Palast der Winde
| Das Werk | |
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| Deutscher Titel: | Palast der Winde |
| Autor(en): | Mary M. Kaye |
| Originaltitel: | The Far Pavilions |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1978 |
| Schlagwörter: | Indien, Himalaja, Kolonialkrieg, Liebe |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch
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| Umfang dieser Ausgabe: | 944 Seiten |
| ISBN: | 9783596905850 |
| Verweise | |
Palast der Winde ist der 1978 erschienene Roman von Mary M. Kaye, deutsch unter einem Titel, der die fernen Pavillons des Originals in ein Haus aus Wind verwandelt. Ein Engländer, der als Hindu aufwächst, und eine indische Prinzessin geraten zwischen die Fronten der britischen Armee und der Fürstenhöfe, vom Aufstand von 1857 bis zum zweiten afghanischen Krieg. Kaye, in Simla geboren, Enkelin und Tochter von Männern im indischen Dienst, hat das dicke Buch aus Erinnerung und Archiv geschrieben, nicht aus der Ferne eines Londoner Studierzimmers. Es wurde ein Welterfolg des historischen Unterhaltungsromans, oft als Liebesgeschichte verkauft. Es ist genauer eine Erziehung in zwei Treuen, die sich nicht vereinbaren lassen, und eine Landschaft – Himalaja, Ebene, Khyber –, die mehr entscheidet als der Hof.
Inhalt
Ashton Hillary Akbar Khan, genannt Ash, überlebt als Kind englischer Eltern den Aufstand und wird von der indischen Amme Sita als Hindu jenseits der Berge großgezogen. Er spricht die Sprachen, kennt die Götter und hält sich für einen der Ihren, bis die Herkunft ihn einholt und die britische Schule, das Regiment, die Uniform aus ihm einen Offizier der Queen machen. Die Spaltung bleibt: Er dient einem Reich, dessen Hochmut er durchschaut, und liebt ein Land, das ihn als Sahib sieht, sobald die Haut und der Rang sprechen. In den Fürstenstaaten begegnet er Anjuli, einer Prinzessin, die einem anderen versprochen ist, und Shushila, der Schwester, deren Hochzeitspolitik die Frauen als Pfand setzt. Ash vermittelt, übersetzt, reitet, und verliert dabei die Unschuld des Kindes, das in beiden Welten zu Hause war.
Anjuli wird verheiratet, nicht aus Liebe, und Ash sieht zu, wie der Hof die Frauen verbraucht. Die Handlung führt durch Intrigen, Gift, Flucht in die Berge und den Dienst an einer Grenze, die das britische Weltreich für eine Linie hält und die Bewohner für eine Heimat. Kaye schildert Lager, Märsche, die Etikette der Residenzen und die Kälte der Offiziersmesse, in der Ash als zu indisch gilt. Der zweite afghanische Krieg zerreißt, was die Liebe zusammenhalten wollte: Treue zum Regiment und Treue zu Anjuli fallen auseinander. Ash desertiert im Geist lange, bevor er es in der Tat tut. Anjuli zahlt mit dem Stand, mit der Sicherheit, mit dem Namen.
Der Roman gibt den Liebenden am Ende keine unbeschädigte Idylle. Er gibt ihnen den Himalaja, eine Form von Leben jenseits der Offiziersmesse und des Frauengemachs, und die Einsicht, dass der Palast der Winde kein Gebäude der Briten ist. Die fernen Pavillons des Originaltitels liegen im Blick auf die Berge, nicht in Simla. Kaye hat Schlachten und Hochzeiten mit derselben Geduld erzählt, was dem Buch die Länge gibt, die manche als Breite tadeln. Wer nur Ash und Anjuli behält, hat Sita nicht gelesen, die das Kind gerettet hat, und nicht die namenlosen Träger, die die Kolonialkriege schleppen. Der Schluss ist teuer: Man überlebt, indem man eine der beiden Loyalitäten aufgibt.
Einordnung
Kaye hat den Indienroman der späten siebziger Jahre gegen die Sehnsucht nach der britischen Herrschaft geschrieben und ihr zugleich Stoff geliefert. Sie kennt die Dienstfamilie von innen und tadelt den Hochmut, ohne das Weltreich in eine einzige Anklage aufzulösen. Neben E. M. Forsters Auf der Suche nach Indien und den späteren Romanen nach dem Ende der Kolonialherrschaft steht Palast der Winde als Unterhaltungsbuch mit Archiv: lesbar, parteiisch für die, die zwischen den Seiten stehen, oft blind für die, die keinen englischen Namen haben. Eine Fernsehfassung von 1984 mit Ben Cross und Amy Irving hat den Stoff zum Ereignis gemacht und die Länge auf Kostüm und Blick verkürzt.
Im Deutschen hält Fischer den dicken Taschenbuchband, Übersetzung Emil Bastuk, der in Regalen neben anderen Indien-Epen liegt. Historiker nennen Ungenauigkeiten; Leser finden die Kälte der Messe und die Wärme der Amme. Wer nach Kaye über Liebe unter der Kolonialflagge spricht, spricht hinter diesem Buch; wer es für eine unschuldige Romanze hält, hat den Krieg im Khyber und die Heiratspolitik der Fürstenhöfe nicht gelesen. Die Berge behalten das letzte Wort, nicht die Königin.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
