Preußen. Aufstieg und Niedergang

Christopher Clark · 2006 · Sachbuch, Geschichte
Geschichte
Das Werk
Deutscher Titel: Preußen. Aufstieg und Niedergang
Autor(en): Christopher Clark
Originaltitel: Iron Kingdom. The Rise and Downfall of Prussia, 1600–1947
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2006
Schlagwörter: Preußen, Hohenzollern, Militär, 1947
Sachgebiete: Sachbuch, Geschichte
Greifbare Ausgabe
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt


Umfang dieser Ausgabe: 896 Seiten
ISBN: 9783421053918
Verweise


Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947 ist die 2006 erschienene, 2007 auf Deutsch vorgelegte Geschichte des Hohenzollernstaates von Christopher Clark. Der Australier, der in Cambridge lehrt, erzählt Preußen nicht als reinen Militarismus und nicht als harmlosen Rechtsstaat, sondern als europäisches Gebilde, das 1947 von den Alliierten ausgelöscht wurde – den Namen, nicht nur das Land. Die Schlafwandler haben Clark berühmt gemacht; dieses Buch hat ihn in Deutschland zuerst bekannt gemacht.

Inhalt

Clark beginnt im 17. Jahrhundert: ein Streubesitz, der sich zum Königreich steigert, Reformen, Heer, Verwaltung, die Spannung zwischen Aufklärung und Untertanengeist. Friedrich II. wird weder vergoldet noch zum bloßen Säbel. Das 19. Jahrhundert bringt Stein, die Erhebung, den Zollverein, 1848, Bismarck, die Reichsgründung, in der Preußen Deutschland und Deutschland Preußen wird, ohne dass beide dasselbe wären. Clark nimmt die Leistung der Verwaltung ernst und die Kosten: Polen, die Untertanen, das Dreiklassenwahlrecht, der Kult des Offiziers. Der Staat, der als Muster der Modernisierung gelobt wurde, bleibt ein Staat der Ungleichheit.

Das 20. Jahrhundert ist der Niedergang, den der Titel verspricht. 1918 überlebt Preußen als Freistaat, 1932 zerstört Papens Preußenschlag die letzte große republikanische Bastion, 1933 liefert der Apparat sich dem neuen Reich. Clark weigert sich, eine gerade Linie von Friedrich zu Hitler zu ziehen, und weigert sich ebenso, Preußen zum Opfer zu machen. 1947 löschen die Sieger den Namen, weil er ihnen als Chiffre der Gefahr gilt. Das Buch fragt, was an dieser Chiffre stimmte und was Projektion war: der Militarismus war real, die Reduktion ganz Deutschlands auf Potsdam war bequem. Kultur, Pietismus, Wissenschaft, die jüdischen Bürger Berlins kommen vor, ohne das Heer zu verdrängen. Die Erzählung ist breit, anekdotisch wo es trägt, archivfest wo es streitet.

Unsicher ist die Versöhnlichkeit. Deutsche Leser haben in Clark manchmal den Freispruch gehört, den er nicht geschrieben hat. Der Sonderweg wird abgeschwächt, nicht bestritten, dass Preußen Gewalt zur Staatsräson machte. Wer nur Junker und Parademarsch sucht, findet zu viel Europa; wer nur den Musterstaat sucht, findet zu viel Unterwerfung. Neben Treitschkes Deutsche Geschichte im neunzehnten Jahrhundert ist dies die Gegenprosa: dasselbe Land ohne die Weihe. Clark hat Preußen wieder erzählbar gemacht, nachdem der Name verbrannt war – und er hat die Pflicht behalten, den Brand nicht zu vergessen.

Einordnung

Das Buch hat die öffentliche Rede über Preußen in der Berliner Republik verschoben: weg vom reinen Schreckbild, ohne Rückkehr zur Verehrung. Es steht unter Clarks Werken als das Fundament, auf dem die Schlafwandler die Julikrise anders lesen. Wer deutsche Geschichte nur als Reichskanzlerfolge kennt, trifft hier den Staat, der das Reich trug und überlebte, bis man den Namen tilgte.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.