Sternwanderer

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Sternwanderer
Autor(en): Neil Gaiman
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Heyne
Serie:
Erscheinungsjahr: 1999
Seitenanzahl: 237 Seiten
Originaltitel: Stardust
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3453501411
ISBN-13/

EAN-Code:

9783453501416
Schlagwörter: Stern, Mauer, Feenreich, Versprechen
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Sternwanderer ist der Märchenroman von Neil Gaiman, 1999 auf Englisch als Stardust erschienen, zuerst mit Bildern von Charles Vess, dann als reiner Text. Die deutsche Übersetzung von Christine Strüh hat den Titel wörtlich genommen: Nicht der Stern wandert allein, sondern wer ihm nachgeht. Gaiman, der mit der Bildgeschichte Sandman die dunkle Seite des Erzählens bekannt gemacht hatte, schreibt hier heller, ohne harmlos zu werden. Das Dorf Wall steht an einer Mauer, und hinter der Mauer liegt das Feenreich, das die Dorfbewohner alle neun Jahre auf einem Markt betreten dürfen. Der Roman tut so, als wäre er ein altes Volksbuch, und hält sich nicht daran.

Inhalt

In Wall wächst Tristran Thorn auf, Sohn einer Verbindung, von der das Dorf nicht alles weiß. Er liebt Victoria Forester, die schöne, etwas harte Tochter aus besserem Haus, und verspricht ihr, den Stern zu holen, der am Himmel fällt, wenn sie ihn dafür küssen will. Hinter der Mauer ist der Stern kein Stein, sondern Yvaine, eine Frau aus Licht, verletzt vom Fall, ungeduldig, keiner Beute. Tristran findet sie und bindet sie an das Versprechen, das er Victoria gegeben hat, bevor er begreift, wen er da führt. Die Reise zurück nach Wall ist länger als der Weg hinaus. Yvaine schimpft, hungert, leuchtet, und Tristran lernt, dass ein Stern, den man verschenkt, kein Schmuck ist.

Andere wollen Yvaine auch. Die Hexen der Lilim, angeführt von einer, die sich Jugend aus dem Herzen eines Sterns kocht, hetzen hinterher. Söhne des Lorden von Stormhold töten einander um einen Stein der Herrschaft, der Yvaine unfreiwillig mitgegeben wurde; einer von ihnen, tot und trotzdem unterwegs, begleitet das Paar eine Weile als unzuverlässiger Helfer. Ein Fänger von Blitzen, ein Markt, ein Wirtshaus, ein Schiff, das die Himmel kreuzt: Gaiman stapelt die Stationen wie ein Märchen, das sich an die eigene Regel nicht bindet, und lässt Tristran erwachsen werden, ohne die Formel vom Erwachsenwerden auszurufen. Er lügt weniger, kämpft besser, versteht, dass Victoria das Dorf ist und Yvaine der Preis, den das Dorf nicht verdient.

Als Tristran Yvaine nach Wall bringt, will Victoria ihn nicht mehr so, wie er sie einst wollte; sie hat anders gewählt. Tristran löst das Versprechen, ohne den Stern auszuliefern. Yvaine bleibt, nicht als Trophäe, sondern als die, die mit ihm geht. Stormhold findet seinen Erben in Tristran, dessen Herkunft sich als die des Feenreichs entpuppt. Die Hexe verliert. Der Roman gönnt den beiden eine lange Dauer, die das Märchen sonst oft verweigert, und setzt einen Epilog, in dem Wall weiter an seiner Mauer wohnt und das Reich hinter der Mauer nicht aufhört, gefährlich zu sein. Der versöhnliche Schluss ist verdient und brüchig: Wer einen Stern liebt, wird nicht zum Dorf zurückkehren, als wäre nichts gewesen.

Einordnung

Gaiman hat das viktorianische Feenmärchen gelesen, Dunsany, die Brüder Grimm, und daraus ein Buch gemacht, das Kinder lesen können und Erwachsene nicht schonen. Die Grausamkeit bleibt märchenhaft, nicht naturalistisch: Herzen, Hexen, Brudermord. Gegenüber Gaimans urbanen Nachtstücken ist Sternwanderer ländlich und hell, und gerade deshalb hat der Film von 2007 mit großen Namen das Buch oft in ein Kostümabenteuer mit versöhnlichem Schluss verwandelt, das die Härte der Lilim und die Langeweile Victorias glättet. Der Roman ist witziger und trauriger.

Im deutschen Buchmarkt landete der Titel bei Heyne zwischen phantastischer Unterhaltung; das ist nicht falsch und nicht die ganze Wahrheit. Sternwanderer ist ein Roman über ein Versprechen, das man halten muss, bis man versteht, wem es gilt. Wer ihn für eine bloße Schatzsuche hält, hat Yvaine für einen Stein genommen, wie Tristran am Anfang. Die Mauer von Wall steht noch: Auf der einen Seite der Markt alle neun Jahre, auf der anderen das Dorf, das nicht wissen will, was seine Söhne hinter der Mauer zeugen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.