Stürzende Imperien
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Stürzende Imperien |
| Autor(en): | Peter Heather, John Rapley |
| Originaltitel: | Why Empires Fall. Rome, America, and the Future of the West |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 2023 |
| Schlagwörter: | Imperium, Rom, Westen, Peripherie |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Geschichte |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Klett-Cotta
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| Umfang dieser Ausgabe: | 288 Seiten |
| ISBN: | 9783608982367 |
| Verweise | |
Stürzende Imperien. Rom, Amerika und die Zukunft des Westens ist die 2024 bei Klett-Cotta erschienene deutsche Ausgabe der Studie von Peter Heather und John Rapley; das englische Original Why Empires Fall kam 2023 bei Yale University Press heraus. Heather ist Althistoriker der römischen Spätantike, Rapley befasst sich mit Globalisierung und Wanderung der Gegenwart. Beide lesen den angeblichen Niedergang des Westens nicht als Dekadenz seiner Bürger, sondern als Folge des eigenen Erfolgs, der die Peripherie stark gemacht hat. Das Buch steht in der Nachbarschaft von Edward Gibbons Geschichte des Verfalls Roms und widerspricht ihr. Es zählt, weil es die Barbarenklage der Gegenwart mit der Archäologie des fünften Jahrhunderts kühlt.
Inhalt
Die Autoren schreiben gegen die Übertragung von Gibbons Dekadenzbild auf heutige Wanderung und Wehrlosigkeit. Gibbon hatte den Untergang Westroms aus dem sittlichen Verfall erklärt, der Wirtschaftskraft und Wehrfähigkeit fraß, bis Hunnen und Germanen das Reich überrannten. Neuere Funde zeigen, so Heather und Rapley, dass das Imperium kurz vor dem Ende wirtschaftlich blühte. Es wurde Opfer seines Erfolgs. Über Jahrhunderte stärkte der Wohlstand des Zentrums die Ränder; dort wuchsen ernsthafte Nebenbuhler. Das Sassanidenreich erzwang eine kostspielige Teilung, die Hunnen verschoben die Machtverhältnisse, die Verteidigung fraß Ressourcen. Nicht Schlaffheit, sondern die Stärke der Peripherie beendete die westliche Reichshälfte.
Die Behauptung entfaltet sich als Vergleich. Der moderne Westen verdankte seinen Aufstieg seit dem späten achtzehnten Jahrhundert Kolonien und der Ausbeutung unterworfener Völker. Nach 1945 verlagerte er Produktion an den Rand und profitierte weiter. In den neunziger Jahren wurden die einstigen Ränder so mächtig, dass sie die Alleinherrschaft des Westens brachen; China ist der neue Rivale, den das eigene System großgezogen hat. Der Westen steht indes nicht dort, wo Westrom in den sechziger Jahren des fünften Jahrhunderts stand: die Einkünfte sind noch erheblich. Zwei Lehren bleiben: die Krise ist selbstverschuldet, weil die eigenen Strukturen den Aufstieg der Peripherie gefördert haben, und finanzielle Lasten gefährden den fiskalischen Gesellschaftsvertrag, die Grundlage der bestehenden Ordnung. Die Antwort, die das Buch vorschlägt, ist unbequem: ehrliche Debatte über Zuwanderung angesichts alternder Gesellschaften; außenpolitisch der Streit um die Gunst der ehemals Kolonisierten, statt der Losung, die eigene Nation komme zuerst.
Unsicher wird der Vergleich, wo Rom und Washington sich die Moral reichen. Andreas Kilb meinte, aus antikem Wissen lasse sich die Zukunft nicht vorhersagen. Jens Balzer fand viele Parallelen einleuchtend und die Hoffnung am Ende größer als die Begründung. Die Autoren wissen, dass sie einen Leitartikel schreiben, der Archäologie gegen Kulturpessimismus stellt, und nehmen die Glätte in Kauf. Der Ton ist der des geschichtspolitischen Essays, lebendig in der Spätphase Roms, knapper in der Gegenwart. Gegenposition bleibt jede Lehre, die den Westen an innerer Weichheit sterben sieht und befestigte Linien gegen eine neue Völkerwanderung verlangt. Gibbon liefert das Missverständnis, das dieses Buch abwehren will.
Einordnung
Herfried Münkler fand die Pointe darin, dass Ähnlichkeiten mit dem späten Rom gerade nicht zur Klage über inneren Verfall berechtigen, sondern zur umsichtigen Anpassung. Gustav Seibt las das Buch wie einen Leitartikel: man warte nicht auf die Barbaren, man gebe ihnen Arbeitsverträge. Uwe Walter lobte die Verbindung von historischer Analyse, Gegenwartsdiagnose und gemäßigtem Zukunftsoptimismus. Das Duo steht damit gegen eine Literatur, die Rom als Menetekel der Zuwanderung führt.
Geblieben ist der Satz, dass Reiche an der Stärke fallen, die sie am Rand erzeugt haben. Wer über den Niedergang des Westens, über China und über römische Analogien spricht, stößt auf Heather und Rapley, auch wo der Vergleich hinkt. Die deutsche Ausgabe von Thomas Andresen hat den werbenden Atem bewahrt. Er tröstet gemäßigt und will die Dekadenzrede entwaffnen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
