Nebel
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Nebel |
| Autor(en): | Miguel de Unamuno |
| Originaltitel: | Niebla |
| Originalsprache: | spanisch |
| Erstveröffentlichung: | 1914 |
| Schlagwörter: | Fiktion, Autor, Liebe, Traum |
| Sachgebiete: | Roman |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Reclam
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| Umfang dieser Ausgabe: | 248 Seiten |
| ISBN: | 9783150084533 |
| Verweise | |
Nebel ist der Roman von Miguel de Unamuno, 1914 erschienen, von ihm selbst nivola genannt: ein Erzählen, das keine Psychologie der Schule will. Augusto Pérez verliebt sich, wird verlassen, beschließt zu sterben und sucht seinen Verfasser auf, um um das Leben zu bitten. Unamuno war Rektor in Salamanca und Philosoph des tragischen Gefühls; dieses Buch ist die Fiktion als Glaubensfrage.
Inhalt
Augusto geht durch die Stadt, folgt einer Frau namens Eugenia, die Klavier gibt und einen Geliebten hat, und redet mit dem Diener Domingo und dem Hund Orfeo, als wäre Gespräch schon Existenz. Er ist reich, unbeschäftigt, aus Nebel gemacht, wie der Titel sagt: nicht Charakter im Sinn des realistischen Romans, sondern eine Möglichkeit, die jemand denken muss, damit sie geht. Eugenia weist ihn ab und nimmt ihn an und weist ihn wieder ab; Augusto stolpert in eine zweite Zuneigung, ohne fester zu werden.
Die Freunde, der Notar, die kleine Welt einer spanischen Stadt: Unamuno zeichnet sie knapp, fast als Puppen, weil die Probe nicht der Realismus ist. Augusto, gedemütigt, beschließt Selbstmord. Da fällt ihm ein, dass er vielleicht nur eine Figur ist. Er fährt nach Salamanca, tritt in Unamunos Arbeitszimmer und verlangt sein Recht. Der Verfasser sagt ihm, er habe ihn erfunden und könne ihn auslöschen. Augusto widerspricht: Auch der Autor sei Traum, vielleicht Gottes, vielleicht eines anderen.
Unamuno lässt Augusto sterben – im Schlaf, an einer Überdosis, als Entscheidung des Autors, die der Arzt im Buch anders nennt. Orfeo hält die Totenrede auf den Herrn, der ihn gefüttert hat. Das Vorwort hat schon gewarnt, dass ein Traum den Träumer halten kann. Der Roman schließt nicht mit einer Theorie des Metaromans; er schließt mit einem Hund und einem toten Junggesellen. Wer nur den Einfall sucht, der Figur begegne ihrem Schöpfer, unterschlägt Eugenia. Wer nur die Liebe sucht, unterschlägt das Arbeitszimmer.
Einordnung
Unamuno hat die Fiktion als Glaubensstreit erzählt. Augusto lebt, weil erzählt wird, und stirbt, weil der Erzähler es so will; dazwischen steht die Frage, die Unamuno in den Essays anders stellt: ob der Mensch ein Traum Gottes ist, der um Fortdauer bettelt. Der nivola ist knapper als Galdós und unruhiger als die Generation von 98, der man den Verfasser zuschlug. 1936 hat Unamuno im Hörsaal den Falangisten widersprochen; Nebel ist 1914 erschienen und davon nicht widerlegt.
Man hat das Buch zum Vorläufer jeder späteren Metaerzählung gemacht. Die Nachwelt von Unamuno bis in die lateinamerikanische Prosa hat den Besuch beim Autor variiert. Wer nur das Spiel sucht, unterschlägt den Glauben. Wer nur den Glauben sucht, unterschlägt, dass Unamuno lacht. Reclam hat den schmalen Band im Deutschen gehalten; der Titel Nebel ist genauer als jede Erklärung, die aus Augusto eine Theorie macht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
