Malina

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Malina
Autor(en): Ingeborg Bachmann
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Suhrkamp
Serie:
Erscheinungsjahr: 1971
Seitenanzahl: 355 Seiten
Originaltitel: Malina
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 351824017X
ISBN-13/

EAN-Code:

9783518240175
Schlagwörter: Weibliches Ich, Wien, Traum, Todesarten
Sachgebiete: Roman
Rezensionen

Malina ist der einzige Roman, den Ingeborg Bachmann zu Lebzeiten vollendete; er erschien 1971 bei Suhrkamp. Gedacht als Eröffnung des unvollendeten Zyklus Todesarten, erzählt das Buch von der Zerstörung eines weiblichen Ichs.

Inhalt

Wie bei einem Theaterstück stehen am Anfang ein Personenverzeichnis, der Ort Wien und die Zeit „heute“. Die namenlose Ich-Erzählerin, eine Schriftstellerin, lebt in der Ungargasse mit Malina, einem nüchternen, beherrschten Mann, und liebt gleichzeitig den ungarischen Nachbarn Ivan. Das erste Kapitel, „Glücklich mit Ivan“, kreist um diese Beziehung: Schachpartien, Zigaretten, das Warten auf Anrufe – und um Sätze, die die Erzählerin auf sich selbst zurückwerfen.

Das zweite Kapitel, „Der dritte Mann“, verlässt den Ort und die Zeit. In fünfunddreißig Traumsequenzen erscheint eine Vaterfigur, die die Erzählerin quält, einsperrt, tötet oder zum Schweigen bringt; in den Gesprächen dazwischen deutet Malina diese Träume und beansprucht die Deutungshoheit für sich. Eingelegt ist die „Legende von der Prinzessin von Kagran“, ein märchenhafter Gegentext über eine Liebe, die außerhalb der Geschichte liegt.

Im dritten Kapitel, „Von letzten Dingen“, verschieben sich die Gewichte endgültig. Malina wird dominanter, die Erzählerin verliert ihre Erinnerungen und schließlich den Anspruch auf ein eigenes Ich; sie übergibt ihm ihre Geschichten und verschwindet in einem Riss in der Wohnungswand. Malina räumt ihre Habseligkeiten fort; als Ivan anruft, bestreitet er, dass in dieser Wohnung eine Frau lebe. Der letzte Satz des Romans lautet: „Es war Mord.“

Einordnung

Bachmann verstand die „Todesarten“ als Untersuchung von Gewalt, die keine Spuren hinterlässt – Verbrechen innerhalb von Familien und Beziehungen, die kein Gericht verhandelt. Die Erzählweise verwischt die Grenze zwischen Wahrnehmung und Vorstellung und wurde erst nach anfänglicher Ratlosigkeit der Kritik als literarischer Durchbruch gewürdigt. Werner Schroeter verfilmte den Roman 1991 nach einem Drehbuch von Elfriede Jelinek mit Isabelle Huppert.