New Perspectives in Archaeology

Lewis R. Binford · 1968 · Sachbuch, Archäologie


Das Werk
Deutscher Titel: New Perspectives in Archaeology
Autor(en): Lewis R. Binford
Herausgeber: Lewis R. Binford, Sally R. Binford
Originaltitel: New Perspectives in Archaeology
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 1968
Schlagwörter: Prozess, System, Hypothese, Steinzeit
Sachgebiete: Sachbuch, Archäologie
Greifbare Ausgabe
Verlag: Aldine


Umfang dieser Ausgabe: 373 Seiten
ISBN:
Verweise


New Perspectives in Archaeology ist der 1968 von Lewis R. Binford und Sally R. Binford herausgegebene Band, in dem die neue Archäologie der Vereinigten Staaten ihr Programm ausbreitete. Ausgrabung sollte nicht mehr Katalog von Kulturen sein, sondern Prüfung von Hypothesen über Systeme: Siedlung, Jagd, der Wandel, der sich erklären lässt, weil er wiederholt auftritt. Das Buch hat das Fach aus der Typologie in die Wissenschaftstheorie der sechziger Jahre gestoßen.

Inhalt

Binfords eigene Beiträge und die der Schüler behandeln Steinzeitliches als Verhalten, nicht als Stilprovinz. Wer nur Werkzeuge ordnet, erfährt, wie man schlug; wer fragt, welches System die Streuung der Funde erzeugt hat, erfährt, wie eine Gruppe lebte. Die »neue Archäologie« – bald prozessuale Archäologie genannt – verlangt explizite Modelle: Mittel, Umwelt, die Anpassung, die sich messen lässt. Ethnographie der Jäger, Experiment, Statistik treten an die Stelle der Völkerwanderung als Allerklärung.

Der Band ist eine Kampfansage an die Kulturgeschichte, die Scherben zu Völkern macht und Wandel als Einfluss erzählt. Binford hält das für Erzählung ohne Prüfung. Dagegen setzt er die Forderung, dass eine Erklärung vorhersagen muss, was in der nächsten Grube liegen sollte. Die Sprache ist die der amerikanischen Sozialwissenschaft jener Jahre: System, Variable, Deduktion. Europa las das als Anmaßung einer jungen Schule, die Stonehenge nicht kannte und trotzdem die Methode der Alten für vorwissenschaftlich erklärte.

Die Grenzen liegen im Programm selbst. Systeme erklären Wiederholung besser als Ereignis; Sinn, Ritual, das Einmalige fallen durch das Raster oder werden zur Funktion umgebogen. Sally Binfords Anteil an der Herausgabe ist oft unterschlagen worden; der Name, der blieb, ist Lewis. Wer nur den Streit um die »neue« Archäologie kennt, hat die Fallstudien nicht gelesen, in denen Mousterien und Siedlungsplätze wirklich neu vermessen wurden. Wer nur die Fallstudien kennt, unterschlägt den Ton, der ein Fach für unreif erklärte.

Einordnung

Binford hat der Archäologie nach Childe und Clark die amerikanische Wende gegeben: von der Geschichte der Stufen zur Wissenschaft der Prozesse. Ian Hodder hat später den Sinn zurückgefordert, den das System gestrichen hatte; ohne Binford fehlte der Gegner, an dem die nachprozessuale Archäologie scharf wurde. Die Lehrbücher haben Hypothese und Test behalten und das Pathos der Revolution abgelegt. Wer heute gräbt und sagt, was er prüfen will, bevor die Schaufel fällt, spricht Binford, auch wo er Hodder meint. Die Perspektive von 1968 bleibt der Einschnitt, nach dem Typologie allein nicht mehr als Erklärung gilt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.