North and South
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | North and South |
| Autor(en): | Elizabeth Gaskell |
| Originaltitel: | North and South |
| Originalsprache: | englisch |
| Erstveröffentlichung: | 1855 |
| Schlagwörter: | Fabrik, Streik, Manchester, Stolz |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 653 Seiten |
| ISBN: | 9783150115473 |
| Verweise | |
North and South ist der 1854 und 1855 in Dickens’ Zeitschrift Household Words vorabgedruckte, 1855 als Buch erschienene Roman von Elizabeth Gaskell. Der englische Titel bleibt im Deutschen oft stehen; Reclam nennt die Neuübersetzung Norden und Süden. Eine Pfarrerstochter aus dem ländlichen Süden Englands gerät in die nordenglische Fabrikstadt Milton, nach Manchester gezeichnet, und trifft auf den Fabrikanten John Thornton. Gaskell, Pfarrersfrau in Manchester, kannte Armut, Krankheit und den Streit zwischen Herren und Händen aus dem Alltag, nicht aus der Broschüre. Das Buch ist Gesellschaftsroman und Liebesgeschichte, ohne dass eines das andere entschuldigt. Es steht neben Mary Barton, ist aber gerechter zu beiden Seiten der Fabrik.
Inhalt
Margaret Hale lebt in Helstone, im Süden, zwischen Wald und Pfarrei, bis der Vater Richard Hale aus Gewissensgründen die Kirche von England verlässt und die Familie nach Milton im Norden zieht. Die Mutter Maria kränkelt; der Bruder Frederick lebt im Exil, weil er an einer Meuterei beteiligt war. Milton ist Lärm, Rauch, grobe Sitten. Margaret befreundet sich mit der Arbeiterfamilie Higgins: dem Weber Nicholas Higgins und der lungenkranken Tochter Bessy, die in der Baumwolle staubt. John Thornton, Herr von Marlborough Mills, kommt zum Vater als Schüler in den Klassikern und stößt mit Margaret zusammen. Sie hält ihn für den Inbegriff der Ausbeutung; er hält sie für hochmütig. Eine erste Werbung weist sie schroff ab.
Der Streik kommt. Thornton wirbt irische Ersatzarbeiter an; eine Menge zieht vor die Mühle. Margaret drängt ihn, zu den Leuten zu sprechen, stellt sich vor ihn und wird von einem Stein getroffen. Das Gerücht einer unschicklichen Nähe entsteht. Bessy stirbt. Higgins, verbittert, findet durch Margaret doch den Weg zu Thornton; aus Feinden werden Verhandler, mühsam und ohne Versöhnungstheater. Die Mutter stirbt. Frederick taucht auf, um Abschied zu nehmen; Thornton sieht Margaret nachts mit einem unbekannten Mann am Bahnhof und schließt auf ein Verhältnis. Margaret lügt die Polizei an, um den Bruder zu schützen, und verliert in den eigenen Augen die Wahrhaftigkeit, auf die sie stolz war.
Der Vater stirbt. Margaret erbt von einem Londoner Freund Vermögen, während Thornton durch den Streik und die Märkte in die Enge gerät. Sie bietet ihm Kapital für die Mühle, nicht als Almosen, als Teilhaberschaft. Erst jetzt, nachdem beide Stolz und Irrtum abgetragen haben, können sie einander die Hand reichen. Gaskell erzählt die Fabrik so genau wie das Pfarrhaus: Löhne, Lungen, die Logik des Marktes, die Logik der Scham. Thornton lernt, die Hände als Menschen zu sehen, ohne aufzuhören, Herr zu sein. Margaret lernt, dass der Norden nicht nur Rohheit ist und der Süden nicht nur Anstand. Die Ehe am Schluss ist verdient und bleibt eine Verhandlung.
Einordnung
Gaskell hat den Industriestandort nicht zum Feindbild und nicht zur Idylle gemacht. Gegenüber Dickens’ lauteren Anklagen in denselben Jahren hält sie die Mitte: Thornton ist kein Ungeheuer, Higgins kein Heiliger, Margaret keine Besucherin aus besserem Land, die den Armen den Segen bringt. Die Freundschaft mit den Brontës sitzt im Hintergrund; neben Jane Eyre und Sturmhöhe ist North and South das Buch der Stadt und des Lohns, nicht der Heide. Die BBC-Fassung von 2004 mit Richard Armitage als Thornton hat aus dem Fabrikanten einen Kult gemacht und die Härte der zweiten Hälfte oft in Blicke übersetzt. Das Buch ist langsamer und gerechter.
Deutsche Titel schwankten; die Reclam-Ausgabe von 2025 gibt Gerlinde Völkers Neuübersetzung unter Norden und Süden. Das Lemma hält den Originaltitel, unter dem der Roman im Englischen steht. Wer Gaskell nur als Verfasserin frommer Frauengeschichten liest, verfehlt die Mühle und den Steinwurf. Das Buch hat die soziale Frage in eine Geschichte zweier Eigensinne gelegt, die einander brauchen, ohne einander zuerst zu mögen. Genau darin bleibt es gegenwärtig: nicht als Rezept für den Klassenfrieden, sondern als Probe, ob Stolz das Hören überlebt.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.
