Salz auf unserer Haut

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Salz auf unserer Haut
Autor(en): Benoîte Groult
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Knaur
Serie:
Erscheinungsjahr: 1988
Seitenanzahl: 320 Seiten
Originaltitel: Les vaisseaux du cœur
Originalsprache: französisch
ISBN-10: 3426627086
ISBN-13/

EAN-Code:

9783426627082
Schlagwörter: Liebe, Bretagne, Klasse, Körper
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Salz auf unserer Haut ist ein Roman von Benoîte Groult, 1988 auf Französisch als Les vaisseaux du cœur erschienen, deutsch im selben Jahr bei Piper, später als Taschenbuch bei Knaur. Er erzählt die dreißigjährige Liebesgeschichte zwischen einer Pariser Intellektuellen und einem bretonischen Fischer, vom ersten Blick in den fünfziger Jahren bis in ein Alter, das den Körper nicht verleugnet. Groult, Feministin und Journalistin, hat Erotik literarisch und genau geschrieben, nicht als Reißer. Der deutsche Titel trifft das Salz, den Wind, die Haut; der französische meint die Gefäße des Herzens. Das Buch wurde ein großer Lesererfolg und bleibt ihr bekanntester Roman.

Inhalt

Gabrielle, Tochter aus gutem Haus, Studentin, später Journalistin und Frau von Rang in Paris, begegnet in der Bretagne dem Fischer George. Er ist älter, verheiratet, vom Meer gezeichnet, ohne das Vokabular ihrer Kreise; sie ist witzig, belesen, unsicher unter der Sicherheit. Die erste Nacht am Strand setzt eine Bindung, die keine bürgerliche Ehe werden will und keine heimliche Episode bleibt. George kehrt zu Boot und Frau; Gabrielle kehrt nach Paris, heiratet, bekommt Kinder, schreibt. Über Jahre finden sie sich wieder: Inseln, Hotels, die Küste, immer dasselbe Verlangen, das die Stände nicht aufhebt. Groult lässt beide Stimmen zu, nicht nur die der Frau, die erzählt.

Die Differenz trägt das Buch. George spricht vom Fang, vom Wetter, vom Körper, ohne Psychologie; Gabrielle übersetzt ihn in Sätze und merkt, dass Übersetzung Verrat sein kann. Sie schämt sich seiner in ihren Salons und schämt sich der Scham. Er erträgt ihre Welt nicht lange und bleibt doch. Kriege der Zeiten, der Algerienkrieg am Rand, die siebenundsechziger Jahre, der Feminismus, den Gabrielle mitträgt, während George die Gleichheit der Geschlechter nicht als Theorie braucht und nicht als Drohung versteht – all das geht durch die Betten, ohne sie zu ersetzen. Der Sex ist ausführlich und unsentimental: Schweiß, Salz, Alter, das Nachlassen, das Wiederkommen.

Die Jahre machen aus der Leidenschaft keine Gewohnheit, die beruhigt. Kinder, Ehen, Entfernungen, ein Herz, das nicht mehr mitmacht. Groult erzählt das Ende nicht als versöhnlichen Schluss und nicht als Bruch allein: Die beiden haben einander gehabt, ohne einander besitzen zu können, und das Salz bleibt auf der Haut als Erinnerung, die der Körper besser kennt als der Satz. George ist keine Folklore vom einfachen Mann, Gabrielle keine Karikatur der Pariserin. Dass sie einander brauchen und einander nicht einrichten können, ist der ganze Konflikt, und er wird nicht durch eine Lehre gelöst. Wer nur die erotischen Seiten herausreißt, hat das Klassenbuch nicht gelesen.

Einordnung

Groult hat einen Liebesroman geschrieben, der den Körper ernst nimmt und die Gesellschaft nicht vergisst. In Frankreich und Deutschland las man ihn als erotisches Ereignis; die feministische Autorin geriet hinter die Strandszenen zurück, zu Unrecht. Neben den großen französischen Beziehungsromanen der Nachkriegszeit steht Salz auf unserer Haut schlichter, mündlicher, weniger konstruiert als der französische Neue Roman der Nachbarn, näher bei der Beichte, die keine Reue will. Eine Verfilmung von 1992 hat die Bilder geliefert, die das Meer schon bereithielt, und die Länge der Jahre gekürzt.

Der Vorwurf, Groult idealisiere den Fischer und lasse die Intellektuelle an ihm genesen, trifft eine Gefahr des Buches, nicht seine ganze Rechnung: George bleibt eigensinnig, Gabrielle bleibt eitel. Knaur hält das Taschenbuch in vielen Auflagen. Es ist kein Traktat über die Liebe der Stände, sondern die Behauptung, dass dreißig Jahre Begehren eine Biographie sein können, ohne eine Ehe zu werden. Das Salz ist der Rest, wenn die Gefäße des Herzens nicht mehr tragen. Wer das Buch für bloße Erotik hält, hat George nur entkleidet, nicht zugehört.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.