Rico, Oskar und die Tieferschatten

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Rico, Oskar und die Tieferschatten
Autor(en): Andreas Steinhöfel
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Carlsen
Serie:
Erscheinungsjahr: 2008
Seitenanzahl: 224 Seiten
Originaltitel: Rico, Oskar und die Tieferschatten
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3551310297
ISBN-13/

EAN-Code:

9783551310293
Schlagwörter: Berlin, Freundschaft, Entführung, Denkweise
Sachgebiete: Kinderbuch
Rezensionen
Umschlag

Rico, Oskar und die Tieferschatten ist der Kinderroman von Andreas Steinhöfel, 2008 bei Carlsen erschienen, mit Zeichnungen von Peter Schössow. Ein Junge aus der Berliner Dieffenbachstraße, der sich selbst tiefbegabt nennt, weil Gedanken bei ihm Umwege machen, führt Ferientagebuch und trifft Oskar, der einen blauen Helm trägt und hochbegabt ist; zusammen geraten sie an einen Kindesentführer. Steinhöfel hat den Kinderkrimi auf zwei Denkarten gelegt, die einander brauchen: Rico sieht, was andere übersehen, weil er langsamer wird; Oskar weiß, was im Lehrbuch steht, und hat Angst vor dem Leben. Der Band erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis und wurde der Auftakt einer Reihe. Er spielt in Kreuzberg, nicht in einer erdachten Stadt, und nimmt die Tieferschatten ernst, von denen Rico spricht.

Inhalt

Rico Doretti wohnt mit der Mutter Tanya, die nachts arbeitet, in einem Haus mit vielen Nachbarn, die er alle kennt und die ihn kennen. Er soll in den Ferien schreiben, verliert den Faden, findet ihn wieder, und erklärt dem Leser, wie ein tiefbegabter Kopf funktioniert: nicht dümmer, nur weiter. Im Hof und auf der Straße begegnet er Oskar, der den Fahrradhelm auch ohne Rad nicht abnimmt, weil die Welt ihm zu gefährlich ist. Oskar ist jünger, klüger im Schulsinne, ängstlicher; Rico nimmt ihn mit, zeigt ihm das Viertel, die Imbisse, die Leute, und merkt, dass der Kleine zum ersten Mal nicht wegläuft. Zwischen beiden entsteht eine Freundschaft aus Schutz und Bewunderung, ohne dass einer den anderen bessern wollte.

In der Stadt geht die Angst vor dem sogenannten Aldi-Entführer um, der Kinder verschleppen soll. Rico, der Gesichter und Ungereimtheiten festhält, weil er nichts schnell abhakt, stößt auf Spuren, die die Erwachsenen für Zufall halten. Oskar liefert die Schlüsse, die Rico nicht in einem Satz hinbekommt; Rico liefert den Mut, vor Türen zu stehen, vor denen Oskar zurückzuckt. Die Tieferschatten, von denen Rico spricht, sind die Stellen im Haus und in der Nacht, an denen die Furcht dicker wird; mit Oskar werden sie heller, nicht weil die Gefahr weiche, sondern weil einer da ist, der zuhört. Steinhöfel lässt die Mutter, die Nachbarn, einen Polizisten auftreten, ohne ihnen die Lösung zu geben. Die Kinder ermitteln, weil sie die Straße kennen.

Die Spur führt auf einen Mann aus der Nähe, nicht auf ein fernes Monster. Rico gerät in Gefahr, Oskar hält stand, die Entführung wird gestoppt, bevor sie zur Katastrophe wird, die das Buch nicht ausschlachtet. Am Ende bleibt die Freundschaft, das Tagebuch, der Helm, den Oskar nicht sofort ablegt, und Ricos Satz, dass zwei Denkweisen zusammen mehr sehen als eine. Der Roman schließt heiter, ohne die Angst zu streichen: Kreuzberg bleibt ein Ort mit Schatten, und die beiden bleiben ein Paar, das man nicht in klug und dumm zerlegen kann. Schössows Bilder halten Rico kantig und Oskar klein unter dem Helm; der Text braucht sie, weil er den Körper der Jungen ernst nimmt, nicht nur ihre Köpfe.

Einordnung

Steinhöfel hat den Berliner Kinderkrimi nach Kästner neu erfunden, ohne ihn zu kopieren. Gegen Emil und die Detektive ist die Stadt rauer, die Familie prekärer, der Held kein Organisator einer Kinderbehörde, sondern ein Erzähler, der Umwege macht. Die Rede von Hoch- und Tiefbegabung nimmt das Buch den Etiketten weg und gibt sie den Kindern als Selbstbeschreibung, die sie wenden dürfen. In der deutschsprachigen Kinderliteratur nach 2000 steht der Band neben wenigen, die Behinderung und Begabung ohne Lehrervortrag erzählen. Der Jugendliteraturpreis bestätigte, dass die Stimme Ricos trägt, nicht nur der Fall.

Die Verfilmung von 2014 mit den Jungen in den Titelrollen hat das Viertel und den Ton getroffen; Fortsetzungen in Buch und Film haben das Paar weitergeführt. Der erste Teil bleibt der genaueste, weil die Freundschaft noch entsteht. Wer nach Steinhöfel über Kinder als Ermittler spricht, findet hier keine Bande mit Rängen, sondern zwei, die einander übersetzen. Wer Rico für bloß komisch hält, hat die Tieferschatten nicht als das erkannt, was sie sind: die Angst eines Jungen, der die Welt in ganzen Sätzen haben will und sie nur in Stücken bekommt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.