Social Theory and Social Structure

Robert K. Merton · 1949 · Sachbuch, Soziologie


Das Werk
Deutscher Titel: Social Theory and Social Structure
Autor(en): Robert K. Merton
Originaltitel: Social Theory and Social Structure
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1949
Schlagwörter: Funktion, Anomie, Mittelweg, Wissenschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Soziologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Free Press


Umfang dieser Ausgabe: 645 Seiten
ISBN: 9780029211304
Verweise


Social Theory and Social Structure ist die 1949 erschienene, später erweiterte Sammlung Robert K. Mertons, mit der die amerikanische Soziologie den Mittelweg zwischen Parsons’ System und der bloßen Empirie fand. Merton verlangt Theorien mittlerer Reichweite: prüfbar, nicht allumfassend, nah genug an der Beobachtung, um zu scheitern. Das Buch hat dem Fach die Anomie, die manifeste und latente Funktion und den Selbstbetrug der Prophezeiung gegeben, die sich selbst erfüllt.

Inhalt

Merton zersetzt Parsons’ Anspruch, alles zugleich zu erklären, ohne die Funktion zu streichen. Was eine Institution nach außen tut und was sie ungewollt tut, fällt auseinander; wer nur Absichten liest, hat die Soziologie verfehlt. Die Anomie ist bei ihm nicht Durkheims Normlosigkeit allein, sondern die Lage, in der kulturell vorgeschriebene Ziele mit versperrten Mitteln zusammentreffen: Innovation, Ritualismus, Rückzug, Rebellion. Die Wissenschaftssoziologie, die Merton daneben begründet, liest den Ethos der Forschung als Norm – Universalismus, Kommunismus der Ergebnisse, Uneigennützigkeit, organisierte Skepsis –, nicht als Natur der Wahrheit.

Gegen Mills’ Furor auf die große Theorie setzt Merton die Behauptung, man könne theoretisch sein, ohne das Ganze zu verschlingen. Gegen Parsons setzt er den Mittelweg, der Harvard ertrug und Chicago nicht verachtete. Goffman wird die Interaktion mikrosoziologisch aus dem System holen; Merton hält die Brücke. Das Buch ist eine Sammlung, kein System, und gerade darum wirkungsmächtig: Kapitel, die man einzeln unterrichtet. Die selbsterfüllende Prophezeiung ist in die Alltagssprache gewandert; die Anomie in die Kriminalsoziologie; die Funktionen in jedes Proseminar, das Absicht und Folge unterscheidet.

Die Grenzen liegen in der Glätte. Wer Herrschaft sucht, findet bei Merton oft Anpassung. Wer Klasse sucht, findet Status. Die Konflikttheorie hat ihn für zu harvardisch gehalten; die Große Theorie für zu klein. Wer nur die Schlagwörter kennt, hat die Wissenschaftssoziologie nicht gelesen, in der Merton das 20. Jahrhundert als Norm der Forschung beschrieb – eine Norm, die das Manhattan-Projekt schon gebrochen hatte. Das Buch bleibt der amerikanische Kompromiss, der das Fach arbeitsfähig hielt.

Einordnung

Merton hat der amerikanischen Soziologie die prüfbare Theorie gegeben, ohne die Parsons leer und Mills nur Anklage wäre. Neben The Social System und der Soziologischen Phantasie steht dieser Band als die Mitte. Die Wirkung ist die der Begriffe, die man benutzt, ohne den Namen zu nennen. Wer nach 1949 Funktion sagt und latent meint, spricht Merton. Der Mittelweg ist seither verdächtig; die Unterscheidung von Absicht und Folge ist es nicht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.