Nachtasyl

Maxim Gorki · 1902 · Drama


Das Werk
Deutscher Titel: Nachtasyl
Autor(en): Maxim Gorki
Originaltitel: На дне
Originalsprache: russisch
Erstveröffentlichung: 1902
Schlagwörter: Elend, Keller, Trost, Menschenwürde
Sachgebiete: Drama
Greifbare Ausgabe
Verlag: Reclam


Umfang dieser Ausgabe: 102 Seiten
ISBN: 9783150076712
Verweise


Nachtasyl (russisch На дне, wörtlich »Am Boden«) ist das Schauspiel von Maxim Gorki, 1902 im Moskauer Künstlertheater uraufgeführt, 1903 von Max Reinhardt in Berlin zum deutschen Ereignis gemacht. In einer Kellerherberge wohnen Diebe, Dirnen, ein Baron ohne Stand, ein Schauspieler ohne Stimme; der Trost, der sie erreicht, tötet mit.

Inhalt

Die Herberge des Kostyljow und seiner Frau Wassilissa ist ein Schlafsaal für Leute, die keinen Namen mehr brauchen oder nur noch den alten. Der Schlosser Kleschtsch glaubt an Arbeit, die ihn herausholt; seine Frau Anna stirbt im Bett daneben. Der Dieb Pepel will Wassilissas Schwester Natascha und ein anderes Leben. Der Baron erinnert sich an Kaffee am Morgen; der Schauspieler erinnert sich an eine Bühne; der Tartar betet; Satin trinkt und hört zu. Gorki gibt dem Keller keine Übersichtserzählung. Er gibt Stimmen, die sich in der Enge reiben, und eine Wirtin, die das Elend als Miete kassiert.

In diesen Keller kommt Luka, ein Wanderer, der tröstet. Er sagt Anna, der Tod sei Frieden. Er sagt dem Schauspieler, es gebe ein kostenloses Alkoholasyl. Er sagt Pepel, man könne nach Sibirien und dort ehrlich werden. Die Lüge ist freundlich und ist eine Handlung. Pepel schlägt im Streit Kostyljow tot; Wassilissa hat das Ende gewollt und nicht so. Luka verschwindet, bevor die Untersuchung ihn braucht. Der Schauspieler glaubt an die Heilstätte, findet sie nicht und erhängt sich. Satin hält danach die Rede, die das Stück berühmt gemacht hat: Der Mensch, das klingt stolz. Der Satz steht neben der Leiche. Gorki lässt ihn nicht als Lösung.

Natascha ist verbrannt, Pepel in Haft, Anna tot, der Schauspieler tot, Luka fort. Der Keller bleibt. Satin trinkt weiter und nimmt Lukas Trost zurück: Der Mensch brauche nicht den süßen Betrug, er brauche die Wahrheit. Das Stück entscheidet den Streit nicht. Es zeigt, dass der Trost eine Weile trägt und dann ins Leere fällt, und dass die Wahrheit im Nachtasyl nichts wärmt. Die Würde, von der Satin spricht, hat im Keller keinen Ort, an den sie sich setzen könnte. Übrig bleibt das Asyl, das den Titel trägt: nicht die Nacht, die vergeht, sondern der Boden, auf dem man liegt.

Einordnung

Gorki hat das Elend nicht zur Fabel vom Aufstieg gemacht. Tschechow schrieb ihm, mit diesem Stück sei der Ruf des Optimisten dahin. Neben Woyzeck steht das Nachtasyl als Ort, an dem Armut spricht, ohne dass ein Mord die Mitte halten müsste – der Totschlag an Kostyljow ist Rand, der Selbstmord des Schauspielers Folge des Trostes. Neben Mutter Courage ist es das Stück derer, die vom Elend leben, indem sie es vermieten. Reinhardts Berliner Inszenierung hat Europa die Kellerwohnung als Bühne gegeben. Wer Gorki nur als Mobilmacher der Revolution liest, hat Satin gehört und Luka nicht; wer nur die Hoffnungslosigkeit liest, hat die Rede auf den Menschen unterschlagen, die das Stück nicht einlöst und nicht zurücknimmt.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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