Magellan. Der Mann und seine Tat
| Daten zum Buch | |
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| Deutscher Titel: | Magellan. Der Mann und seine Tat |
| Autor(en): | Stefan Zweig |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Fischer Taschenbuch |
| Serie: | |
| Erscheinungsjahr: | 1938 |
| Seitenanzahl: | 336 Seiten |
| Originaltitel: | Magellan. Der Mann und seine Tat |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 3596903580 |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783596903580 |
| Schlagwörter: | Seefahrt, Entdeckung, Gewürz, Weltumsegelung |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Rezensionen | |
Magellan. Der Mann und seine Tat ist die 1938 bei Herbert Reichner in Wien erschienene biographische Erzählung von Stefan Zweig über den portugiesischen Seefahrer Fernão de Magalhães. Zweig schrieb den Band 1936 und 1937 im britischen Exil, nachdem er an Bord eines Dampfers nach Südamerika die Bequemlichkeit der Überfahrt als Beschämung empfunden und in der Geschichte der ersten Erdumsegelung ein Gegenbild gesucht hatte. Es ist keine gelehrte Lebensbeschreibung und kein Roman mit erfundenen Dialogen, sondern eine erzählte Tat: der Weg eines Mannes, der einen Durchlass nach Westen sucht und ihn findet, ohne die Erde selbst zu umrunden. Der Satz ist wortreich und pathetisch, wie man es von Zweig kennt; die äußere Folge der Fahrt hält sich an die damals bekannten Quellen, vor allem an Antonio Pigafetta. Heute liest man das Buch zugleich als Ermutigung im Exil und als Heldenlied, das die Eroberung schöner macht, als sie war.
Inhalt
Zweig setzt nicht mit der Geburt Magellans ein, sondern mit dem Gewürz. Muskat, Zimt und Nelken wiegen in Europa fast Gold auf; nach der osmanischen Sperre der Landwege und dem portugiesischen Vorsprung um Afrika herum sucht Spanien einen westlichen Seeweg zu den Molukken. Magellan dient acht Jahre unter Francisco de Almeida in Indien, kehrt als Kriegsmann und Kenner der Gestirne heim und empfängt Briefe seines Freundes Francisco Serrão von den Gewürzinseln: so weit im Osten, dass man sie womöglich leichter erreicht, indem man nach Westen segelt. Die Lebensidee ist der geheime Paso, die Meeresstraße durch den amerikanischen Kontinent. König Manuel von Portugal weist das Vorhaben ab; Magellan wendet sich an den jungen Karl von Spanien, der Geld für Kriege braucht. Am 20. September 1519 stechen fünf Schiffe in See. Zweig erzählt den Atlantik, die ergebnislose Suche am Río de la Plata, die Meuterei der Kapitäne, die Magellan niederschlägt, und endlich, im Oktober 1520, die labyrinthische Durchfahrt, die später seinen Namen trägt.
Im Pazifik folgen Hunger, Skorbut und die Weite eines Ozeans, den niemand so groß gedacht hat. Die Flotte erreicht Inseln, die später Philippinen heißen. Magellan mischt sich in einen Stammeskonflikt auf Mactan, unterschätzt den Gegner und fällt. Zweig lässt ihn als tragischen Genius sterben, umgeben von Formeln, die den örtlichen Fürsten klein und die Spanier groß machen. Was bleibt, ist nicht der Mann, sondern die Tat, die andere zu Ende führen: ein einziges seetüchtiges Schiff, die Victoria unter Juan Sebastián Elcano, umrundet Afrika und erreicht am 6. September 1522 den spanischen Ausgangshafen. Von mehr als zweihundert Aufgebrochenen gehen achtzehn Europäer an Land, dazu wenige ostindische Besatzungsmitglieder. Die Überlebenden haben einen Kalendertag „eingespart“, weil sie mit der Sonne gesegelt sind – der sinnfälligste Beweis, dass die Erde rund und die Ozeane verbunden sind.
Zweig gliedert das Leben in dreizehn Kapitel vom Handelskontext bis zu den Prozessen, die nach Magellans Tod in Spanien um Verdienst und Verrat geführt werden. Er betont einen unbeugsamen Willen und eine relative Friedfertigkeit gegenüber den Schlächtern Cortés und Pizarro, ohne zu verschweigen, dass am Anfang das Geschäft stand. Der Erzähler prüfte das Manuskript durch den Geographen Eugen Oberhummer; die äußere Route stimmt im Wesentlichen. Was Zweig nicht belegen kann und trotzdem erzählt, ist die innere Notwendigkeit: Magellan habe die Kugelgestalt beweisen und die Erde umrunden wollen. Die Dokumente der Planungsphase kennen vor allem die Molukken und den Profit. Die Erzählung macht aus einem Konquistador einen Mann der Idee.
Einordnung
Im Exil geschrieben, sollte das Buch den Glauben an große einzelne Taten gegen den Militarismus der dreißiger Jahre stellen. Ernst Weiß rühmte es als Werk für junge Menschen, die von ihrer Zeit erdrückt würden. Die Heroisierung gerät Zweig in die Quere: Er nennt Heldentat, wo die Quellen Gewürz und Ehre nennen, und färbt Hautfarben und „Naturkinder“ so, wie es die Augenzeugen des sechzehnten Jahrhunderts noch nicht taten. Die Magellanstraße lag zu weit südlich, um den Gewürzhandel zu tragen; der Mann geriet in Vergessenheit, bis Pigafettas Bericht wiedergefunden wurde. Zweigs Pathos hat daran weniger die Historie als ein Bedürfnis nach Vorbildern bedient.
Neben der Schachnovelle und Ungeduld des Herzens gehört Magellan zu den erzählenden Büchern des späten Zweig, nicht zu den Novellen der Leidenschaft, sondern zu den historischen Porträts, mit denen er Weltläufe in eine Person zog. Die Fischer-Taschenbuchausgabe legt Bildtafeln, Zeittafel und Vertragstexte bei und hält den erzählerischen Ton. Wer nach Zweig über die erste Erdumsegelung spricht, spricht hinter diesem Band; wer ihn für eine zuverlässige Innenansicht Magellans hält, hat die Lücke zwischen Dokument und Lebensidee nicht gesehen. Die Tat bleibt; der Mann ist Zweigs Erfindung aus Quellen.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
