Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Boy Lornsen · 1967 · Kinderbuch


Das Werk
Deutscher Titel: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt
Autor(en): Boy Lornsen
Originaltitel: Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt
Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1967
Schlagwörter: Roboter, Erfindung, Reise, Prüfung
Sachgebiete: Kinderbuch
Greifbare Ausgabe
Verlag: Thienemann


Umfang dieser Ausgabe: 304 Seiten
ISBN: 9783522181709
Verweise


Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt ist das Kinderbuch von Boy Lornsen, 1967 bei Thienemann erschienen, mit den Zeichnungen von Franz Josef Tripp. Der Junge Tobbi und der Roboter Robbi bauen in Tütermoor ein Fahrzeug, das fliegt, schwimmt und tütet, und fahren damit die Prüfungsaufgaben ab, die Robbi bestehen muss, um als Roboter anerkannt zu bleiben. Lornsen, Steinmetz von Sylt, hat das erste Buch so erzählt, als wäre Technik ein Handwerk zum Mitmachen, nicht ein Wunder hinter Glas. 1968 stand der Band auf der Auswahlliste zum Deutschen Jugendliteraturpreis; die Fernsehspiele der frühen siebziger Jahre haben den Blechfreund und das Tüten unzertrennlich gemacht.

Inhalt

Robbi wohnt bei Tobbi, denkt laut und hat Angst vor der Kommission, die Roboter prüft. Die Aufgaben klingen nach Amtsdeutsch und meinen die Welt: ein Geheimnis in Schottland, ein Leuchtturm mit gelbschwarzen Ringen auf offener See, der Nordpol als letzte Adresse. Weil kein vorhandenes Auto das alles kann, erfinden die beiden das Fliewatüüt – den Namen kann man zerlegen in Fliegen, Wasser und Tüt, und das Buch hat seine Freude an solchen Zerlegungen. Der Bau ist Werkstattarbeit: Schrauben, Propeller, ein Rumpf, der nicht elegant ist, sondern tauglich. Tütermoor bleibt der heimische Sumpf, aus dem man startet und in den man zurückwill. Lornsen gibt den Erwachsenen Randrollen – Eltern, Prüfer, Leute am Weg –, ohne sie zu Feinden der Erfindung zu machen.

Die Reise ist eine Kette von Proben, die das Fahrzeug und die Freundschaft zugleich meinen. Schottland liefert eine Burg, die nicht so ist, wie die Aufgabe sie beschreibt, bis man genauer hinsieht. Das Meer liefert den Leuchtturm zwischen vielen falschen. Der Nordpol liefert Kälte und die Einsicht, dass eine Prüfung auch dann gilt, wenn niemand applaudiert. Zwischendurch geraten sie an Leute, die das Fliewatüüt kaufen, beschlagnahmen oder für unmöglich erklären; Tobbi redet, Robbi rechnet, und meist gewinnt die Hartnäckigkeit, nicht die Kraft. Das Buch ist heiter, ohne die Gefahr zu streichen: Motoren setzen aus, Nebel kommt, die Kommission wartet. Lornsen schreibt den Jargon der Technik so, dass Kinder ihn nachbauen können, und den Jargon der Behörde so, dass sie ihn durchschauen.

Am Ende ist die Prüfung bestanden, das Fliewatüüt noch da, Tütermoor noch Sumpf. Kein neuer Planet, kein Weltfrieden: ein Roboter darf bleiben, was er ist, weil ein Junge mit ihm gearbeitet hat. Die späteren Auflagen haben farbige Bilder neben Tripps Strich gestellt; die Geschichte ändert das nicht. Lornsen hat keine Lehre gegen die Technik geschrieben und keine für sie. Er hat eine Werkbank in die Kinderliteratur gestellt, auf der Freundschaft die Form eines Fahrzeugs annimmt. Wer das Buch nur als Reiseabenteuer liest, unterschlägt die Prüfung, die den Anlass gibt. Wer es nur als Roboterwitz liest, unterschlägt Tobbi, ohne den Robbi die Aufgaben nicht einmal verstünde.

Einordnung

1967, im Jahr der Fernsehzukunft und der Mondprogramme, hat Lornsen dem Kinderbuch einen Roboter gegeben, der nicht herrscht und nicht droht, sondern Angst vor dem Amt hat. Gegen Michael Endes Momo ist das Fliewatüüt unphilosophisch: Es stiehlt keine Zeit, es braucht welche, um gebaut zu werden. Gegen Otfried Preußlers dunkle Mühle in Krabat bleibt Tütermoor hell. Die Auswahlliste von 1968 und die Verfilmung mit dem greifbaren Roboter haben den Band zum Hausnamen gemacht, oft heiterer in der Erinnerung als auf der Seite, wo geschraubt und gezittert wird. Wer deutsche Kinderbücher der Nachkriegsjahrzehnte nach Erfindern durchsieht, findet hier den Sylter Steinmetz, der das Blech ernst nimmt. Das Fliewatüüt ist kein Sinnbild der Moderne; es ist ein Gerät, das drei Dinge kann, und das reicht, um eine Freundschaft durch die Prüfung zu tragen.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

Kinderbuch entdecken