Quo Vadis
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Quo Vadis |
| Autor(en): | Henryk Sienkiewicz |
| Originaltitel: | Quo vadis |
| Originalsprache: | polnisch |
| Erstveröffentlichung: | 1896 |
| Schlagwörter: | Rom, Nero, Christen, Liebe |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | dtv
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 624 Seiten |
| ISBN: | 9783423128254 |
| Verweise | |
Quo Vadis ist der 1895 und 1896 in Fortsetzungen erschienene historische Roman von Henryk Sienkiewicz, im Original Quo vadis mit dem Untertitel einer Erzählung aus der Zeit Neros. Ein römischer Patrizier liebt eine christliche Geisel, Rom brennt, Nero schiebt den Christen den Brand in die Schuhe, und der Apostel Petrus hört auf der Flucht die Frage: Wohin gehst du, Herr? Sienkiewicz, später Nobelpreisträger, hat den Untergangsrausch des Kaiserhofs und die Gemeinde in den Katakomben so ineinandergelegt, dass das Buch zum Weltbestseller der Jahrhundertwende wurde. Die deutschen Taschenbuchausgaben halten den lateinischen Titel; die Frage bleibt die des Petrus.
Inhalt
Marcus Vinicius, junger Tribun, kehrt aus dem Feld nach Rom zurück und begehrt Lygia, eine ligische Königstochter, die als Geisel im Haus des Aulus Plautius lebt und heimlich Christin ist. Sein Onkel Petronius, Schiedsrichter des Geschmacks bei Hofe, arrondiert die Begierde in höfische Form und hilft, Lygia dem Haus zu entreißen, angeblich für den Cäsar, tatsächlich für den Neffen. Lygia entkommt mit Hilfe der Gemeinde und des kraftgewaltigen Ursus. Vinicius jagt sie, lässt sich von dem Christen Crispus und später von Petrus und Paulus belehren, nicht weil ihn die Lehre zuerst überzeugt, sondern weil die Geliebte dort ist. Aus Verlangen wird Umkehr, langsam, mit Rückfällen in die alte Herrschaft über Körper.
Nero dichtet, singt, tötet, lässt Rom in Brand setzen, um Platz für seinen Palast und Stoff für ein Epos zu gewinnen, und zeigt sich als Tröster des Volks. Die Schuld fällt auf die Christen. Es folgen die Nächte im Circus: Tiere, Kreuzigungen, lebende Fackeln in den Gärten. Lygia soll einem Stier ausgesetzt werden; Ursus ringt das Tier nieder. Vinicius, selbst gefährdet, entreißt sie dem Tod. Petronius, der Nero durchschaut und ihm die Schmeichelei verweigert, als sie nur noch Ekel ist, öffnet sich die Adern, zusammen mit der Geliebten Eunice, in einer Inszenierung des Sterbens, die dem Hof die letzte Lektion in Geschmack erteilt. Petrus, zur Flucht überredet, begegnet Christus auf der Via Appia, fragt »Quo vadis, Domine?« und kehrt um, weil der Herr nach Rom geht, um sich abermals kreuzigen zu lassen. Petrus stirbt den Märtyrertod; die Gemeinde bleibt.
Vinicius und Lygia überleben, verlassen die Stadt, der Roman blickt auf Neros Ende und auf eine Welt, in der das Kreuz das Palatin überdauern wird. Sienkiewicz malt Feste, Speisen, den Geruch des Brandes, die Arena so sinnlich, dass die Bekehrung nicht als Traktat kommt, sondern als Gegenbild: gegen den Hof, der alles verbraucht, eine Liebe, die nicht besitzen will. Ursus, der Barbar, ist die Kraft, die das Wunder ersetzt, ohne es zu leugnen. Der Titel gehört Petrus, nicht dem Liebespaar; die Frage richtet sich an jeden, der Rom verlässt, während es brennt.
Einordnung
Sienkiewicz hat den Antikenroman des neunzehnten Jahrhunderts auf den Nenner von Blut, Glaube und Hofzeremoniell gebracht und damit ein katholisches Epos geschrieben, das auch las, wer keinen Glauben mitbrachte. Der Nobelpreis von 1905 galt dem Lebenswerk; Quo Vadis war der Titel, den Europa kannte. Die Verfilmungen, vor allem Mervyn LeRoys Hollywoodfilm von 1951, haben Nero und die Arena zum Bildermagazin gemacht und die polnische Trauer um ein unterdrücktes Volk oft abgeschnitten: Sienkiewicz schrieb unter russischer Teilung, die Christen Roms waren auch die Polen. Wer den Band nur als Kostümdrama kennt, hat Petronius' Selbstmord nicht als ästhetischen Widerstand gelesen.
Neben den Ben Hur-Erzählungen und dem späteren Hollywoodchristentum bleibt Quo Vadis das Buch, in dem der Geschmack (Petronius) und der Glaube (Petrus) denselben Kaiser überleben, auf verschiedene Weise. Der dtv-Band bietet die vollständige deutsche Fassung; der Atem ist der des Fortsetzungsromans, breit, bilderreich, ohne Scham vor dem Großen. Die Frage auf der Via Appia hat den Titel unsterblich gemacht. Wohin gehst du: zurück in die Stadt, die dich tötet, oder fort in die Sicherheit, die den Sinn streicht. Petrus kehrt um. Vinicius geht mit Lygia. Der Roman lässt beide Wege gelten.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
