Schnee

Orhan Pamuk · 2002 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Schnee
Autor(en): Orhan Pamuk
Originaltitel: Kar
Originalsprache: türkisch
Erstveröffentlichung: 2002
Schlagwörter: Kars, Schnee, Kopftuch, Theater
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: Hanser


Umfang dieser Ausgabe: 512 Seiten
ISBN: 9783446202283
Verweise


Schnee ist der 2002 erschienene Roman von Orhan Pamuk, im Türkischen Kar, dasselbe Wort wie Kars, die Stadt an der armenischen Grenze, in der der Dichter Ka drei Tage eingeschneit verbringt. Ka soll über Selbsttötungen von Kopftuchmädchen berichten und liebt İpek; ein Theatercoup wird zum Putsch, Islamisten, Kemalisten, der Geheimdienst und ein Stück über die Kopfbedeckung geraten in denselben Schnee. Die deutsche Übersetzung von Christoph Rodde erschien bei Hanser. Nach Das Museum der Unschuld ist dies das politischere Buch; der Nobelpreis von 2006 hat es mitgelesen.

Inhalt

Ka kommt aus Frankfurt, wo er als Exilant Gedichte nicht mehr schrieb, nach Istanbul und weiter nach Kars, unter Schnee, der die Stadt von Ankara trennt. Er trifft İpek, eine frühere Flamme, deren Schwester Kadife das Kopftuch als Kampf trägt, und Blue, den Islamisten im Versteck. Der Journalist Serdar Bey macht aus Kas Interviews Nachrichten, die noch nicht geschehen sind. Auf der Bühne führt Sunay Zaim ein kemalistisches Stück auf, in dem das Kopftuch fallen soll; aus der Aufführung wird ein Umsturz, Tote, ein kurzer Staat der Schauspieler und Offiziere.

Pamuk wechselt die Stimmen: Ka, der Erzähler Orhan, der später nachforscht, die Protokolle der Stadt. Der Schnee fällt und macht alles still und sichtbar. Ka schreibt wieder Gedichte, achtzehn an der Zahl, ein Heft, das verloren geht. Er will İpek mit nach Frankfurt nehmen und wird zum Verräter an Blue, aus Angst und Liebe. Die Stadt glaubt an Verschwörungen, weil Verschwörungen stattfinden. Pamuk gibt keiner Seite recht: nicht der laizistischen Härte, nicht der religiösen, nicht dem westlichen Dichter, der Schönheit aus der Not der anderen macht.

Ka stirbt später in Frankfurt, erschossen. Der Erzähler geht nach Kars, findet İpek, findet das Heft nicht. Der Schnee bleibt das Zeichen: Isolation, Reinheit, die Stadt, die man nicht verlassen kann, solange es fällt. Wer nur den Kopftuchstreit sucht, unterschlägt das Theater. Wer nur die Satire auf den Staat sucht, unterschlägt Ka, der Gedichte über den Schnee schreibt, während Menschen sterben. Das Buch ist ein politischer Roman und ein Künstlerroman; beides zerbricht in Kars.

Einordnung

Pamuk hat der Türkei den Roman gegeben, in dem der Kulturkampf nicht als These, sondern als eingeschneite Provinz erscheint. Neben dem Istanbul des Museums steht Kars als die andere Stadt: ärmer, härter, näher an der Grenze. Wer nach 2002 über Laizismus, Kopftuch und osttürkische Provinz spricht, spricht hinter Ka. Der Prozess gegen Pamuk hat das Buch oft zur Beweisakte gemacht; es ist klüger als die Akte. Die achtzehn Gedichte fehlen absichtlich: Der Roman ist, was von ihnen übrigblieb.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.