Rassenkunde des deutschen Volkes

Hans F. K. Günther · 1922 · Sachbuch, Anthropologie


Das Werk
Deutscher Titel: Rassenkunde des deutschen Volkes
Autor(en): Hans F. K. Günther


Originalsprache: deutsch
Erstveröffentlichung: 1922
Schlagwörter: Rassenkunde, Nordische Rasse, Bildtafel, Volksgemeinschaft
Sachgebiete: Sachbuch, Anthropologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: J. F. Lehmanns


Umfang dieser Ausgabe: 500 Seiten
ISBN:
Verweise


Rassenkunde des deutschen Volkes erschien 1922 bei J. F. Lehmanns in München. Hans F. K. Günther, bald »Rassen-Günther« genannt, ordnet die Deutschen in nordische, falische, dinarische, ostische und westische Schläge und koppelt Aussehen an Charakter, Recht und Staat. Das Buch wurde Lehrstoff, Bilderbuch und Behörde: Es hat der nationalsozialistischen Bevölkerungspolitik die Tafel geliefert, an der man Menschen maß.

Inhalt

Günther schreibt, als sei das Volk ein Gemenge, das man entmischen könne. Der nordische Schlag – schmalgesichtig, hell, langschädelig – steht für Führung, Staatssinn, Enthaltsamkeit; die anderen Schläge erhalten Tugenden zweiter Ordnung oder die Rolle der Gefahr. Juden erscheinen nicht als Konfession, sondern als fremder Körper. Karten, Schädelmaße und vor allem Photographien sollen das Auge schulen: Wer die Tafel kennt, erkennt den Nachbarn. Was wie Schulbuch der Anthropologie auftritt, ist eine Anleitung, Zugehörigkeit im Gesicht zu lesen.

Die späteren Auflagen, unter der Republik schon Bestseller, wurden nach 1933 Pflicht in Seminaren und Schulungen. Günther fordert nicht nur Beschreibung, sondern Aufnordung: Partnerwahl, Siedlung, Abwehr der Mischung. Die Sprache meidet den Bierbankton; sie spricht von Erbmasse, Eignung, Volksganzen. Genau das machte den Text brauchbar für Ministerien, die ein Gesetz mit Wissenschaft bekleiden wollten. Die Nürnberger Gesetze und die Erbgesundheitspolitik fanden hier nicht den Wortlaut der Paragraphen, wohl aber die Ordnung, in der Paragraphen gerecht erscheinen.

Unsicher ist das Buch schon in dem, was es für Messung ausgibt. Die Photographien sind gestellt, die Charakterzuschreibungen Zirkel: Wer führt, ist nordisch, also führen Nordische. Die Fachanthropologie hat Teile der Maße geteilt und die Folgerung verworfen; politisch siegte die Folgerung. Günther lehrte in Jena, wurde mit Preisen des Regimes bedacht und schrieb nach 1945 weiter, als sei nur der Staat, nicht die Lehre gescheitert.

Einordnung

Wo Gobineau resigniert und Chamberlain weihevoll spricht, liefert Günther den Atlas für den Alltag der Verfolgung: das Gesicht als Ausweis. Lehmanns Verlag, dasselbe Haus, das Grant verdeutschte, machte aus der Rassenkunde eine Ware der gebildeten Mitte. Nach 1945 blieb der Name peinlich und die Bildlogik wirksam, wo Herkunft wieder als Charakter gelesen wird. Das Buch gehört neben Der Untergang der großen Rasse und Chamberlains Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts in die Vorgeschichte der Aussonderung, nicht in eine Geschichte harmloser Irrtümer der Völkerkunde.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.