Middlesex

Jeffrey Eugenides · 2002 · Roman


Das Werk
Deutscher Titel: Middlesex
Autor(en): Jeffrey Eugenides
Originaltitel: Middlesex
Originalsprache: englisch
Erstveröffentlichung: 2002
Schlagwörter: Familie, Geschlecht, Detroit, Gene
Sachgebiete: Roman
Greifbare Ausgabe
Verlag: dtv


Umfang dieser Ausgabe: 736 Seiten
ISBN: 9783423149365
Verweise


Middlesex ist ein Roman von Jeffrey Eugenides, 2002 erschienen, deutsch 2003 bei Rowohlt, später bei dtv. Calliope Stephanides, die als Mädchen aufwächst und als Mann namens Cal erzählt, berichtet die Geschichte eines Gens und einer griechisch-amerikanischen Familie von Kleinasien bis Detroit. Der Titel nennt die Straße in Grosse Pointe, in der das Haus steht, und das Dazwischen des Körpers. Der Band erhielt 2003 den Pulitzerpreis und wurde in die BBC-Auswahl bedeutender Romane nach 2000 aufgenommen. Eugenides hat Einwandererepos, Stadtchronik und die Rede eines zwischengeschlechtlichen Ichs ineinandergefügt.

Inhalt

Der einundvierzigjährige Cal arbeitet als Diplomat in Berlin, liebt eine Fotografin und zögert, den Körper zu zeigen, der keine eindeutige männliche Form hat. Von dort erzählt er zurück. Nach dem Ersten Weltkrieg leben die Geschwister Desdemona und Eleutherios »Lefty« Stephanides auf dem Seidenhof im Westen der Türkei; die Isolation bindet sie aneinander. 1922, auf der Flucht vor Krieg und dem Brand von Smyrna, erfinden sie auf dem Schiff nach Amerika eine Begegnung und heiraten. In Detroit bringt Desdemona, gepeinigt vom Inzest, Milton und Zoë zur Welt. Milton heiratet Tess, die Tochter der Cousine Sourmelina; Desdemona will die Bindung verhindern, ohne den wahren Grund zu nennen.

Das zweite Kind Miltons und Tess’ kommt als Mädchen Calliope zur Welt, genetisch ein Junge mit einer Störung der 5α-Reduktase, die das äußere Geschlecht in der Kindheit weiblich erscheinen lässt. Cal erzählt die Mädchenjahre mit der Kenntnis des Mannes, der er später ist: Anpassung, ein Gefühl des Andersseins, in der Pubertät die Liebe zur Freundin, dem »obskuren Objekt«, und eine unvollständige Erfahrung mit deren Bruder. Die Privatschule, auf die Callie geschickt wird, um der Mischung der städtischen Klassen zu entgehen, hat ihre eigene Rangordnung der Alteingesessenen. Detroit liefert den historischen Takt: Fords Fabrik, Miltons Bar in der Zeit des Alkoholverbots, die Rassenunruhen, der Aufstieg ins weiße Vorfeld, das Haus in Grosse Pointe, das die Familie nur bekommt, weil andere es nicht wollen.

Nach einem Unfall sieht ein Arzt, was die Familie nicht sehen wollte. In New York soll eine Operation Calliope endgültig zur Frau machen. Sie liest die Akte, begreift die männliche Anlage, flieht, nennt sich Cal und lebt unter Ausreißern in San Francisco, bevor die Familie ihn wieder aufnimmt. Der Roman kehrt nach Berlin zurück: Cal vertraut sich der Geliebten an, sie bleibt. Eugenides lässt die Gene reisen und die Stadt mitreisen, ohne den Körper zur Pointe zu machen. Die Frage, ob Herkunft oder Erziehung den Menschen prägt, bleibt im Ich, das beides erzählt, ungelöst und erzählbar.

Einordnung

Eugenides hat den Generationenroman der Einwanderung mit einer Stimme geschrieben, die biologisches und gesellschaftliches Geschlecht auseinanderhalten muss, weil die Sprache beides »Geschlecht« nennt. Cal ist Mädchen gewesen und Mann geworden und bleibt für Mutter und Großmutter dieselbe Person; die Identität, die das Buch sucht, ist die Annahme des Zwischens, nicht die Säuberung. Der Pulitzerpreis hat dem Band den Rang eines großen amerikanischen Romans gegeben und die Gefahr, ihn nur als These über Intersexualität zu lesen. Darunter liegt Detroit, der Brand Smyrnas, der rassistische Immobilienmarkt, die griechische Diaspora. Die Anspielung auf Buñuel und auf Ovid ist Schmuck und Ernst: Verwandlung als Familienschicksal.

Sofia Coppola hatte Eugenides’ ersten Roman Die Selbstmord-Schwestern verfilmt; Middlesex blieb ungleich sperriger fürs Bild, weil die Stimme das Ereignis ist. Der Berliner Rahmen gibt dem Epos eine Gegenwart, in der Cal nicht mehr flieht, sondern erzählt, und genau das ist die späte Freiheit des Buches. Der Titel hält die Mitte: Straße, Haus, Geschlecht, Satz.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler sind willkommen.

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