Roter Drache

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Roter Drache
Autor(en): Thomas Harris
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Heyne
Serie:
Erscheinungsjahr: 1981
Seitenanzahl: 448 Seiten
Originaltitel: Red Dragon
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3453025423
ISBN-13/

EAN-Code:

9783453025424
Schlagwörter: Mörder, Empathie, Verwandlung, Jagd
Sachgebiete: Roman
Rezensionen
Umschlag

Roter Drache ist der 1981 erschienene Roman von Thomas Harris, deutsch 1988 bei Heyne in der Übersetzung von Sepp Leeb. Er führt den Psychiater Hannibal Lecter ein, der Menschen isst, und den Fahnder Will Graham, der Täter versteht, indem er sich in sie versetzt, und daran zerbricht. Der Titel zitiert William Blakes Aquarell vom großen roten Drachen und der Frau, mit der Sonne bekleidet. Harris hat später Das Schweigen der Lämmer nachgelegt, das Lecter berühmter machte; dieser erste Band bleibt die Jagd auf die Zahnfee, nicht das Duell im Verlies allein. Die Presse nannte den Mörder so nach den Bissspuren; im Original steht Tooth Fairy, unglücklich auch als Zahnschwuchtel verdeutscht.

Inhalt

Graham lebt mit der Frau Molly und dem Stiefsohn zurückgezogen in Florida, nachdem Lecter ihn vor drei Jahren fast getötet hat. Jack Crawford vom FBI holt ihn: Ein Täter hat in Vollmondnächten zwei Familien erschossen, Spiegel zerschlagen, Splitter in die Augen der Mütter gesetzt, die Toten angeordnet, als sollten sie zusehen. Graham geht nach Atlanta an den jüngsten Ort, liest die Inszenierung und willigt ein, Lecter in der Haft zu befragen. Lecter hat bereits einen Brief der Zahnfee, der ihn als Einzigen des Verstehens schmeichelt. Über ein manipuliertes Anwaltsgespräch schleust er eine kodierte Anzeige ins Klatschblatt Tattler, unterschrieben mit 666, die Grahams Privatadresse enthält. Molly und der Junge werden in Sicherheit gebracht.

Graham findet am ersten Tatort in Birmingham Kratzspuren am Baum: Der Täter hat beobachtet. Das FBI lockt mit einem Interview, das die Zahnfee demütigt; statt Graham holt sie den Reporter Freddy Lounds, zwingt ihn zu einem Tonband und verbrennt ihn auf einem Rollstuhl. Parallel erzählt Harris den Täter: Francis Dolarhyde, zweiundvierzig, mit gespaltener Lippe, von der Großmutter gequält, Abteilungsleiter in einem Filmlabor in St. Louis, wählt Opfer nach privaten Videofilmen, die er entwickelt. Blake gibt ihm die Bestimmung, Drache zu werden. Er hat eine nächste Familie im Blick und beginnt wider Erwarten eine zärtliche Bindung zur blinden Kollegin Reba McClane, die ihn nicht anstarrt.

Graham erkennt die Verbindung der Filme zum Labor. Dolarhyde erfährt von der Nachfrage, entführt Reba, zündet das geerbte Haus an. Die Polizei findet eine Leiche; Reba kommt entgegen und sagt, er habe sich erschossen. Graham fährt heim. Dolarhyde, der einen Tankwart an Rebas Stelle gelegt hat, greift ihn an und sticht ihm in die Wange. Molly lockt den Angreifer weg und erschießt ihn mit Grahams Waffe. Lecter schreibt dem wieder Verwundeten einen höhnischen Brief. Harris hält Dolarhydes Innenwelt offen: die Stimme des Drachen, die Scham, die kurze Möglichkeit, durch Reba Mensch zu bleiben, und das Verwerfen dieser Möglichkeit. Graham siegt nicht; er überlebt beschädigt, wie nach Lecter.

Einordnung

Harris hat den Kriminalroman um die Empathie als Berufskrankheit gebaut. Grahams Gabe ist Lecters Nachbarschaft: Wer den Täter denkt, nähert sich ihm. Dolarhyde ist kein Rätsel ohne Kindheit; die Großmutter, das Heim, das Labor erklären ohne zu entschuldigen. Blake-Bilder, Vollmond und Bissspuren geben der Jagd eine mythische Schicht, die das Verfahren nicht ersetzt. Michael Manns Film Blutmond von 1986 mit William Petersen und Brian Cox als Lecter kam vor dem Weltruhm von Das Schweigen der Lämmer; 2002 wiederholte Brett Ratner den Stoff mit Anthony Hopkins und Edward Norton. Die Fernsehserie Hannibal hat die Vorgeschichte noch einmal erzählt.

Lecter ist hier noch Rand und Katalysator, nicht die Hauptfigur. Wer nur die Maske und das Verlies aus dem Folgeband kennt, findet in Roter Drache den Fahnder, der zahlt, und den Täter, der ein Bild werden will. Harris schreibt kühl und genau, ohne das Grauen zu verharmlosen. Die Reihe hat den Kannibalen zur Marke gemacht; dieses Buch bleibt die Nacht, in der der Drache Familien frisst und Graham ins Gesicht sticht.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.