Logik der Forschung
| Daten zum Buch | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Logik der Forschung |
| Autor(en): | Karl Popper |
| Herausgeber: | |
| Erscheinungsort: | |
| Verlag: | Mohr Siebeck |
| Serie: | Gesammelte Werke |
| Erscheinungsjahr: | 1934 |
| Seitenanzahl: | 640 Seiten |
| Originaltitel: | - |
| Originalsprache: | deutsch |
| ISBN-10: | 316148410X |
| ISBN-13/
EAN-Code: |
9783161484100 |
| Schlagwörter: | Falsifikation, Abgrenzung, Induktion, Hypothese |
| Sachgebiete: | Sachbuch, Philosophie |
| Rezensionen | |
Logik der Forschung ist das 1934 (im Impressum 1935) erschienene erkenntnistheoretische Hauptwerk von Karl Popper. Empirische Wissenschaft grenzt sich nicht durch Sinn, sondern durch Widerlegbarkeit ab; Fortschritt entsteht aus Versuch und Irrtum, nicht aus gesicherter Induktion. Popper, in Wien ausgebildet und dem Wiener Kreis nah, ohne ihm anzugehören, wandte Kants Vorrang des theoretischen Denkens in eine Methodologie der Nachprüfung. Die englische Fassung The Logic of Scientific Discovery folgte 1959; Anhänge hat der Autor bis 1994 nachgetragen. Das Buch zählt, weil es das Induktionsproblem für unlösbar erklärt und die Wissenschaft auf kühne, widerlegbare Vermutungen stellt.
Inhalt
Popper schreibt gegen den logischen Positivismus des Wiener Kreises und gegen die ältere Lehre, Gesetze entstünden aus der Häufung von Beobachtungen. Das Induktionsproblem ist logisch unlösbar: Aus besonderen Sätzen folgen keine allgemeinen, so viele Schwäne man auch weiß gesehen hat. Dagegen ist es logisch möglich, durch besondere Sätze allgemeine zu widerlegen. Deshalb soll die Wissenschaft nicht verifizieren, sondern streng prüfen, und eine Theorie gilt als empirisch, wenn sie an Basissätzen scheitern kann. Falsifizierbarkeit ist Abgrenzungskriterium, nicht Sinnkriterium: Metaphysik wird nicht für unsinnig erklärt, sondern aus der empirischen Wissenschaft herausgehalten.
Theorien sind kühne Vermutungen. Ihr Wert liegt im Grad der Prüfbarkeit und in der Bewährung, die nie endgültige Wahrheit ist. Popper betont Festsetzungen der Methodologie gegen eine naturalistische Lehre, die nur beschriebe, wie Forschung tatsächlich verläuft. Die empirische Basis ist nicht unerschütterlich; Basissätze sind selbst prüfbar und werden durch Beschluss anerkannt. Kapitel über Wahrscheinlichkeit, Bewährung und Quantenmechanik erweitern die Logik der Nachprüfung in Felder, in denen Widerlegung nicht wie ein einfaches Experiment aussieht. Das Buch ist an die Wissenschaftsphilosophie seiner Zeit adressiert und bleibt eine logische Untersuchung, keine Psychologie des Entdeckens.
Popper hat Missverständnisse später scharf zurückgewiesen: Er habe nicht die endgültige Widerlegbarkeit behauptet, nicht den Positivisten angehört, obwohl das Buch in einer Reihe des Wiener Kreises erschien, und nicht die jeweils anerkannten Theorien kennzeichnen wollen, sondern alle empirisch diskutablen, einschließlich der widerlegten. Die Unsicherheit sitzt in der Basis und in der Wahrscheinlichkeit: Wo Zählung und Quanten die klare Falsifikation trüben, muss die Methodologie nachrüsten. Der Ton ist trocken, kämpferisch gegen Induktion und Sinnkriterium, und in den Vorreden von einer Klarheit, die das ganze Werk trägt. Anhänge hat Popper bis kurz vor seinem Tod 1994 nachgeliefert. Die englische Ausgabe hat das Buch in die Wissenschaftstheorie der Nachkriegszeit getragen und Missverständnisse zugleich vermehrt.
Einordnung
Die Logik der Forschung ist das Werk, aus dem die Offene Gesellschaft ihre Feindschaft gegen den Historizismus bezieht: Wer das Gesetz der Geschichte kennt, prüft nicht, sondern prophezeit. Im Positivismusstreit der sechziger Jahre stand Popper gegen Theodor W. Adorno und gegen Jürgen Habermas’ Erkenntnis und Interesse; die eine Seite wollte Abgrenzung und Stückwerk, die andere Interesse und Emanzipation. Immanuel Kant bleibt der Ahnherr: Die Vernunft geht mit Prinzipien in der einen, mit dem Versuch in der anderen Hand an die Natur. Die Wiener Schule der Ökonomie und die britische Wissenschaftstheorie haben das Buch als Waffe gegen Planungsglauben gelesen, oft schärfer, als Popper die Politik darin anlegte.
Die Kritik nannte den Falsifikationismus naiv, wo Theorien durch Hilfshypothesen gerettet werden, und zu streng, wo Bewährung doch als Wissen gelten muss. Geblieben ist die Haltung, dass Wissenschaft Fehlbarkeit organisiert, nicht Gewissheit hortet. Wer nach 1935 über das spricht, was eine Aussage wissenschaftlich macht, spricht hinter diesem Buch oder gegen es – selten daran vorbei. Thomas Kuhn hat später die Paradigmen gegen die bloße Falsifikation gesetzt; Popper hat das als Soziologie abgetan und die Logik der Nachprüfung nicht preisgegeben.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
