Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories.

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories.
Autor(en): Chimamanda Ngozi Adichie
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Fischer Taschenbuch
Serie:
Erscheinungsjahr: 2014
Seitenanzahl: 160 Seiten
Originaltitel: We Should All Be Feminists
Originalsprache: englisch
ISBN-10: 3596036763
ISBN-13/

EAN-Code:

9783596036769
Schlagwörter: Gleichberechtigung, Geschlecht, Erziehung, Nigeria
Sachgebiete: Sachbuch, Essay
Rezensionen
Umschlag

Mehr Feminismus! Ein Manifest und vier Stories. versammelt den Vortrag, den Chimamanda Ngozi Adichie im Dezember 2012 in London unter dem Titel We Should All Be Feminists hielt, und vier kürzere Erzählungen. Der englische Essay erschien 2014, die deutsche Übersetzung 2016 bei S. Fischer. Adichie bestimmt Feminismus als den Glauben an die politische, soziale und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter und nimmt Männer in die Pflicht. Die Rede fand weltweite Aufmerksamkeit, auch weil Beyoncé Sätze daraus in einem Lied verwendete; Adichie hat diese Verwendung nur zum Teil gutgeheißen. Der Band gehört zu den meistverbreiteten neueren Texten über Geschlechtergerechtigkeit.

Inhalt

Adichie schreibt gegen die Vorstellung, Feminismus sei unafrikanisch, mannstoll oder ein Unglück ungeliebter Frauen. In Nigeria gelte die Feministin oft als Frau, die keinen Mann finde; sie selbst bekenne sich ausdrücklich als glückliche afrikanische Feministin. Die Ungleichheit sitze in Zuschreibungen, die so tief verinnerlicht seien, dass sie als Natur erschienen: Mädchen lerne man, sich kleiner zu machen, Ehrgeiz nur maßvoll zu haben, Erfolg nicht so weit zu treiben, dass er den Mann bedrohe, und die Ehe als Ziel zu nehmen. Jungen erhalte man weit weniger Rat, wie sie Frauen gefallen könnten. Die Teilnahme aller, auch der Männer, an der Veränderung schaffe keine Verluste für die einen, sondern ein besseres Leben für beide. Respekt für Frauen sei die Bedingung des Gelingens einer ganzen Gesellschaft.

Die vier Erzählungen spielen die Behauptung an Personen durch. In Der weibliche Irrtum hat Chinwe sämtliche Tugenden der fügsamen Ehefrau verinnerlicht, schweigt, schämt sich und formt sich nach dem Wunsch des Mannes – der sie trotzdem betrügt. Der Schmerz Fremder zeigt Chinechelum, deren Familie sie verheiraten will, während der Mann, den sie liebt, nach einem Schuss der Polizei seit Jahren im Pflegeheim liegt; ein Ehemann allein genügt ihr nicht. Apollo erzählt aus der Sicht eines Mannes, der als Kind den Hausjungen Raphael geliebt und später denunziert hat, aus Eifersucht auf eine Vertraulichkeit, die er als Verrat las. Meine Mutter, die durchgeknallte Afrikanerin stellt eine junge Nigerianerin in den Vereinigten Staaten zwischen die Sitten der neuen Umgebung und die Strenge der Mutter; der amerikanische Junge, dem die Mutter in die Quere kommt, hat für die Herkunft der Familie keinen Sinn. Die Erzählungen binden Scham, Sexualität, Liebe und Heimat so, dass jeder Ausbruch als Unart erscheint.

Unsicher bleibt, wie weit Anekdote und Appell die Härte von Recht, Lohn und Gewalt tragen. Adichie argumentiert vom gelebten Beispiel, nicht von der Gesellschaftstheorie her. Die Kürze des Manifests ist seine Kraft und seine Grenze: was in dreißig Minuten gesagt werden kann, muss zuspitzen. Gegenpositionen kommen als Stimmen der Familie, der Straße, der Mutter, des Ehemanns vor – nicht als ausgearbeitete Gegnerinnen des Feminismus. Die Gefahr einer einzigen Geschichte, über die Adichie andernorts gesprochen hat, gilt auch hier: Nigeria und die Vereinigten Staaten stehen für vieles, nicht für alles.

Einordnung

Der Text ist in viele Sprachen gegangen. In Schweden wurden am Erscheinungstag der Übersetzung hunderttausend Exemplare an Schulen verteilt. Dior druckte den englischen Titel auf Hemden. 2022 erschien eine bebilderte Fassung für jüngere Leserinnen und Leser. In Nigeria werden Forderungen nach Entstigmatisierung oft mit diesem Manifest begründet. Die amerikanischen Verkaufszahlen stiegen nach der Wahl Donald Trumps; der Feminismus, der nicht als trockene Abhandlung daherkommt, fand ein großes Publikum. Die Kritik an Beyoncés Aneignung zeigt die Spannung zwischen Bühne und Abhandlung: dieselbe Formel wandert in die Unterhaltung und verliert an Schärfe.

Neben dem Roman Americanah steht der Band als didaktische Kurzform derselben Autorin: dort die große Erzählung von Rasse, Migration und Rückkehr, hier die zugespitzte Rede. Wer Adichie nur aus dem Manifest kennt, unterschätzt die Härte ihrer Prosa; wer das Manifest für bloße Mode hält, verfehlt, dass es eine Definition durchgesetzt hat, die Männer nicht ausnimmt. Die Formel „Wir sollten alle Feministen sein“ ist seither ein Satz der Öffentlichkeit – mit der üblichen Abnutzung, die erfolgreiche Sätze trifft.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.