Liebe in einer gefallenen Stadt
| Das Werk | |
|---|---|
| Deutscher Titel: | Liebe in einer gefallenen Stadt |
| Autor(en): | Eileen Chang |
| Originaltitel: | 倾城之恋 |
| Originalsprache: | chinesisch |
| Erstveröffentlichung: | 1943 |
| Schlagwörter: | Hongkong, Schanghai, Krieg, Heirat |
| Sachgebiete: | Erzählung |
| Greifbare Ausgabe | |
| Verlag: | Suhrkamp
|
| Umfang dieser Ausgabe: | 128 Seiten |
| ISBN: | 9783518466483 |
| Verweise | |
Liebe in einer gefallenen Stadt ist die 1943 in Schanghai erschienene lange Erzählung von Eileen Chang, im Chinesischen Qing cheng zhi lian. Bai Liusu, geschiedene Frau aus verarmter Schanghaier Familie, soll in Hongkong den Overseas-Chinesen Fan Liuyuan halten; der Fall der Stadt an Japan 1941 zwingt die Berechnung in eine Nähe, die wie Liebe aussieht. Chang, zwischen Schanghai und Hongkong, hat die Okkupation nicht als Heldenepos geschrieben, sondern als Glücksfall einer Frau, die eine Wohnung braucht. Die deutsche Übersetzung erschien bei Suhrkamp in Sammlungen ihrer Schanghaier Prosa.
Inhalt
Liusu kehrt geschieden ins Haus der Bais zurück und gilt als Last. Eine Tante schleust sie nach Hongkong zu Fan Liuyuan, der zwischen Malaien, Briten und Langeweile den Reiz einer echten Chinesin sucht, ohne die Ehe zu meinen. Die zwei spielen einander: Sie will Versorgung, er will das Spiel. Repulse Bay, Tänze, Anrufe, die Trennung, die wieder aufgenommene Partie. Chang schreibt die Kleider, die Stimmen, die Geldnot so genau, dass die große Geschichte zuerst als Interieur erscheint.
Dann fällt Hongkong. Bomben, verdunkelte Hotelgänge, die Stadt, die keine Flucht mehr hergibt. Liusu und Fan bleiben, weil sie müssen, und die Pflicht des Überlebens sieht aus wie Zuneigung. Sie heiraten, als die Welt klein geworden ist. Chang sagt nicht, dass der Krieg die wahre Liebe enthüllt. Sie sagt, dass der Fall der Stadt den Preis der Frau verändert: Was Berechnung war, wird zur einzigen möglichen Form. Nach dem Waffenstillstand bleibt die Ehe; ob sie trägt, lässt der Schluss in der Schwebe, mit einem Satz über die Stadt, die für eine Liebe untergeht, und über die Millionen, für die dasselbe Unglück nichts dergleichen stiftet.
Die Erzählung ist kurz und hart. Nebenan sterben Leute, ohne dass daraus eine Lehre für das Paar wird. Wer nur die Romanze sucht, unterschlägt die Familie Bai, die Liusu loswerden will. Wer nur die Kriegskulisse sucht, unterschlägt die Seide. Chang hat 1943, unter japanischer Besatzung Schanghai, eine Heldin geschrieben, die nicht widersteht, sondern unterkommt.
Einordnung
Chang steht quer zur linken Nationalliteratur ihrer Zeit: keine Bauern, keine Front, eine geschiedene Frau in Hongkong. Die Nachwelt hat sie zur Meisterin der Schanghaier Moderne gemacht, in den Vereinigten Staaten und wieder in China. Neben Lu Xuns öffentlicher Anklage steht diese private Rechnung als die andere Wahrheit der vierziger Jahre. Wer nach ihr über Liebe und Okkupation spricht, spricht hinter Liusu. Die späteren Romane und das amerikanische Exil haben denselben Blick nicht wärmer gemacht.
Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.
