Stadt aus Glas

Paul Auster · 1985 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Stadt aus Glas
Autor(en): Paul Auster
Originaltitel: City of Glass
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1985
Schlagwörter: New York, Sprache, Identität, Verfolgung
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Rowohlt


Umfang dieser Ausgabe: 416 Seiten
ISBN: 9783499014505
Verweise


Stadt aus Glas ist der Roman von Paul Auster, 1985 auf Englisch als City of Glass erschienen, 1987 deutsch von Joachim A. Frank, der erste Teil der New-York-Trilogie, der in der greifbaren Rowohlt-Ausgabe mit Schlagschatten und Hinter verschlossenen Türen zusammensteht. Der Schriftsteller Daniel Quinn nimmt einen falschen Anruf an, gibt sich als Detektiv Paul Auster aus und verliert auf den Straßen Manhattans Namen und Wohnung. Der Kriminalfall ist Köder: Es geht um Sprache, Gott und die Frage, wer erzählt, wenn der Held im Notizbuch verschwindet. Der Band hat Auster international bekannt gemacht. Er spielt mit dem Detektivroman, bis von der Gattung nur noch das Gehen durch die Stadt bleibt.

Inhalt

Quinn, fünfunddreißig, hat Frau und Kind verloren, lebt in der 107th Street, schreibt unter dem Namen William Wilson Kriminalromane um den Detektiv Max Work. Nachts ruft jemand Paul Auster an. Quinn nimmt die Rolle an und besucht Peter Stillman, der automatenhaft spricht. Der Vater, ein Theologieprofessor, hat den Sohn neun Jahre isoliert, um die Sprache Gottes zu finden, und ist als geisteskrank eingewiesen worden. Die Sprachtherapeutin Virginia Stillman hat Peter geheiratet und fürchtet, der am nächsten Tag entlassene Vater wolle den Sohn töten. Quinn liest Stillmans Buch über Garten, Turm und die göttliche Natursprache, mit der sich in Amerika das Paradies zurückgewinnen lasse.

An der Grand Central Station folgen zwei ähnliche Männer; Quinn wählt den ungepflegten, beschattet ihn zum Hotel Harmony, zeichnet die Wege durch Manhattan auf. Die Routen ergeben auf der Karte Buchstaben: The Tower of Babel. Dreimal spricht Quinn Stillman an, als Quinn, als Henry Dark, als der Sohn; der Alte erklärt die neue Benennung der Dinge und verschwindet. Quinn sucht Hilfe beim Detektiv Auster und findet nur den Schriftsteller dieses Namens, der über Cervantes' Don Quijote forscht und den Scheck Virginias einlösen will. Die Leitung zu Virginia bleibt besetzt. Quinn wacht monatelang als Stadtstreicher vor dem Stillman-Haus, ohne die Familie zu sehen.

Als das Geld ausgeht, erfährt er von Auster: Der Scheck war ungedeckt, der Professor von der Brooklyn Bridge gesprungen. Quinns Wohnung ist geräumt, weitervermietet. Er quartiert sich in eine Kammer der leeren Stillman-Wohnung ein, isst, was jemand hinstellt, schreibt ins rote Notizbuch, bis er kein Interesse mehr an sich hat. Der Erzähler, ein Freund des Schriftstellers Auster, findet das Heft, nicht Quinn. Die Existenz der Beteiligten bleibt ungesichert. New York ist Glas: man sieht hindurch und stößt sich. Auster hat den Fall nicht gelöst, sondern den Löser aufgelöst.

Einordnung

Der Roman gilt als Muster späteren Erzählens über das Erzählen: Namenstausch, Spiel mit Milton und mit Carrolls Humpty Dumpty. Das Wort erklärt wenig, wenn man die Trauer überliest: Quinn geht, weil Frau und Kind tot sind, und die Stadt füllt die Leere nicht. Die gezeichnete Fassung von Paul Karasik und David Mazzucchelli hat den Text in Bilder übersetzt; Art Spiegelman hat sie gerühmt. Das Hörspiel von Alfred Behrens holte Stimmen zurück.

Die Trilogie – Stadt aus Glas, Schlagschatten, Hinter verschlossenen Türen – macht aus drei Scheinkriminalfällen eine Poetik der Stadt. Wer nach 1985 über New York und Identität schrieb, hatte Quinn vor Augen, den Mann, der Auster heißt und keiner ist. Rowohlt bleibt der deutsche Ort des Werks. Das Buch hat den Detektivroman nicht parodiert, um klug zu sein; es hat gezeigt, dass Wer verfolgt wen die falsche Frage ist, sobald die Sprache selbst den Turm baut und niemand mehr unten ankommt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.