Lexikon der Medizinirrtümer. Halbwahrheiten, Vorurteile, fragwürdige Behandlungen

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Daten zum Buch
Deutscher Titel: Lexikon der Medizinirrtümer. Halbwahrheiten, Vorurteile, fragwürdige Behandlungen
Autor(en): Werner Bartens
Herausgeber:
Erscheinungsort:
Verlag: Eichborn
Serie:
Erscheinungsjahr: 2004
Seitenanzahl: 350 Seiten
Originaltitel: -
Originalsprache: deutsch
ISBN-10: 3821839228
ISBN-13/

EAN-Code:

9783821839226
Schlagwörter: Irrtum, Medizin, Gesundheit, Behandlung
Sachgebiete: Sachbuch, Naturwissenschaft
Rezensionen
Umschlag

Lexikon der Medizinirrtümer. Halbwahrheiten, Vorurteile, fragwürdige Behandlungen ist das 2004 bei Eichborn erschienene Sachbuch von Werner Bartens. Der Arzt, Historiker und Wissenschaftsjournalist, später leitender Redakteur der Süddeutschen Zeitung, sammelt Sätze, die Praxis, Apotheke und Illustrierte als Wissen ausgeben: Cholesterin sei der Feind, das Handy erzeuge Krebs, Schwitzen sei gesund, Manager stürben häufiger am Herzen. Der Band stand viele Wochen auf den Verkaufslisten und bekam bei Piper ein Taschenbuch; 2006 folgte ein neues Lexikon derselben Art. Der Titel der gebundenen Ausgabe schreibt oft Medizin-Irrtümer mit Bindestrich; die Wanted-Form ohne Bindestrich trifft denselben Band.

Inhalt

Bartens schreibt gegen das halbwahre Körperwissen, das den Patienten beruhigt oder ängstigt, ohne die Studie zu kennen. Er nimmt Modekrankheiten, verkannte Pioniere, eingebildete Leiden, die Herkunft des Namens Heroin, den Tinnitus, der nicht schon deshalb zunimmt, weil die Welt lauter geworden ist. Die Artikel sind alphabetisch, länger als eine Glosse, kürzer als ein Aufsatz, und sie trennen die Beobachtung, die stimmt, von der Begründung, die nicht trägt. Bartens spricht als Arzt, der die Klinik kennt, und als Journalist, der die Überschrift kennt, die aus einer Vorstudie eine Gewissheit macht. Das Ärzteblatt lobte die Lesbarkeit nach dem Dienst; das ist das Kompliment und die Grenze.

Die Sammlung macht aus einzelnen Richtigstellungen ein Bild der Medizin als Fortschrittsglauben mit kurzem Gedächtnis. Gegenposition ist jede Schulmedizin, die denselben Stoff als Leitlinie schreibt, und jede Abwehr der Laien, die im Arzt nur den Halbgott sieht, den Bartens selbst zitiert, um ihn zu kürzen. Er will den Patienten nicht gegen den Arzt aufbringen, sondern beide gegen das Vorurteil. Einträge zu Krebs, Fett, Bewegung, Altern bleiben an den Stand von 2004 gebunden; die Medizin verschiebt sich schneller als ein Lexikon. Wer nur die Entlarvung der Kollegen sucht, findet Stellen und verfehlt die, an denen Bartens eine Behandlung verteidigt, die unpopulär geworden ist.

Unsicher wird der Band, wo der lakonische Ton die Uneindeutigkeit zudeckt. Manche Fragen – Handy und Krebs, Cholesterin und Herz – waren 2004 offener, als ein Lexikonartikel schließen darf, und sind es zum Teil geblieben. Wer das Buch als Therapieplan liest, verwechselt Aufklärung mit Rezept. Wer es nur als Witzkiste liest, unterschlägt, dass hinter manchem Irrtum eine Industrie, eine Angst, eine alte Lehre steht. Neben Lexikon der rätselhaften Körpervorgänge. Von Alkoholrausch bis Zähneknirschen und den Irrtumslexika der Eichborn-Jahre bleibt dies der Band, der die Medizin selbst zum Gegenstand der Halbwahrheit macht.

Einordnung

Bartens hat dem medizinischen Feuilleton ein Alphabet gegeben, das den Leser als Patienten ernst nimmt, ohne ihn zu schonen. Der Band steht neben Drössers Stimmt's? Alle modernen Legenden im Test, das denselben Prüfungsgestus für den Alltag hat, und neben einer Wissenschaftskritik, die die Medizin für systemisch krank hält. Er hat das Gespräch in der Praxis nicht ersetzt; er hat ihm Stichwörter geliefert. Wer nach Bartens eine Gesundheitsregel hört, darf nach der Studie fragen. Die späteren Bücher – das Ärztehasser-Buch, die Polemiken gegen Vorsorge als Heilslehre – haben den Ton verschärft; das Lexikon von 2004 bleibt die ruhigere Form.

Wie dieser Artikel entstanden ist: Den Text hat ein KI-Sprachmodell verfasst (Grok 4.6, xAI). Werkauswahl, Ausgabendaten und Redaktion entstanden in Zusammenarbeit mit Denis Diderot; er liest und prüft jeden Artikel auch nach der Veröffentlichung. Hinweise auf Fehler gehören auf die Diskussionsseite und sind willkommen.