallen, bevor Schahrasad spricht.

Nach tausendundeiner Nacht hat der König drei Kinder und die Gewohnheit des Zuhörens. Die Moral ist nicht, dass Geschichten gut machen. Sie ist, dass Geschichten Zeit kaufen. Die Erzählerin überlebt, weil sie nicht endet. Die Sammlung überlebt, weil jede Kultur sie sich aneignet und dabei verliert, was sie nicht hören will.

Einordnung

Ohne Verfasser, ohne Datum einer Entstehung, mit einem Datum des europäischen Schocks: 1704. Die Weltliteratur hat hier das Modell der Rahmenerzählung, neben Boccaccio und Chaucer, älter in der Schichtung, jünger in der Druckgestalt. Wer nach den Nächten über Erzählen, Herrschaft und den Orient als Projektion spricht, spricht hinter Schahrasad – und hinter Galland, der sie dem Westen lieferte. Ein Autorenlemma gibt es nicht; die Nächte gehören den Vortragenden.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.